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Wie aus kahlem Land eine Seenlandschaft wird

Wie aus kahlem Land eine Seenlandschaft wird

Wohl noch nie ist der einzigartige Landschaftswandel in und um Borna und darüber hinaus derart ausführlich dargestellt worden wie in dem Buch "Das Mitteldeutsche Seenland".

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240 Seiten stark: das Buch von Frank Junge und Lothar Eismann beleuchtet die Entstehung der vielen Seen im ehemaligen Braunkohlengebiet.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Darin beleuchten die Autoren Lothar Eissmann und Frank Junge die Entstehung der 70 Seen in einem Gebiet zwischen Merseburg, Leipzig, Altenburg und Borna.

Autor Junge ist nach wie vor fasziniert vom fantastischen Wandel in den letzten Jahrzehnten. "Hier entsteht eine völlig neue Landschaft" - mit Seen, und das in einer Region, in der es früher außer ein paar Löschteichen und Fischzuchtgewässern überhaupt kein Wasser gab. Junge: "Das war immer eine kahle flache Landschaft." Und der Wandel ist menschengemacht. Junge und sein Mitstreiter Eissmann stellen die Entwicklung aller Seen im Süden des Mitteldeutschen Seenlands vor - vom größten Gewässer, dem Zwenkauer See, bis hin zum kleinen Wilhelmschacht. Der befindet sich in Borna, wo die Entwicklung, in deren Konsequenz schließlich die neuen Gewässer entstanden sind, an der Wende zum 19. Jahrhundert mit dem Abbau von Torf begann. Das 240-Seiten starke Buch, in diesem Jahr im Sax-Verlag in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen, gibt einen vollständigen Überblick über die Seenlandschaft, als deren Mittelpunkt Borna in gewisser Weise durchaus gelten kann.

Etwa über das Speicherbecken Witznitz, das von 1950 bis 1954 zu einem Brauch- und Hochwasserspeicher für die Flüsse Wyhra und Eula umgebaut wurde. Natürlich auch geht es auch um das Speicherbecken Borna, bekannt als "Adria", das im Zeitraum von 1967 bis 1979 entstand. Nicht zu vergessen die zahlreichen Altbergbau-Kleinseen wie der Wilhelmschacht, das Tagebaurestloch Kraft I in Thräna sowie weitere Kippenseen und zu guter letzt der Breite Teich.

Dabei ist dem habilitierten Geologen Junge, der an der Bergakademie Freiberg studiert hat und als Privatdozent arbeitet, und seinem Mitstreiter Eissmann, einem Schüler des wohl bekanntesten sächsischen Geologen Kurt Pietzsch, auch wichtig, auf die geschichtliche Dimension des Bergbaus zu verweisen. Der habe es schließlich ermöglicht, die Erd- und auch die Menschheitsgeschichte vor Ort zu erkunden. "Es gibt Spuren, die auf eine Besiedlung der Gegend durch Menschen vor 200 000 Jahren hinweisen", sagt Junge. Gefunden wurden sie zehn Meter unter der heutigen Erdoberfläche. Prominentester Sachzeuge ist das Bornaer Mammut, das 1908 entdeckt und im Zweiten Weltkrieg in Leipzig im Bombenhagel zerstört wurde.

Junge und Eissmann geht es mit ihrem umfangreichen Buch auch darum, den Menschen vor Ort ihre Heimat nahe zu bringen. Junge betont: "Die Menschen sollten ihre Heimat annehmen" - nach der Kohle mit ihren auch verheerenden Folgen für die Umwelt ebenso wie heutzutage, wenn zu den zahlreichen attraktiven Seen auch der Grundwasseranstieg kommt. "Zwei Generationen hatten kein Wasser im Keller", sagt der Leipziger Wissenschaftler vom Jahrgang 1962. Jetzt steigt das Wasser wieder auf sein natürliches Niveau.

Die Autoren Eissmann und Junge haben bereits ein zweites Projekt im Blick: ein Buch, in dem die Seenlandschaft nördlich von Leipzig im Mittelpunkt steht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.08.2013

Nikos Natsidis

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