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Borna Wetterstation im Bornaer Süden misst keinen Rekordsommer
Region Borna Wetterstation im Bornaer Süden misst keinen Rekordsommer
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17:00 21.02.2019
Hobby-Meteorologe Sebastian Schroth an seinem Regenzähler. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukirchen

Entertainer Rudi Carrell hatte im vergangenen Jahr keine Chance. Die berühmte Frage des niederländischen Showmasters („Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“) wurde 2018 jedenfalls ausführlich beantwortet. Deutschland erlebte bekanntlich einen als Jahrhundertereignis wahrgenommenen Sommer.

„Trotzdem war 2018 nicht das wärmste Jahr“, sagt Sebastian Schroth. Der Diplom-Informatiker und Volleyball-Trainer ist einer der beiden Meteorologen, die seit 2003 die Wetterstation Neukirchen-Wyhra betreiben. Die Statistik zeige klipp und klar: „Da hatten wir schon wärmere Jahre.“

2018 war in Neukirchen zu warm

Natürlich waren die zurückliegenden zwölf Monate im langjährigen Mittel zu warm. Etwa zwei Grad, was 2018 eine Durchschnittstemperatur von elf Grad bedeutet. Die Jahre 2007 (11,15 Grad) und 2014 (11,2 Grad) waren aber wärmer; anno 2015 wurden in Neukirchen ebenfalls elf Grad als Jahresdurchschnittstemperatur gemessen.

37 Grad am 7. August in Neukirchen

Der 7. August 20018 war mit 37,2 Grad der wärmste Tag des Jahres. Mit minus 14,3 Grad war der 27. Februar der kälteste Tag. Die besondere Wahrnehmung des letzten Jahres als einer außerordentlich langen Sommerperiode lässt sich wohl auch durch die vergleichsweise geringe Zahl an Regentagen erklären. Lediglich an 132 Tagen gab es Niederschlag in Neukirchen, während im Jahr zuvor an immerhin 165 Tagen Regen oder Schnee aktenkundig wurden.

Ähnlich sieht es nach Angaben von Sebastian Schroth bei der jährlichen Regenmenge aus. Pro Quadratmeter wurden 2018 im südlichen Bornaer Ortsteil 441 Liter registriert. „Das sind 74 Prozent des Durchschnitts der Jahre 1960 bis 1990. Die 30 Jahre gelten als Referenzzeitraum für die Einordnung meteorologischer Daten. Im Jahr 2017 wurden 734 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. „Es war das niederschlagärmste Jahr seit 2003.“

Februar war in Neukirchen besonders trocken

Besonders trocken war der Februar. „Da hatten wird nur fünf Tage mit Niederschlag“, so Schroth weiter. Macht ganze vier Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Vergleichsweise viel ging im Dezember auf Neukirchener Erde herunter: 70 Liter pro Quadratmeter, nach einem trockenen Oktober und November. Regenarm waren auch die Monate von April bis Juni. 20 bis 30 Liter regen pro Quadratmeter in dieser Zeit waren nur 30 bis 50 Prozent der üblichen Regenmenge.

85 Sommertage in Neukirchen

Erklären lässt sich das spezielle Wetter 2018 durch eine unübliche Großwetterlage. Anders als normalerweise wurde das Wetter in Mitteleuropa und damit auch im Wyhratal nicht von den Tiefdruckgebieten vom Atlantik bestimmt. Für das schöne Wetter sorgte ein stabiles Hochdruckgebiet über Deutschland. Es gab 85 Sommertage, also Tage, an denen die Temperatur mehr als 25 Grad betrug. Im Jahr zuvor waren es 53. Ähnlich sieht es bei den so genannten heißen Tagen aus, Tagen, an denen das Quecksilber im Thermometer die 30-Grad-Marke reißt. Das war 2018 an 29 Tagen der Fall (2017: 13 Tage).

74 Frosttage in Neukirchen

Immerhin: Im Jahr 2018 gab es auch 74 Frosttage. Also Tage, an denen die Temperatur zumindest einmal auf unter null Grad sank. 19 davon waren Eistage. An diesen Tagen stieg die Temperatur überhaupt nicht in den Plusbereich.

April war deutlich zu warm

Deutlich zu warm war in jedem Fall der April. Mit 13,7 Grad lag die Durchschnittstemperatur mehr als fünf Grad über dem langjährigen Durchschnitt. An einem Apriltag wurden sogar 27,9 Grad registriert.

Von Nikos Natsidis

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