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Borna Wettkampf hinter Gittern
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02:00 08.06.2011
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Regis-Breitingen

Dort findet die norddeutsche Vorrunde des Laufprojektes „Jugend bewegt sich über Grenzen" statt, das seit 2007 in deutschen Jugendgefängnissen ausgetragen wird. Baumann ist Mitinitiator und Schirmherr des Projektes, das den Delinquenten persönliche Grenzerfahrung ermöglichen und Aggressionen abbauen soll.

Dass Laufen die psychische Ausgeglichenheit fördert, wussten schon die alten Griechen. Und als Dierk Bublitz, Sportlehrer in der JVA Rockenberg (Hessen), Dieter Baumann vor sechs Jahren darauf angesprochen hatte, ein Laufprojekt für Jugendstrafgefangene zu starten, dürfte auch er die Vision gehabt haben, dass die Strafgefangenen übers Laufen an neue Sichtweisen geführt werden könnten. Sie haben klein angefangen: Mit je zwei Anstalten in Hessen und Baden-Württemberg. Inzwischen sind 28 von bundesweit 31 Jugend-Justizvollzugsanstalten mit dabei. Über eine süd- beziehungsweise norddeutsche Vorausscheidung können sich jeweils sechs Teams zu je fünf Mann für das Bundesfinale dieser Halb-Marathon-Staffel am 24. Juni in Neustrelitz qualifizieren.

Auch die Jugendlichen der JSA Regis-Breitingen haben in den vergangenen Wochen trainiert und wollen als Gastgeber des ersten Halbfinals unbedingt das Ticket nach Neustrelitz lösen. „Am Freitag findet die Vorrunde Nord in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen statt. Zwölf Mannschaften aus verschiedenen Anstalten treffen sich zum Wettkampf", kündigte Anstaltsleiter Uwe Hinz an. Nach seinem Motivationstraining zur Auftaktveranstaltung am 2. Mai in der JVA Laufen-Lebenau (Bayern) kommt Dieter Baumann am Freitag nun auch nach Regis-Breitingen. Mit einem Abgesandten des Sächsischen Justizministeriums wird der Olympiasieger die Mannschaften auf die Strecke über das Anstaltsgelände und bei der Siegerehrung im Anschluss die qualifizierten Teams nach Neustrelitz schicken.

Das Lauftraining in den Mannschaften und die Herausforderung des Wettkampfes mit anderen Anstalten hat durchaus etwas mit Resozialisierung zu tun. Sich mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen, das sei wie im normalen Leben, erläutern die Initiatoren. Und genau da möchten die meisten der auf die schiefe Bahn geratenen Jugendlichen hin. Ziel des Projekts ist es, möglichst vielen Jugendstrafgefangenen die Freude am Laufsport zu vermitteln und sie „in Bewegung zu bringen". Insgesamt nehmen in diesem Jahr 23 Jugendmannschaften aus 15 Bundesländern an „Jugend bewegt sich über Grenzen" teil. Zwölf dürfen am 24. Juni nach Neustrelitz.

Thomas Lieb

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