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Wetterdaten in Borna: Warum es in Neukirchen wärmer ist als in Wyhra

Meteorologie Wetterdaten in Borna: Warum es in Neukirchen wärmer ist als in Wyhra

Es gibt sie, die feinen kleinen Unterscheide auch zwischen den Dörfern, die zu Borna gehören. Speziell auch beim Wetter. Jemand wie Sebastian Schroth kann das nachweisen.

Hobby-Meteorologe Stefan Ladisch in Wyhra bei der Arbeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukirchen/Wyhra. Es gibt sie, die feinen kleinen Unterschiede zwischen den Dörfern, die zu Borna gehören. Speziell auch beim Wetter. Jemand wie Sebastian Schroth kann das nachweisen. Der 36-Jährige betreibt seit mehr als 16 Jahren eine kleine Wetterstation in und an seinem Haus in Neukirchen. Zusammen mit seinem Freund Stefan Ladisch, der seine Geräte in Wyhra aufgebaut hat. Seither beobachten sie das Wetter in den beiden Borna Ortsteilen und werten es aus. Und deshalb wissen sie, dass es in Neukirchen wärmer ist als in Wyhra, das keine zwei Kilometer entfernt liegt.

Das macht ein Blick auf die Statistik der beiden Wetterbeobachter deutlich, die allmonatlich und auch fürs ganze Jahr erstellt wird. So lag die jemals gemessene Höchsttemperatur in Neukirchen bei 39 Grad. Gemessen am 7. August 2015. In Wyhra waren es nur 38,7 Grad. Immer noch jenseits der menschlichen Körpertemperatur, aber eben unter dem Neukirchener Wert. Umgekehrt war es am 7. Januar 2009 in Wyhra deutlich kälter als in Neukirchen. Es war der Tag, an dem die bisher niedrigste Temperatur in den beiden Ortsteilen ermittelt wurde – minus 21,6 Grad in Neukirchen und nahezu sibirische 28,5 Grad in Wyhra.

Schroth, von Haus aus Diplom-Informatiker und Teamleiter bei einem Software-Entwickler, erklärt das Temperaturgefälle: „Wyhra liegt niedriger.“ Zudem ist der Ort von Feldern umgeben, „da verdunstet das Wasser schneller“. Der Temperaturunterschied zwischen beiden südlichen Bornaer Ortsteilen sei bisweilen körperlich spürbar – an lauen Sommerabenden, wenn Schroth, auch bekannt als Trainer der Bornaer Volleyball-Damen, bei 17 Grad in Wyhra losradelt, um dann bei 22 Grad zu Hause in Neukirchen anzukommen.

Bleibt die Frage, wie jemand dazu kommt, sich privat über das gewöhnliche Maß zwischen Wetter-App und Tagesschau mit Wetterkarte für den Alltagsaufreger Nummer eins hinaus zu interessieren. „Das habe ich schon als Schüler gern gemacht“, sagt Schroth und denkt an die Wetterbeobachtungen, mit den sich jeder Schüler im Heimatkundeunterricht zu beschäftigen hat. Hinzu kommt ein Faible für Statistik und Mathematik, bei Schroth ebenso wie bei seinem Stationskollegen Ladisch, der selbstredend von Nutzen ist, wenn es darum geht, Wetterdaten auszuwerten, auch wenn das im wesentlichen eine Sache der Technik ist.

Die steht zunächst bei Schroth im der guten Stube: eine Basisstation, in der alle Wetterdaten zusammenlaufen. Der Regenmesser ist an der Laube im Garten angebracht, der Windmesser befindet sich logischerweise auf dem Dach, und die Temperatur wird in zwei Meter Höhe im Schatten gemessen. Die Daten werden aller drei Minuten erfasst und landen später auf der Homepage der Wetterstation Neukirchen/Wyhra (www.wetter-nw.de), auf die an manchen Tagen immerhin bis zu 100 Nutzer zugreifen.

Für die beiden Betreiber der Station handelt es sich um ein Hobby, das zur Folge hat, dass sie das Mikroklima in Wyhra wie Neukirchen in puncto Temperatur, Niederschlag und bisweilen auch den Luftdruck lückenlos erfassen. Deshalb kann Sebastian Schroth sofort sagen, wann es während seiner Zeit als Wetterbeobachter die längste Trockenperiode im Neukirchen gab. „Im März 2007.“ Konkret vom 24. März an fiel kein Tropfen mehr – 30 Tage lang. Den wärmsten Dezember hinsichtlich des monatlichen Durchschnittswertes gab es 2015 mit 7,2 Grad. Der Juli 2011 ist mit einem Durchschnittswert von 17,6 Grad als der kälteste Juli in die Annalen der Wetterstation eingegangen.

Schroth und Ladisch wissen auch, an welchem Tag der meiste Regen im schönen Wyhratal fiel. „Am 12. August 2002“, der Zeitpunkt, als es zum Jahrhunderthochwasser kam. Damals fielen unglaubliche 86,5 Liter Regen am Tag. So viel fällt sonst binnen eines ganzen Monats.

Von Nikos Natsidis

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