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Borna Windenergie: Regionalplan sorgt für Zündstoff
Region Borna Windenergie: Regionalplan sorgt für Zündstoff
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00:38 19.04.2018
Diese geplante Vorrang-Fläche für Windenergienutzung führte im Neukieritzscher Gemeinderat zu einer heftigen Debatte. Quelle: Patrick Moye
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Neukieritzsch

Die Gemeinde Neukieritzsch stimmt dem Entwurf für die Fortschreibung des Regionalplanes Westsachsen zu. Heftigen Streit gab es im Vorfeld um eine Fläche, die in dem Entwurf als Vorrang-Fläche für Windenergie ausgewiesen wird. Die Verwaltung bezog den Standpunkt, an der Ausweisung dieser Fläche sei nicht zu rütteln. Einige Gemeinderäte forderten dagegen, Neukieritzsch müsse gegen diesen „Windpark“ vorgehen.

Gebiet dürfte bald Windpark werden

Es geht um ein Gebiet, welches sich knapp zwei Kilometer lang und gut einen halben Kilometer breit entlang der neuen B 176 zwischen Neukieritzsch und Groitzsch auf verkipptem Tagebaugelände erstreckt. Nach Beachtung aller rechtlichen Ausschlusskriterien und Wertung aller Kriterien, die eine Fläche für Windenergienutzung sinnvoll machen, haben die Regionalplaner diesen Standort unter der Bezeichnung Breunsdorf als eine von 18 in Frage kommenden Windenergieflächen in Westsachsen aufgelistet.

Damit ist das zwar noch nicht automatisch ein Windpark. Da aber die Investoren für Windenergie in Wartestellung stehen, kann damit gerechnet werden, dass es bald einer wird, wenn der Plan Gesetzeskraft erlangt.

Verwaltung: Keine Argumente mehr gegen Planung

„Die Leute können erwarten, dass es von uns Widerstand gibt“, machte Horst Tilke (CDU-Fraktion), einer der schärfsten Gegner dieser Planung, im Gemeinderat deutlich. Demgegenüber machten sowohl Bauamtsleiter René Hertzsch als auch Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) klar, dass die Verwaltung keine Argumente mehr gegen diese Planung finde, da alle gesetzlichen Vorgaben eingeflossen seien. Das Gebiet befinde sich unter anderem mehr als einen Kilometer von den nächsten Häusern entfernt.

Hallert: Windpark sollte weiter in den Tagebau

Eine Betrachtungsweise, mit der Helga Hallert (Linke), wenig anfangen konnte. Es dürfe nicht sein, sagte sie, dass Argumente deswegen ausgeschlossen würden, weil sie nicht gesetzeskonform seien, sondern nur dem gesunden Menschenverstand entspringen.

Auch wenn die Mindestabstände zu den Wohnbebauungen eingehalten würden, sollte man aus ihrer Sicht trotzdem darauf drängen, den Windpark weiter in den Tagebau zu verschieben und zu drehen, so dass die Längsseite nicht direkt an die Straße mit dem Radweg grenzt.

Tilke verweist auf das Kraftwerk

Tilke, Mitglied der Bürgerkontaktgruppe Industriegebiet Böhlen/Lippendorf brachte angesichts der eingehaltenen Grenzen und Bedingungen einen Vergleich ins Spiel: „Als das Kraftwerk Lippendorf gebaut wurde, ist auch versichert worden, es werde nicht schlimm“, erinnerte er. Tatsächlich hätten die Bewohner der umliegenden Dörfer regelmäßig mit Verschattung durch die hohen Dampfwolken zu tun.

Gemeinde ergänzt Vermerk

Nach teils heftig geführtem Wortwechsel einigte man sich im Gemeinderat darauf, die Stellungnahme der Gemeinde um einen Vermerk zu ergänzen, wonach bezüglich der Windenergiefläche Abstimmungs- und Veränderungsbedarf bestehe.

Von André Neumann

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