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Borna Wie SPD-Mitglieder im Kreis Leipzig unter dem Zustand der Partei leiden
Region Borna Wie SPD-Mitglieder im Kreis Leipzig unter dem Zustand der Partei leiden
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11:02 28.02.2018
Zuschauer halten Plakat hoch SPD Mitglied sucht soziale Gerechtigkeit , News, Politik, Wahlkampfauftritt SPD, xtgx Spectators hold Billboard vertical SPD Member searches social ones Justice News politics Election campaign appearance SPD xtgx  Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

 Ein aufrechter Sozi zu sein ist schwer in diesen Tagen. Die Verwerfungen in der SPD in Berlin machen auch gestandene Sozialdemokraten an der Basis verrückt. Wie im Landkreis Leipzig, wo sich die SPD-Ortsvereine derzeit mit der bevorstehenden Mitgliederbefragung über die Neuauflage der großen Koalition befassen. „Es ist zum Weinen“, sagt der Bornaer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Oliver Urban. Und der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin, seit einem halben Jahr SPD-Mitglied, ergänzt: „Wir sollten vielleicht mal zum Arzt gehen.“ Die Gemengelage beim Parteivolk lässt sich als gemischt beschreiben.

Oliver Urban, Bornaer SPD-Ortsvereinsvorsitzender Quelle: Privat

Urban ist jedenfalls sprachlos angesichts dessen, was sich auf der Berliner Bühne derzeit bietet. Von den Werten Solidarität und Gerechtigkeit, für die die SPD seit Jahrzehnten stehe, keine Spur. Der bisherige Parteichef Martin Schulz habe zuletzt eine Glaubwürdigkeit gehabt, „die gegen null geht“. Und weiter: „Es wäre Horror gewesen, wenn er auch noch Außenminister geworden wäre.“ Im SPD-Ortsverein Borna und Umgebung ist die Meinung der Mitglieder über eine neuerliche GroKo geteilt.

Im SPD-Ortsverein Wurzen hat sich der Wind nach Angaben von Parteichef Heinz Richert etwas gedreht. „Bei uns gibt es jetzt eine Mehrheit für ein große Koalition.“ Das sah vor wenigen Wochen noch anders aus. Richert lobt das Ergebnis der Berliner SPD-Verhandler. Schließlich sei „der eine oder andere in der CDU unzufrieden“, weshalb es sich um ein erfreuliches Ergebnis handeln müsse. Richert hätte nichts gegen ein Urwahl des neuen SPD-Vorsitzenden. Zudem sei es Zeit, „dass eine Frau Vorsitzende wird“.

SPD-Neumitglied und Wurzens OBM Jörg Röglin. Quelle: LVZ

Der Wurzener Rathauschef Röglin gehört zu Richerts Ortsverein. Er ist nach wie vor Gegner einer Neuauflage des Berliner Regierungsbündnisses. Zugleich verweist er darauf, dass die SPD als Regierungspartei in den letzten vier Jahren etliches erreicht habe, etwa den Mindestlohn oder die Mietpreisbremse – „und am Ende reden wir nur übers Personal“. Röglin macht die Glaubwürdigkeit seiner Partei zu schaffen. „Darüber kann man nur mit dem Kopf schütteln.“ Zugleich fordert er, die Politik und seine Partei müssten sich der Riesenherausforderung der nächsten Jahre, der Digitalisierung, stellen. In diesem Zusammenhang sei intensiver über die Frage der Gerechtigkeit zu sprechen.

Markus Bergforth SPD-Kreisvorsitzender und Kandidat zur Bundestagswahl sieht das Ergebnis der Sondierungsverhandlungen...

Gepostet von SPD Kreisverband Leipzig am Donnerstag, 18. Januar 2018

Karin Heimann hat schwere Zeiten hinter sich. Als Sozialdemokratin der ersten Stunde im Leipziger Land war sie nahe dran, den Bettel hinzuschmeißen. Die Vorsitzende des SPD-Ortsverein Groitzsch/Pegau hätte es jedenfalls nicht nachvollziehen können, wenn die SPD die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen abgelehnt hätte. Am Donnerstag zeichnete sich bei einer Ortsvereinsversammlung eine Mehrheit für die große Koalition ab. „Was danach kam, ist verzwickt.“ Die SPD-Spitze führe eine Personaldebatte zur schlechtesten Zeit.

Karsten Schütze plädiert für Urwahl der SPD-Spitze

Auch Karsten Schütze könnte aus der Haut fahren, wenn er den Zustand seiner Partei sieht. Der Vorsitzende der Kreistagsfraktion von SPD und Grünen, im Hauptberuf Markkleeberger Oberbürgermeister, verweist dabei auf zwei Aspekte – die innerparteilichen Diskussionen und das Ergebnis der Koalitionsgespräche. „Da konnte sich die SPD durchaus einbringen.“ Schließlich habe die SPD auch eine Verantwortung für Deutschland und Europa. „Wir brauchen eine stabile Regierung.“ Schütze, dessen Markkleeberger Ortsverein sich über fünf Neuzugänge in den letzten Wochen freuen kann, ist ebenfalls für eine Urwahl der neuen Nummer eins der SPD. Grundsätzlich wäre eine Frau eine gute Lösung, weshalb sich am besten „mehrere Kandidatinnen zur Wahl stellen sollten“.

Von Nikos Natsidis

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