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Borna Wetterkapriolen: Nur durchschnittliche Getreideernte im Landkreis Leipzig
Region Borna Wetterkapriolen: Nur durchschnittliche Getreideernte im Landkreis Leipzig
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00:21 30.09.2017
Nach schlechten Obsternten haben die Landwirte im Landkreis eine mäßige Getreideernte eingefahren Quelle: Foto:: dpa
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Landkreis Leipzig

Das Wetter in der Region hat in diesem Jahr nicht nur vielen Einwohnern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vor allem Landwirte in der Pflanzenproduktion haben mit den Folgen zu kämpfen. Die Getreide- und Rapsernte sind durch, die Erträge waren vielerorts zwar durchschnittlich, doch hat die Qualität der Körner zum Teil stark unter den Witterungsbedingungen gelitten. „Die Wintergerste war gut, damit zeigen sich die meisten zufrieden. Beim Weizen wurde die Ernte von starken Niederschlägen unterbrochen. Der Ertrag, der vorher gedroschen wurde, war gut. Aber danach hat die Qualität teils stark gelitten“, fasst Dietmar Mühlberg, Fachbearbeiter Pflanzen bei der Informations- und Servicestelle Rötha des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, zusammen.

Diana Lehmitz ist bei der Beiersdorfer Pflanzenproduktion als Prokuristin tätig, sie sagt: „Es war lange kalt, im Frühjahr dann sehr trocken. Dann gab es sehr heiße Phasen im Juni, die den Pflanzen geschadet haben. Sie konnten sich nicht optimal entwickeln.“ Die Folge: Gewicht Größe und Beschaffenheit eignen sich nicht zum Backen. Mangelhaftes Getreide wird als Futtermittel verkauft – zu einem geringeren Preis.

Niedrige Erträge gab es in diesem Jahr vor allem in der Rapsernte. „Wir haben da etwa 25 Prozent weniger als sonst“, sagt Konrad Kretzschmar, Leiter der Pflanzenproduktion bei Agrarprodukte Kitzen. Wieder ist das Wetter Schuld: „Hier spielen nicht nur die Witterungsbedingungen in diesem Jahr eine Rolle. Schon bei der Aussaat im vergangenen Herbst war es zu trocken“, erklärt der Fachmann.

Wenn Ertrag und Qualität schlecht sind, nehmen die Unternehmen weniger Geld ein. „Aber die Kosten für Pflanzenschutzmittel, Geräte und Co. bleiben die gleichen oder steigen sogar“, erklärt Diana Lehmitz, die neben ihrer Tätigkeit als Prokuristin auch Geschäftsführerin beim Mittelsächsischen Getreideerzeuger- und Absatzverein ist und die Situation vieler Betriebe kennt. Zwar habe es erntetechnisch schon schlechtere Jahre gegeben – „mit Hagel, schlimmen Unwettern oder sogar Hochwassern“ – trotzdem sieht sie die Situation kritisch. Kretzschmar ergänzt: „Über die Preise entscheiden nicht wir Betriebe, nicht mal Deutschland. Das wird global ausgehandelt.“ Diese Situation ist aus der Milchproduktion bekannt. Die Landwirte kriegen immer weniger Geld, können ihre Kosten kaum bis überhaupt nicht decken. Die internationale Konkurrenz ist groß. „Wenn hier die Ernte schlecht ist, kann sie woanders gut sein“, so Kretzschmar.

Besonders für kleinere Betriebe sind die finanziellen Unsicherheiten groß, sagt Diana Lehmitz. „Wir in Beiersdorf können als relativ großer Betrieb kleinere Verträge schon vor der Ernte abschließen, weil wir gewisse Erträge garantieren können. Aber kleine Betriebe müssen oft bis zur Ernte warten“, erklärt sie.

Von Nathalie Helene Rippich

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