Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Werke von Martha Schrag hängen nun als Graffiti in Borna
Region Borna Werke von Martha Schrag hängen nun als Graffiti in Borna
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 22.02.2018
Inya-Tinko Rabold (li.) und der Graffitikünstler Lino bringen in Borna West Martha Schrags Unterschrift an. Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Borna

Vier Bornaer Ecken haben einen neuen Hingucker: Sie werden seit Dienstag von den Graffiti-Bildern geziert, die in den vergangenen Monaten von Jugendlichen der Dinterschule gestaltet worden sind. Das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) hatte die Künstlerin Martha Schrag ins Bewusstsein der Bornaer heben wollen, schließlich kam die Expressionistin in Borna zur Welt, ihre Werke galten während der nationalsozialistischen Herrschaft als entartet.

Graffiti-Experte hat die Schüler unterstützt

Die Schüler, deren Eigeninterpretationen zu den Schrag-Werken vom Kijupa ausgezeichnet worden waren, hatten sich sowohl an Landschaftsaufnahmen als auch an Porträtzeichnungen versucht.

Steven Schmidt und Sophie Reiche sind zwei von sechs Künstlern, die Bilder von Martha Schrag per Graffiti auf Leinwände gebracht haben. Quelle: Julia Tonne

Zur Seite stand den Jugendlichen neben Jugendreferent Inya-Tinko Rabold der Graffiti-Experte Lino Sayah-Sepanlou. Er unterstützte die Schüler bei der Umsetzung, griff jedoch auch selbst am Dienstag und Mittwoch noch zur Spraydose. An der städtischen Garage hinter der Grundschule in Borna West ist künftig nicht nur eine neu interpretierte Landschaftsaufnahme zu sehen, sondern auch die Unterschrift der Künstlerin.

Bilder sind als Wanderausstellung zu sehen

1,25 mal 2,50 Meter groß sind die auf Leinwänden entstandenen Graffiti, die ihre Standorte neben Borna West auch in der Thomas-Müntzer-Straße, Magdeborner Straße und in der Dinterschule selbst gefunden haben. Ursprünglich waren auch ein Trafohäuschen in Gnandorf und die Bushaltestelle am Breiten Teich angedacht, „allerdings haben wir für ersteres noch keine Erlaubnis, und die Haltestelle war uns zu gefährlich, was den Vandalismus betrifft“, begründete Rabold.

Die Sieger-Entwürfe für das Graffiti-Projekt. Quelle: Julia Tonne

Lino Sayah-Sepanlou war ob der Umsetzung der Bilder sichtlich beeindruckt. „Die Formate der Leinwände waren schon recht ungewöhnlich, um mit der Spraydose Details darzustellen“, macht er deutlich. Dennoch hätten die Schüler mit viel Geduld und Motivation ihre auf A4-Blätter gezeichneten Entwürfe hervorragend auf die großen Flächen übertragen.

Für den Künstler selbst war die Arbeit an expressionistischen Werken ein Novum. „Es ist eher selten, dass berühmte Werke aus der Vergangenheit als Graffiti umgesetzt werden.“

Die Künstlerin Martha Schrag. Quelle: LVZ

Dass die Graffiti auf Leinwänden entstanden sind, ist der Tatsache geschuldet, dass die Bilder künftig eine Wanderausstellung sein sollen. Rabold kann sich vorstellen, ein bis zweimal im Jahr die Werke und deren Standorte zu tauschen, damit alle überall zu sehen seien. Nur das Bild in West wird wohl auf Dauer bleiben. Der Grund ist einfach: Es ist das einzige Bild im Querformat.

Im Frühjahr, so hofft Rabold, werde das Kijupa gemeinsam mit den Künstlern und interessierten Bornaern einen Rundgang anbieten und zu den einzelnen Werken Hintergründe erläutern. Einen Termin aber gebe es noch nicht. Sayah-Sepanlou geht davon aus, dass die Bilder – alle lackiert und wetterfest gestaltet – nicht übersprüht werden. „Unter den Sprayern gibt es den Ehrenkodex, die Arbeiten anderer nicht anzurühren“, sagt er.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach drei Jahren des Leerstands ist wieder Bewegung im Erdgeschoss des sogenannten Stadthauses in Groitzsch. Derzeit laufen hier Umbau- und Sanierungsarbeiten. Auf knapp 90 Jahre Tradition eines Lebensmittelladens soll eine Physiotherapie-Praxis folgen.

24.02.2018

Das Bornaer Rathaus bekommt derzeit eine komplett neue Brandmeldeanlage. Weil die bisherige immer wieder verrückt gespielt hat, kam es zu zahlreichen Fehlalarmen. Das hat für Aufregung gesorgt.

22.02.2018

Die Künstler Jiang und Sebastian Harbort aus Kitzen möchten noch mehr Kinder fürs Malen, Zeichnen und Bildhauerarbeiten begeistern. Nach ihren erfolgreichen Ferienkursen denken sie nun an eine feste Gruppe. Das Interesse ist auf beiden Seiten vorhanden.

24.02.2018
Anzeige