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Borna Whiskyfreunde genießen flüssiges Sonnenlicht
Region Borna Whiskyfreunde genießen flüssiges Sonnenlicht
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00:27 02.09.2015
Zehnjähriger zum Zehnjährigen: Herbert Grunau (r.) bereitet mit Kassenwart Marc Zborala die Verkostung vor. Quelle: Roger Dietze
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Pegau

Er sollte es wissen: Der Elstertrebnitzer ist der Kopf der Pegauer Whiskyfreunde, die sich seit zehn Jahren in regelmäßigen Abständen im Pegauer Café Heinold am Markt einfinden, um hier - so wie am Sonnabend - im Rahmen eines kleinen Jubiläumstreffens über das schottische Nationalgetränk zu philosophieren. Und es selbstredend zu verkosten. In überschaubaren Mengen, versteht sich. "Whisky ist ein alkoholisches Getränk, das man genießt", stellte der 63-jährige Dozent für Medienwissenschaft klar.

Deshalb sei der Preis auch nur ein Thema von untergeordneter Bedeutung. Nichtsdestotrotz werde bei den regelmäßigen Verkostungen das Preis-Leistungsverhältnis beachtet. "Zu Arnstädter Clubmitgliedern, die kürzlich einen 430 Euro teuren Whisky aus eine geschlossenen Destillerie verkostet haben, habe ich gesagt, dass sie spinnen würden", so Grunau, demzufolge man bei aller Liebe zum Whisky keinen Kult um diesen mache. "Wir lachen uns ein ums andere Mal darüber scheckig, was manche professionellen Verkoster aus einem Whisky alles herausschmecken wollen", berichtete er. Gleichwohl wisse man selbstredend um die geschmackliche Vielfalt des Whiskys sowie darum, dass es eine große qualitative Bandbreite gebe. "Nach 1990 haben wir erst einmal festgestellt, was Whisky wirklich ist, standen uns bis dahin doch nur solche aus den östlichen Bruderländern zur Verfügung", sagte Grunau, von dem gemeinsam mit dem damaligen Ratskeller-Betreiber Frank Mädler vor zehn Jahren die Initiative zur Etablierung des Clubs ausging.

Seitdem hat der Elstertrebnitzer laut eigener Aussage den rund 40 Clubmitgliedern um die 150 verschiedene Whiskysorten vorgestellt. Dabei hätten die Mitglieder die Erkenntnis gewonnen, dass die besten Sorten noch immer aus Schottland kommen.

Was ihren "Chef" nicht davon abhielt, am vergangenen Sonnabend auch einen in Singapur destillierten Whisky vorzustellen, der mit den übrigen vier zur Verkostung stehenden Sorten gemein hatte, dass er zehn Jahre lang gereift war.

Reifen, so sieht es Herbert Grunau, muss ganz offensichtlich bei so manchem Zeitgenossen auch die Erkenntnis, dass es sich beim Alkohol um eine Weltkultur handelt. "Denn nicht jeder respektive jede vermag zwischen Alkohol trinken und verkosten zu differenzieren."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.08.2015
Roger Dietze

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