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Wiederauer verärgert über Umleitungsverkehr

Wiederauer verärgert über Umleitungsverkehr

Zwar führt die offizielle Umleitung der Groitzscher B-2-Baustelle über Neukieritzsch, doch wer sich auskennt, nimmt die inoffizielle Route über Großstorkwitz und Wiederau - denn die ist viel kürzer.

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Die B 2 bei Kobschütz ist immer noch gesperrt. Viele Autofahrer fahren stattdessen über Wiederau und Großstorkwitz.

Quelle: Mathias Bierende

Groitzsch/Pegau. "Ich fahre selbst viel Auto und kann Pendler verstehen, dass sie bei uns lang fahren. Aber so, wie es derzeit läuft, kann es nicht weitergehen", sagt Ortsvorsteher Michael Buth.

 

 

Der Wiederauer ist stinksauer. Die Autodichte habe sich massiv erhöht. Einwohner von Großstorkwitz hätten sich neulich am Morgen mal zwanzig Minuten an die Straße gestellt und fast 200 Autos gezählt. "Aber es geht vor allem darum, wie einige Autofahrer sich in den Ortschaften benehmen", so Buth. "Da herrscht zum Teil eine Rücksichtslosigkeit, das ist nicht zu fassen!" Hohe Geschwindigkeiten, geringer Abstand zu Fußgängern und Fahrradfahrer seien Riesenprobleme. Für Kinder und ältere Leute, die auf den Bus angewiesen sind, sei es "sehr gefährlich", zumal Großstorkwitz im halben Ort keinen Fußweg habe. Die Katze eines Wiederauers sei neulich vor den Augen des Besitzers überfahren worden, "der Autofahrer hat nicht mal angehalten", ist Buth entrüstet.

Der Ortschaftsrat fordert Tempo 30 für Autofahrer und regelmäßige Kontrollen - und wandte sich mit Unterstützung der Stadt Pegau ans Straßenverkehrsamt in Borna. Die Antwort war negativ. "Über diese Entscheidung bin ich massiv verärgert", sagt Buth. Zumal dies keine kurzfristige Situation sei. Wie berichtet, soll im nächsten Jahr die B 2 von Audigast bis Kobschütz grundhaft ausgebaut werden - das könnte ein halbes Jahr lang dauern. Wo die Pendler in dieser Zeit lang fahren, sei jetzt schon klar. Michael Buth fordert deshalb das Amt auf, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Zwar fand schon einmal eine Geschwindigkeitskontrolle statt, "aber zwischen 14 und 15 Uhr hat die keinen Sinn", kritisiert der Wiederauer. Zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend müsste es seiner Meinung nach blitzen.

 

 

Joachim Ponitka, Leiter der Straßenverkehrsbehörde in Borna, weist die Forderung zurück. Die offizielle Umleitung führe über Neukieritzsch und werde, zumindest vom Fernverkehr, auch genutzt. Zudem gebe es in Wiederau bereits eine 30er Zone für LKW "und die bremsen auch die PKWs aus", so Ponitka. "Viel mehr ist da nicht zu machen." Was Geschwindigkeitskontrollen betrifft, dafür sei das Amt für Rechts-, Kommunal- und Ordnungsangelegenheiten zuständig.

 

 

Dessen Leiter Klaus-Thomas Kirstenpfad sagte gestern auf LVZ-Anfrage, dass in Wiederau bereits mehrere Messungen durchgeführt wurden. Dabei sei "nur eine geringe Anzahl von Geschwindigkeitsübertretungen" festgestellt worden. Neben offiziell ausgeschilderten Umleitungen würden auch bekannte Ausweichstrecken bei Kontrollen einbezogen. Nach bisherigen Messergebnissen und der Einschätzung der Straßenverkehrsbehörde werde die Strecke in Wiederau und Großstorkwitz "nicht als Gefahrenschwerpunkt" eingeschätzt. Ein dringender Handlungsbedarf bestehe nicht. Unabhängig davon würden jedoch weitere Kontrollen stattfinden.

 

 

Derzeit läuft auf der B 2 der dritte Bauabschnitt von Rüssen-Kleinstorkwitz bis Kobschütz, wo Asphalttragschicht aufgebracht und Randverbreitungen eingebaut werden, informierte Markus Heier, Leiter der Leipziger Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Als nächstes erfolge der Einbau von Asphaltbinder und Asphaltdeckschicht. Weiterhin seien noch Randanpassungen, Zufahrten und Beschilderungen herzustellen sowie Fahrbahnmarkierungen aufzubringen. Wenn das Wetter hält, soll noch im November die Straße frei gegeben werden, so Heier.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2014
Carell-Domröse, Claudia

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