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Wie die Kohle geklungen haben könnte

Wie die Kohle geklungen haben könnte

Wer wissen will, wie es in der Entstehungszeit der Braunkohle geklungen hat oder wenigstens geklungen haben könnte, der sollte ins Museum am Reichstor gehen. Dort wurde vorgestern Abend die Ausstellung "Geosound" eröffnet, die genau das zum Inhalt hat.

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Pauline Braune, Sophire Penquitt und Lina Märtens (von links), Gymnasiastinnen aus Markkleeberg und Leipzig, stellen im Museum das Projekt "Geosound" vor. Die neue Ausstellung läuft zwei Monate.

Quelle: Thomas Kube

BORNA. Dahinter verbergen sich Kompositionen von Schülern aus Deutschland und Polen, die sich in Regie des Leipziger Vereins Flügelschlag/Werkbühne ein Jahr lang intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

Wenn die 50 Millionen Jahre der Kohle-Entstehung mit einem Jahr gleichgesetzt werden, wäre das Jahrhundert der Kohleförderung 63 Sekunden lang. Zu den insgesamt 50 Schülern, die an dem Projekt "Geosound" mitgewirkt haben, gehören Sophire Penquitt, Pauline Braune vom Markkleeberger Hildebrandt-Gymnasium sowie Lina Märtens vom Evangelischen Schulzentrum Leipzig. Sie haben sich ein Jahr lang mit dem Thema beschäftigt. Entstanden sind gewissermaßen sphärische Klänge, die die Besucher bei der Ausstellungseröffnung auch zu hören bekommen. "Es ist Programmmusik", erläutert Achtklässlerin Lina Märtens fachmännisch, die Geige spielt und die sich mit ihren beiden Mitstreiterinnen ein Jahr lang jede Woche getroffen at, um an den Kohle-Klängen zu arbeiten. Dazu gehörte die Beschäftigung mit dem Thema, etwa durch ein Besuch im Kraftwerk Lippendorf oder eine Exkursion in den Tagebau, aber auch Vorträge von Geologen. Wissenschaftlich begleitet wurden die Schülerinnen vom renommierten Leipziger Geologen Frank Junge. Der Autor bekannter Werke wie der Bücher "Das Mitteldeutsche Seenland" oder "Beucha. Dorf der Steine" ist der Spiritus rector des Projekts.

Im Museum sind die Ergebnisse der einjährigen Arbeit, ein Musikstück von etwa 30, 35 Minuten Länge, gut zwei Monate lang zu hören. Eingespielt wurde die Musik, die vor dem geistigen Auge des willigen Zuhörers durchaus Bilder aus der Urzeit mit Moor, Eiswüsten und subtropischen Meeren, aber auch Mammut, Urpferd und Säbelzahnkatze entstehen lässt, vom Mendelssohn-Kammerorchester. Das Leipziger Ensemble, das vor 14 Jahren gegründet wurde, hat die Komposition der Schüler, die jetzt zwischen 14 und 16 Jahre alt sind, bei einem Konzert in Görlitz uraufgeführt.

Die Schüler kommen neben Leipzig und Markkleeberg aus Görlitz sowie dem polnischen Zgorzelec und Krakau, allesamt Gegenden, in denen der Kohlebergbau jahrzehntelang von Bedeutung war, wie Anja-Christin Winkler vom Verein Flügelschlag/Werkbühne erläutert. Betreut wurden die Schüler aus Markkleeberg und Leipzig vom Leipziger Komponisten Steffen Reinhold. Sie entwickelten gemeinsam ein Musikstück, in dem sich alles um die Braunkohle und ihre Entstehung dreht. Die Schüler komponierten Motive, die im Tonstudio eingespielt und mit Hilfe elektronischer Soundverarbeitung auf einer Website zu einer einjährigen Komposition zusammengeführt wurden.

Jede Schülergruppe, so Anne-Christin Winkler, vom Verein Flügelschlag/Werkbühne weiter, hatte einen bestimmten Zeitabschnitt musikalisch umzusetzen. Lisa Märtens, Pauline Braune und Sophire Penquitt beschäftigten sich mit der Warmzeit. Zu sehen sind im Museum zudem künstlerische Arbeiten einer Dresdner Schülergruppe zum Thema.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2014
Nikos Natsidis

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