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Borna Wettlauf gegen die Flutung: Baumstämme werden aus Schlossteich geborgen
Region Borna Wettlauf gegen die Flutung: Baumstämme werden aus Schlossteich geborgen
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00:40 14.04.2018
Columbus-Mitarbeiter bergen Baumstämme aus dem Schlossteich Rötha. Der wird nach der Sanierung seit Montag wieder befüllt. Quelle: privat
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Rötha

Seit Montag wird der Schlossteich in Rötha wieder mit Wasser befüllt. Er war im vergangenen Herbst abgelassen worden. Nachdem eine mechanische Entschlammung des Teiches schon aus finanziellen Gründen nicht in Frage kam, wurde die natürliche Variante des Auswinterns gewählt.

Das hat zwar durch den lange Zeit sehr milden Winter nicht so ganz funktioniert. Immerhin konnten aber die Ufer mit Wasserbausteinen saniert werden. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, außerdem standen Leader-Fördermittel, ein Anteil der Stadt und eine Spende des Fördervereins zur Verfügung.

Aufregung zu Wochenbeginn

Für ein paar Stunden herrschte Anfang dieser Woche noch einmal helle Aufregung rund um den Teich. Als nämlich über den geöffneten Einlassschieber das erste Wasser aus der kleinen Pleiße in den Teich strömte, wurde festgestellt, dass noch Bäume im Schlamm des Gewässers lagen, die der Januar-Sturm Friederike umgeweht hatte.

Walter Christian Steinbach, der Vorsitzende des Fördervereins „Rötha – Gestern. Heute. Morgen.“ sprach von einem Schildbürgerstreich. „Wie viel einfacher wäre es gewesen, wenn man die Reihenfolge umgekehrt hätte – erst beräumen und dann ,Wasser marsch’“, schrieb er am Dienstag in einem Vereinsrundbrief. Zugleich lobte Steinbach Hans-Joachim Keil und dessen Mitarbeiter vom Röthaer Stützpunkt des Columbus Vereins.

Wettlauf mit der Flutung des Teiches

Die bemühten sich seit Dienstagmorgen, die Bäume aus dem aufsteigenden Wasser zu holen, stiegen dazu teils mit Wathosen in den Schlamm. „Es ist ein Wettlauf mit der Flutung des Teichs!“, schrieb Steinbach. Ohne den Einsatz von Achim Keil, betonte er, wäre „der berechtigte Spott der Röthaer nicht ausgeblieben und wir hätten uns nicht wieder um Spenden oder Ähnliches zu bemühen brauchen“.

Mitglieder des Fördervereins nach der Pflanzaktion im Schlosspark. Quelle: Walter Christian Steinbach

Keil selbst sah sich derweil Anschuldigungen und Vorwürfen ausgesetzt, weil die Bäume erst so spät geborgen wurden. „Deutschland lebt nur noch von Theoretikern, Praktiker gibt es kaum noch“, wehrt er sich dagegen und blickt zurück auf die Wochen seit dem Sturm. „Erst war es zu schlammig, um die Bäume herauszuholen, dann waren sie im Schlamm festgefroren“, erklärt er, warum es nicht eher möglich war.

In einer Art Feuerwehraktion holten seine Mitarbeiter am Dienstag weitgehend in Handarbeit mit Säge und Seilen zwei Bäume aus dem Teich, gingen dabei teils mit Wathosen in den Schlamm. Auf der anderen Seite des Teiches bleiben zwei kleiner Bäume drin, die müssten nun später geborgen werden, wenn der Teich ein nächstes Mal abgelassen wird, sagte Keil.

Unterdessen haben Mitglieder des Fördervereins am zurückliegenden Wochenende 16 Rhododendren im Schlosspark gepflanzt. Die Pflanzen seien alle von Röthaern gespendet worden, freut sich Vereinsvorsitzender Walter Christian Steinbach.

Von André Neumann

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