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Borna Wesley Petermann zeigt Pelze aus Rötha im schweizerischen Zermatt
Region Borna Wesley Petermann zeigt Pelze aus Rötha im schweizerischen Zermatt
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18:44 14.01.2016
Wesley Petermann (r.) mit DJ Antoine im Nobelskiort Zermatt. Quelle: Marc Kronig
Rötha

Im Nobelskiort Zermatt in der Schweiz trägt man Pelz. Vielleicht nicht gerade auf der Piste, dafür aber beim Flanieren durch das hoch gelegene Städtchen. Genau die richtige Gegend also für einen Jungdesigner, der seine Modelinie mit Pelz krönt. Wesley Petermann, 21 Jahre alt, geboren in Brasilien, aufgewachsen in der Schweiz, zeigte zum Saisonauftakt in Zermatt Pelze aus Rötha.

Der junge Mann mit der dunklen Hautfarbe und dem zu einem auffälligen Turm hochfrisierten Haar macht seit 2014 eine Ausbildung in der Kürschnerei Meinelt in Rötha. Er ist dort aber nicht einfach nur Lehrling, sondern auch so etwas wie ein extravagantes Aushängeschild. Er hat schon eine Ausbildung zum Modedesigner absolviert und besitzt ein eigenes Modelabel mit dem Titel Wisly.

Der Name prangte nun in Zermatt über der Bühne beim Fashion-Weekend, zu dem auch eine Modenschau von drei jungen Designern gehörte. Einer war Wesley Petermann. Fünfzehn Minuten lang zeigten mehrere männliche und weibliche Models dessen Kreationen. Die Pelzstücke darunter – Mäntel, Jacken, Oberteile, Ärmel, Kragen, Schals – hatte er während seiner Freizeit im Röthaer Betrieb „mit Unterstützung der ganzen Firma“ hergestellt, wie er sagt. „Das Handwerk, das ich in Rötha erlerne, hat mir für diese großartige Präsentation sehr geholfen, da ich von über 60 Jahre altem Kürschnerwissen profitieren kann und darf“, zeigt er sich dankbar.

Für Petermann selbst, der seit vier Jahren zum ersten Mal wieder die Schweiz besuchte, war der Auftritt beim Fashion-Weekend eine mehrfache Premiere. Obwohl der junge Mann bei Adoptiveltern in der Schweiz aufwuchs, war er zuvor noch nie in Zermatt. Nun hatte er gerade hier am Fuße des Matterhorns die Gelegenheit, seine Pelz-Designs erstmals vor Publikum zu zeigen. Das war zwar nicht unbedingt Fachpublikum, weil die Modenschauen eher den Charakter von Events hatten, doch schauten jede Menge Urlauber zu und darunter, wie Wesley Petermann sagt, auch gut betuchte.

Verkauft wird nach einer Modenschau in der Regel nichts, zumal es die Stücke, wenn es nicht Accessoires sind, nicht von der Stange gibt, sondern die werden auf Bestellung angefertigt. „Es ergibt sich aber immer etwas“, sagt der Jungdesigner. Einen, noch dazu einen prominenten Träger seiner Mode hat Weslay Petermann in Zermatt auf jeden Fall gefunden: Den angesagten House-DJ Antoine, bekannt durch Titel wie „Welcome to St. Tropez“ und „Ma Chérie“. Die beiden kannten sich zuvor nicht, liefen sich über den Weg und sprachen sich an: „Weil wir beide Pelz trugen“, wie Petermann sich erinnert. Künftig, freut sich der 21-Jährige, werde DJ Antoine das Gesicht seiner Marke sein. „Das ist eine große Ehre für mich“, betont er.

Zurück in Rötha arbeitet er weiter an seiner Karriere. Neben der Tüftelei an neuen Designs steht ihm in diesem Jahr erst einmal die Gesellenprüfung bevor. Sein Prüfungsstück wird ein Mantel sein, aus Fell vom Nutria oder vom Kalb. Danach, verrät er, würde er gern als Mitarbeiter in der Kürschnerei in Rötha bleiben. „Wenn der Chef mich nimmt.“

Von André Neumann

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