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Wieder Hochwasser in Elsterregion

Wieder Hochwasser in Elsterregion

Elstertrebnitz. Besonders die Einwohner in Elstertrebnitz, die ihre Grundstücke am Mühlgraben haben, waren erneut vom Hochwasser betroffen – und frustriert.

. „Der Ort bekommt ein neues Absperrwehr, aber das dauert vier bis fünf Jahre", sagte Axel Bobbe, Leiter des Röthaer Betriebes der Landestalsperrenverwaltung. „Ordentlicher Hochwasserschutz ist nicht in kurzer Zeit zu machen."

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sorgte das Hochwasser der Weißen Elster für Probleme. Nach den ergiebigen Regenfällen vom Donnerstag stieg der Elsterpegel am Freitag stark an. Erneut wurden Teile der Aue bei Gatzen, die Wiesen zwischen Groitzsch und Pegau sowie der dortige Sportplatz und mehrere Parzellen der Gartenanlage am Alberthain überschwemmt.

Auch für die Anwohner des Mühlgrabens in Elstertrebnitz spitzte sich die Lage zu. Bereits am Freitag stand das Wasser wie schon vergangenen Sonntag im Garten von Hans-Joachim Zühlke im A-Dorf. Gerade war der Rentner mit den Aufräumarbeiten fertig, schon drang das Wasser noch weiter in sein Grundstück vor. „Langsam geht es an die Substanz", sagte der 67-Jährige mit sorgenvollem Blick auf die braune Brühe.

Bei Nachbar Ronny Steiger hatte die Feuerwehr zum wiederholten Mal eine Sandsackmauer errichtet, um das Haus zu schützen. „Bei jedem Hochwasser spült uns der Fluss einen knappen halben Meter von unserem Grundstück weg. Von der Flussmeisterei hat sich da noch keiner blicken lassen. Jeder schiebt die Probleme auf eine andere Behörde", schimpfte der 32-Jährige.

Bürgermeister Klaus Sommer zeigte sich ebenfalls verärgert: „Seit 2002 reden wir, dass ein Abschlagwehr an der B2 gebaut werden soll, damit das Wasser in der Elsteraue bleibt. Im letzten Jahr ist dort die Brücke neu gebaut worden, doch das Wehr gibt es immer noch nicht. Wir werden hier als Stiefkind behandelt."

Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung stellte klar: „Die Elstertrebnitzer sind nicht Bürger zweiter Klasse." Natürlich sei das erneute Hochwasser für die Anwohner frustrierend, doch seine Behörde könne nicht überall gleichzeitig bauen. Bisher seien ins Leipziger Land viele Millionen Euro in den Hochwasserschutz geflossen – nur noch nicht in die Elsterregion. Man habe sich zuerst um Städte wie Grimma, Döbeln und Eilenburg an der Mulde kümmern müssen, für die das Jahrhunderthochwasser vor acht Jahren verheerende Folgen hatte. Auch entlang von Wyhra und Pleiße sei im Leipziger Südraum eine Menge passiert. Elstertrebnitz habe nicht zur dringendsten Kategorie gehört und sei daher erst jetzt dran. Wo der Mühlgraben unter der B 2 fließt, werde ein neues Absperrwehr für mehrere Millionen Euro entstehen. Aber das dauere, von heute auf morgen sei da nichts zu machen. Bobbe rechnet mit vier bis fünf Jahren. Bis dahin sei das Dorf bei Hochwasser in der Weißen Elster leider weiterhin betroffen „und wir können wirklich nichts machen", so der Talsperrenmeister. Nur das neue Wehr bringe nachhaltigen Schutz.

Nach den hohen Pegelständen am Freitag habe sich die Lage am Wochenende entspannt, sagte Bobbe weiter. Bis auf die Weiße Elster, für die am Sonntag immer noch Alarmstufe 2 galt. Im Rückhaltebecken Regis-Breitingen habe die Talsperrenmeisterei Hochwasser gestaut. Außer in der Elsterregion habe es keine weiteren Überschwemmungen gegeben.

Olaf Becher und Claudia Carell-Domröse

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