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Borna Werbung für die Region - von Wurst bis Wellness
Region Borna Werbung für die Region - von Wurst bis Wellness
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14:28 19.05.2015
Eckhard Landgraf (63) zeigt frisch geräucherte Knacker, mit denen die Großstolpener Fleischerei Landhan ab morgen auf der Messe Haus - Garten - Freizeit wirbt. Quelle: Andreas Döring

Am Freitag werden noch Werbe- und Preisschilder geschrieben und ein Probebetrieb simuliert. Denn am Sonnabend soll in der gläsernen Fleischerei auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse in Leipzig die erste Schweinehälfte zerlegt werden. Daraus werden Lehrlinge des Beruflichen Technologiezentrums in Borsdorf Schnitzel braten, andere Teile zu Roster und Leberkäse verarbeiten. "Wir wollen eine Lanze für das Fleischerhandwerk brechen", sagte Landgraf. In den folgenden neun Tagen der Handwerksmesse und der Haus-Garten-Freizeit werden die jungen Menschen den gesamten Produktionsprozess vom Zerlegen von Fleisch, dem Füllen von Natur- oder Kunstdärmen bis hin zur fertigen Wurst zeigen. "Näher dran als in der gläsernen Wurstküche kann der Verbraucher kaum sein", ist Landgraf überzeugt.

Der Agrarökonom weiß, wovon er spricht. Das seiner Tochter Dana Landgraf gehörende Unternehmen bringt seit 2001 sächsische Fleisch- und Wurstspezialitäten auf den Markt, die in der Manufakturfertigung des Groitzscher Handwerksbetriebes gefertigt worden sind. Nischenprodukte wie Schinken und Wurst aus Bisonfleisch sind eine spezielle Antwort auf den Trend zu gesunden Lebensmitteln. Neben einem Verkaufsstand schlägt Landgraf auf der morgen beginnenden Messe einen langen Bistro-Tresen auf, um die Versorgung der Messebesucher zu sichern. "Aber um den Absatz geht es nicht in erster Linie", lenkte der 63-Jährige ein. Der fehlende Nachwuchs im sächsischen Fleischerhandwerk treibt Landgraf an. "Alteingesessene Betriebe schließen, noch bevor die Inhaber das Rentenalter erreicht haben", schildert er die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Dabei würde das Fleischerhandwerk Ausbildungsplätze unter anderem auch für Realschüler anbieten, die Interesse für den Beruf mitbringen würden. Aber die zum Teil schlechten Leistungen der Bewerber hätten dazu geführt, dass auch Landgraf derzeit keinen Auszubildenden in der 120-köpfigen Belegschaft hat.

Der Einblick in die Produktion - das Pendant zur Wurstküche ist die gläserne Backstube vom Backhaus Henning aus Zwenkau - soll aber auch zeigen, dass sich moderne Handwerksleistungen von der Massenproduktion unterscheiden. "Wir stehen im Wettbewerb mit der Industrie", so der Groitzscher. Der Preisdruck dürfe nicht dazu führen, dass die Vielfalt bei den Rezepturen sowie die Manufakturfertigung von Spezialitäten ins Hintertreffen geraten. Im Rahmen der aktuellen Diskussion um Zusatzstoffe und Allergene in Lebensmitteln biete die Messe zudem Gelegenheit für einen Austausch zwischen Produzenten und Verbrauchern. Vor Ort kann sich jeder auch eine Scheibe von den Köstlichkeiten aus der Produktion abschneiden.

Auf den Geschmack bringen will aber auch die Touristikbranche aus der Region die Messebesucher. Getreu dem Motto, das Gute liegt so nah, offerieren Einrichtungen und Verbände Angebote für einen Landurlaub in Sachsen. An diesem Stand sind unter anderem die Stadt Bad Lausick und das Kur- und Freizeitbad Riff vertreten. Im Mittelpunkt stehe natürlich der 20. Geburtstag des Wellness-Tempels, der das gesamte Jahr über gefeiert werde, sagt Riff-Marketingfrau Kerstin Hennig: "Die Haus-Garten-Freizeit ist sehr wichtig für uns. Viele besuchen uns hier ganz gezielt." Zu finden ist die Kurstadt in Halle 3, Stand E22/D21. Wer hier vorbeischaut, kann auch an einem Gewinnspiel teilnehmen.

Dass das Kohrener Land nicht nur eine attraktive Ausflugs- und Urlaubsregion ist, sondern auch von seinem Handwerk geprägt wird, davon kann sich das Messepublikum in Halle 2 am Stand A23/B24 ein Bild machen. "Wir sind fast von Beginn an auf der Messe dabei", sagt Regina Heinze vom Fremdenverkehrsverband Kohrener Land. Man bringe immer Partner mit und sei deshalb auf der Handwerksmesse am rechten Fleck. So seien die beiden Töpfereien Arnold und Müller aus Kohren-Sahlis vertreten, ebenso der Flößberger Korbmacher Heiner Aurich. Beide Gewerke könne man auch in Aktion erleben. Am selben Stand präsentieren sich auch die Kreisstadt Borna, die Mitglied im Fremdenverkehrsverband ist, und der Verein Lindigtmühle. "Das Kohrener Land liegt für die Leipziger quasi vor der Haustür. Deshalb ist die Messe sehr wichtig für uns", sagt Regina Heinze, die hier 140 Mitglieder vertritt. Zudem ziehe die Messe ein breites Publikum aus ferneren Regionen an: "Dieser Radius wächst, und wir spüren an der Resonanz, dass wir hier wirklich viele erreichen."

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2015
Birgit Schöppenthau/Ekkehard Sc

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