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"Wir haben gespielt wie die Götter" - Groitzscher Spielleute unter Top 10 der Welt

"Wir haben gespielt wie die Götter" - Groitzscher Spielleute unter Top 10 der Welt

Was für Weltmeisterschaftstage! Die dreißig Musiker der Groitzscher Spielleute sind jetzt noch ganz aus dem Häuschen. Sie kamen unter die Top 10 der Welt. "Es war so toll", sagt Vereinschef Heiko Krumbholz.

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Marschparade der Groitzscher im Kopenhagener Stadion. Ihre Konfettikanone hat Luftschlangen abgeschossen - das soll es erstmals bei der WM gegeben haben.

Quelle: Verein

Groitzsch. 50 Vereine aus der ganzen Welt starteten Anfang Juli bei der WM der World Association of Marching Show Bands.

Los ging es am vergangenen Mittwoch mit der Eröffnung im großen Stadion in Kopenhagen. Musiker der dänischen Königin spielten auf, dazu klatschten mehr als 3000 WM-Akteure. Dort erfuhren die Groitzscher, dass ihre Marschparade im Stadion, die eigentlich schon am Donnerstag geplant war, auf Sonnabend verlegt wurde - wegen eines Uefa-Cup-Spiels. Erst waren sie ein bisschen traurig, doch dann erwies es sich als praktisch, konnten sie so noch etwas üben.

Gleich am Hotel gab es nämlich einen großen Sportkomplex. Günstig, um noch einmal den rund 700 Meter langen Marsch zu trainieren, bei dem exakt gelaufen und musiziert werden soll, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Also fragten die Gäste nach, ob sie den Sportplatz nutzen dürfen. "Die Einheimischen waren gleich begeistert und interessiert", erzählt Krumbholz, der sich über solch eine Gastfreundschaft freute.

Die Straßenparade - neben dem Marsch die zweite Disziplin, bei der die Groitzscher antraten - startete Donnerstag früh. Alles sei generalstabsmäßig organisiert gewesen. Der Bus parkte im Militärbereich, hundert Meter von den Kronjuwelen entfernt. Dann legten die Spielleute zwischen elf und 49 Jahren mit dem Mambo von Herbert Grönemeyer los und liefen mitten durch die City von Kopenhagen, rechts und links viele Zuschauer, die begeistert mitklatschten.

Die Kampfrichter achteten auf Marsch, Musik und Effekte. Dazu gehört zum Beispiel der Wechsel von Horn zu Flöte mitten im Titel. Auch wie der Auftritt beim Publikum ankommt, spielt eine Rolle. Maximal 100 Punkte können erreicht werden. Ab 80 gibt es Silber, ab 85 Gold, darüber kommen noch Gold mit Auszeichnung und Gold mit Prädikat. Wie viele Punkte es für ihre Straßenparade gab, blieb bis zum letzten WM-Tag ein Geheimnis.

Da die Marschparade nun erst am Sonnabend angesetzt war, schauten sich die Spielleute Kopenhagen an, besuchten den nostalgischen Vergnügungspark mitten in der Stadt und fuhren ans Meer baden. Es war zwar nicht so heiß wie in Deutschland, aber für dänische Verhältnisse sehr warm. Auch sahen sie sich im Stadion Vorführungen ihrer Mitkonkurrenten an. Dabei merkten sie, dass sie durchaus mithalten können.

Dann endlich der eigene Auftritt im Stadion. Acht Minuten Spannung und Konzentration. "Wir haben gespielt wie die Götter", ist der Vereinsvorsitzende noch jetzt begeistert. Sicher habe es hier und da kleine Pannen gegeben, auch die eine oder andere Träne wegen eines individuellen Fehlers sei danach geflossen. "Aber wir waren wirklich gut und so was passiert halt. Also haben wir getröstet und gesagt, dass wir ein Verein sind, heute macht der eine den Fehler und morgen der andere." Aufregung mit der Konfettikanone, die Luftschlangen abschoss: Die Gäste waren sich nicht so richtig sicher, ob das überhaupt erlaubt sei. Aber die Kampfrichter machten ihnen Mut - am Ende sei es super angekommen und jemand sagte ihnen, dass es so was bei einer WM noch nicht gegeben habe.

Die Punkte wurden am Sonntag bekannt gegeben. Für ihre Straßenparade erhielten die Groitzscher 81,79 Punkte, das bedeutete Silber und einen guten Mittelplatz. Bei der Marschparade kamen sie auf 84,46 Punkte, verfehlten nur knapp Gold - und landeten auf Platz 10. "Wir gehören zu den Top 10 der Welt!", freut sich Heiko Krumbholz. Doch neben Punkten und guten Plätzen gewannen sie noch mehr: Begeisterung und Euphorie für ihr Hobby, Motivation sowie neue Ideen durch andere Vereine. Und: "Dieses Erlebnis hat uns noch mehr zusammengeschweißt."

www.groitzscher-spielleute.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2015
Claudia Carell

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