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Borna Wie der Buddhismus nach Leipzig kam: Bornaer Gymnasiasten gewinnen mit Forschungsarbeit
Region Borna Wie der Buddhismus nach Leipzig kam: Bornaer Gymnasiasten gewinnen mit Forschungsarbeit
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00:19 23.06.2017
Vivien Mai Schwenke (l.) und Sophie Größel (r.) vom Gymnasium Am Breiten Teich in Borna gehören zu den Gewinnern des Geschichtswettbewerbes auf Bundesebene. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Mit vietnamesischen Studenten und Gastarbeitern kam der Buddhismus einst in die DDR und auch nach Leipzig. Seit 2004 gibt es dort ein buddhistisches Gemeindehaus. Eine Geschichte, die bisher kaum beleuchtet wurde. Das hat sich geändert. Dafür haben Vivien Mai Schwenke und Sophie Größel gesorgt. Die beiden Zehntklässlerinnen des Bornaer Gymnasiums Am Breiten Teich haben geforscht. Heraus kam eine 50-seitige Arbeit, für die die Schülerinnen nun als Landessieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet werden. Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte.“

Geschichtsinteressiert sind die 16-jährigen Mädchen schon lange, wie Steffi Kohlmetz, Geografie- und Geschichtslehrerin am Teichgymnasium, sagt. Dass sie sich dann aber den vietnamesischen Buddhisten in Leipzig und Umgebung widmeten, hat etwas mit der Biografie von Vivien Mai Schwenke zu tun. Ihr Vater ist Vietnamese und ein Teil ihrer Familie sind Buddhisten. Mit ihrer Freundin Sophie Größel führte sie Gespräche mit Zeitzeugen, etwa mit einer buddhistischen Nonne. Außerdem recherchierten die Schülerinnen, die in Rötha zu Hause sind, in der Leipziger Außenstelle der Stasiunterlagen-Behörde. Nicht zuletzt nahmen sie auch Kontakt mit dem Goethe-Institut in Hanoi auf.

Ihre Lehrerin Steffi Kohlmetz würdigt deshalb den besonderen Fleiß der Mädchen. „Sie haben Interviews geführt und waren im Archiv.“ Thomas Bergner, Mitarbeiter im Bornaer Museum und seit Jahrzehnten Experte für Lokalgeschichte in Borna, betreute die Schülerinnen während ihrer Arbeit. Allerdings hatte er nicht allzu viel zu tun. „Ich habe nur ein paar Anstöße gegeben.“

Sophie und Vivien sind in der Geschichts-AG, eins der Ganztagesangebote an der Schule, und dort ist die Arbeit bisweilen so spannend, „dass wir manchmal die Zeit vergessen“, wie die Lehrerin sagt. Dass die beiden Mädchen sich – im Jahr des Reformationsjubiläums – nicht mit dem Christentum, sondern der Religion aus Fernost beschäftigten, dürfte die Juroren bei der Hamburger Körber-Stiftung ebenfalls beeindruckt haben. Die Stiftung, die vom Hamburger Unternehmer Kurt A. Körber gegründet wurde, organisiert den Wettbewerb.

Die Arbeit, an der die Mädchen mehr als ein halbes Jahr saßen, trägt den Titel: „Wenn du zurück zur Quelle willst, musst du gegen den Strom schwimmen.“ Darin kommen die Autorinnen zu dem Ergebnis, dass die Eröffnung eines buddhistischen Gemeindehauses in Leipzig für die Buddhisten in und um Leipzig von großer Bedeutung ist.

Am Mittwoch sind Sophie Größel und Vivien Mai Schwenke mit den anderen sächsischen Preisträgern im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig, wo sie ausgezeichnet werden. Zudem haben sie die Chance, einen von insgesamt 50 Bundespreisen zu gewinnen, wie Programmleiterin Carmen Ludwig von der Körberstiftung sagt. Deren Träger und ihre Tutoren sind dann am 22. November zu Gast bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Der Wettbewerb geht auf die Initiative des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und der Körberstiftung im Jahr 1973 zurück. Ziel sei es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken, sagt Programmleiterin Ludwig weiter. Der Wettbewerb, an dem seither 141 000 junge Leute teilgenommen haben, findet aller zwei Jahre statt.

Dennoch führt der Weg der Teilnehmer nicht zwangsläufig zum Geschichtsstudium. Auch bei den beiden Bornaer Gymnasiastinnen nicht. Sophie Größel spielt mit dem Gedanken, Ärztin zu werden. Vivien Mai Schwenke möchte Sprachen studieren. Damit fängt sie in gewisser Weise bereits jetzt an. Nach den Ferien beginnt sie ein Austauschjahr in China, das Studium der chinesischen Hochsprache Mandarin eingeschlossen.

Von Nikos Natsidis

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