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Borna Wieder Protest gegen das Seehaus
Region Borna Wieder Protest gegen das Seehaus
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14:02 19.05.2015

Die Gemeinde reagierte und lädt für Montag zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in Kahnsdorf ein. Von dort liegen der Gemeinde an die 100 Widersprüche vor.

Auslöser der jüngsten Proteste ist ein behördliches Verfahren. Für das Seehaus muss die Gemeinde ihren Flächennutzungsplan ändern, und in dem Rahmen ist eine öffentliche Bürgerinformation erforderlich. Die fand vor gut zwei Wochen statt. Der Widerstand vieler Kahnsdorfer, der dort sichtbar wurde, hat die Gemeindeverwaltung offenbar überrascht. Formal richten sich die Einsprüche gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes wegen einer generellen Ablehnung der Ansiedelung des Seehauses. Die Begründung ist in den allermeisten Fällen die gleiche: Anlieger vor allem der teuren Lagunen-Grundstücke fürchten um den Wertverlust ihrer Immobilien, wenn in der Nähe eine offene Einrichtung mit Straftätern arbeitet.

Der Kahnsdorfer Michael Günther, Gemeinderat der CDU in Neukieritzsch, hat Verständnis für dieses Argument und schaut sehr kritisch auf Borna, sagt: "Wir sind gelinkt worden." Dort sei die Ansiedelung des Seehauses mit dem Argument der touristischen Erschließung abgelehnt worden. "Seitdem sehe ich dort nichts in dieser Richtung." Am Hainer See aber, wo sich viel entwickelt hat, da solle diese Einrichtung nun angesiedelt werden. Günther gehörte im März vorigen Jahres zu den sechs Gemeinderäten, die nicht für den Standort stimmten, neun waren für die Ansiedelung.

Der Gemeinderat habe sich laut Bürgermeister Henry Graichen (CDU) damals unter anderem an den Erfahrungen des Seehauses in Baden-Württemberg orientiert, an denen am aktuellen Interims-Standort in Störmthal und an der Meinung der unmittelbaren Nachbarn, der Freizeitdienstleister am Nordufer des Hainer Sees. Die hätten keine Probleme gesehen.

Das neuerliche Aufbegehren dürfte auch damit zusammenhängen, dass erst die Ausmaße der künftigen Einrichtung deutlicher werden. Günther: Am Anfang war von sechs Jugendlichen die Rede, jetzt hört man von 30." Tatsächlich kann vermutlich noch nicht genau gesagt werden, wie viele Wohngruppen mit Elternfamilie und bis zu sechs Strafgefangenen am Hainer See betreut werden, weil das auch vom Bedarf und von der Zahl der für diese offene Haftform in Frage kommenden Straftäter abhängt. Im Sommer sprach Stefan Krehl, der damalige Leiter in Störmthal, von zunächst zwei Wohngruppen. Mittlerweile heißt der Leiter Steffen Hofmann. Gebaut werden soll auf dem Areal mit Platz für bis zu fünf Gruppen. Außerdem ist eine Kindertageseinrichtung vorgesehen, die die Diakonie Leipziger Land betreiben will. Stefan Winkelmann, zuständiger Bereichsleiter bei der Diakonie wird das Konzept vorstellen.

Noch viel spannender dürfte sein, wie Tobias Merckle, der geschäftsführende Vorstand des Seehaus-Vereins am Montagabend den Widerständen in Kahnsdorf begegnen wird. Auch ihn hat die Gemeinde zu dieser Veranstaltung eingeladen. Bürgermeister Graichen spricht in dem Zusammenhang nicht von Protest und Widerständen. Er sieht "Informationsbedarf" und möchte mit der Veranstaltung Fragen beantworten. Dennoch findet er gegenüber den Seehaus-Gegnern deutliche Worte: "Ich erwarte von denjenigen, die sich dazu äußern, dass sie sich mit den Inhalten auseinandersetzen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2014
Neumann, André

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