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Wetterkapriolen dieses Sommers setzten den Landwirten zu

Wetterkapriolen dieses Sommers setzten den Landwirten zu

Erst in der vorigen Woche wurde in der Region das letzte Getreide vom Halm geholt. Ausdruck für die Wetterkapriolen in diesem Sommer, die den Landwirten zu schaffen mach(t)en.

Rötha. Mit dem wirtschaftlichen Ergebnis der Getreideernte dürften sie dennoch zufrieden sein.

Normalerweise sind die Mähdrescher im Bornaer Raum Mitte August und im höher gelegenen Geithainer Raum eine Woche später mit dem Einfahren des Getreides fertig. In diesem Jahr zog sich die Ernte aber drei bis vier Wochen länger hin. „Wir hatten den nassesten August seit der Wetteraufzeichnung", beschreibt Dietmar Mühlberg von der Außenstelle Rötha des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie das Problem und Extrem.

Die auf 13 Prozent der Anbaufläche herangewachsene Gerste, die als erstes gedroschen wird, machte noch keine Sorgen. 75 bis 80 Dezitonnen je Hektar schluckten die Bunker der Mähdrescher. Das liegt laut Mühlberg leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Auch mit der Qualität der Körner konnten die Bauern sehr zufrieden sein. Während der Weizenernte aber kippte das trockene und heiße Wetter. Mit Folgen. Einerseits reifte das Getreide kaum, andererseits versackte die schwere Technik auf den Feldern. Die Nässe und niedrigen Temperaturen zehrten an der Qualität des wichtigsten Anbauproduktes der Landwirte - immerhin wuchs in der Region auch in diesem Jahr auf jedem dritten Hektar des Ackerlandes Weizen heran. So konnte ein Großteil schließlich nur noch als Futterweizen eingeholt werden, weil die „Körner in der Ähre schon auskeimten", wie Mühlberg erläutert. Der Ertrag von 70 bis 85 Dezitonnen je Hektar konnte sich allerdings sehen lassen.

Vor allem aber bekamen die Landwirte in diesem Jahr für das Getreide gutes Geld, sofern sie sich nicht mit Vorverträgen zu sehr gebunden hatten. „Der Preis für den Futterweizen lag dieses Mal besser als für den sehr guten Weizen des vorigen Jahres", erläutert der stellvertretende Amtsleiter in Rötha, Hans-Jörg Heilmann. Für den guten Brotweizen gab es in der Spitze 20 Euro je Dezitonne, für den Futterweizen bis zu 16 Euro. Das war fast der doppelte Preis als 2009. Mittlerweile liegen die Erlöse aber wieder niedriger, haben sich bei 13 Euro eingepegelt. Die Preisentwicklung wurde laut Mühlberg auch durch weltweite Entwicklungen angefacht. Ertragsausfälle in Russland, Weißrussland, der Ukraine, den USA und Kanada hätten sich ebenso niedergeschlagen wie das Exportverbot in Putins und Medwedews Reich. Mühlberg verdeutlicht, dass es für die hiesigen Landwirte existenziell wichtig war, das Getreide einmal gut verkaufen zu können. „Durch die schlechten Preise in den vergangenen zwei Jahren haben sie Federn gelassen." Aufgrund der hohen Erntekosten sei es aber dennoch „kein Superjahr" gewesen.

Statt im Brot landet nun allerdings ein Großteil des Weizens im Futtertrog. Hier ist die Mischfutter-Industrie der Abnehmer, erklärt Heilmann. Teile des Weizens werden zum Beispiel auch nach Zeitz geliefert, wo die Körner zu Biokraftstoff verarbeitet werden.

Übrigens hat Mühlberg mit seiner langen Erfahrung schon mal ein Jahr erlebt, in dem das letzte Getreide noch später vom Halm kam. „1997 war im Raum Geithain der letzte Weizen erst am 8. Oktober runter."

Frank Prenzel

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