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Borna "Wir nehmen Frauen in ihrer Zerrissenheit an"
Region Borna "Wir nehmen Frauen in ihrer Zerrissenheit an"
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14:34 19.05.2015
Sandra Dürrling leitet die Schwangerschaftsberatungsstelle in Pegau. Quelle: Privat

Werdende Eltern mit Fragen, Sorgen und Ängsten finden bei Sandra Dürrling ein offenes Ohr und kompetenten Rat. Im LVZ-Interview erzählt die Sozialpädagogin und Schwangerschaftsberaterin, was seit dem Start dieses neuen Angebots passiert ist und wie es weitergehen soll.

Frage: Was hat sich seit der Eröffnung getan?

Sandra Dürrling: So einiges. Wir sind aber immer noch am Aufbau. Vor allem hat uns die LVZ geholfen, unser neues Angebot publik zu machen. Denn schwangere Frauen mit Fragen oder Problemen müssen ja wissen, dass es uns gibt. Weiterhin sind wir in Gesprächen mit Hebammen und Ärzten, die uns unterstützen, aber auch die Leute auf uns aufmerksam machen. Natürlich haben schon Beratungen und Informationsgespräche stattgefunden. Die ersten Anträge für Stiftungen oder Vorsorgekuren wurden auch schon gestellt.

Wer kommt zu Ihnen und was erwarten ihre Klienten?

Es kommen Schwangere zu uns, die sich rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Unterstützungsmöglichkeiten informieren wollen. Dabei beraten wir jede unabhängig von religiöser Zugehörigkeit, Weltanschauung oder sexueller Orientierung. Die Klientinnen können allein, mit Partner oder Begleitpersonen zu uns kommen. Selbstverständlich wird Jugendlichen und Erwachsenen, die sich über Verhütungsmittel informieren wollen oder einzelne Personen und Paare, die eine Beratung zu sexuellen Problemen benötigen, geholfen. Wir sind auch für Frauen da, die ungeplant oder ungewollt schwanger geworden sind. Diese sind oft verzweifelt, hin- und hergerissen und wissen nicht, wie es mit der Arbeit, dem Partner und finanziell weitergehen soll. Da fließen schon mal Tränen und zuallererst nehmen wir die Frauen in ihrer Zerrissenheit so an, wie sie sind und helfen ihnen dabei, ihre widersprüchlichen Gefühle zu sortieren und ihre eigene Entscheidung für oder gegen die Austragung des Kindes zu finden.

Was hilft da?

Zuhören, eine umfassende Beratung zu staatlichen Leistungen, Hilfe bei Antragstellungen und die Begleitung zu Ämtern helfen schon ein Stück weiter, um die Situation klarer werden zu lassen. Klienten können von uns absolute Schweigepflicht erwarten.

Sie machen auch Prävention und Sexualberatung?

Das auch. Wir haben so zum Beispiel Anfragen von Schulen oder Kindertagesstätten bekommen. Die Veranstaltungen dienen der altersgerechten sexuellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Weiterhin gibt es Veranstaltungen zu Themen wie Körper, Sexualität, Aufklärung, Familienplanung und Prävention von sexuellen Übergriffen. Natürlich stehen die allgemeine Beratung und die Konfliktberatung im Vordergrund.

Welche Kosten fallen an?

Keine. Die Beratung ist kostenfrei für alle, die uns besuchen.

Was erwartet die Klienten bei der allgemeinen Beratung und Konfliktberatung?

Bei der allgemeinen Beratung werden alle Fragen zu staatlichen Hilfen wie Elterngeld, Mutterschutz, Beschäftigungsverbot, Unterhalt, ALG II und so weiter beantwortet. Auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten werden benannt, zum Beispiel die Stiftung "Familie in Not". Gerade Frauen mit geringen Einkommen oder Alleinerziehenden hilft es enorm weiter, wenn sie von der Stiftung Kinderwagen, Möbel und die Erstausstattung fürs Baby finanziert bekommen. Die Konfliktberatung betrifft Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind. Am Ende des Beratungsgespräches stellen wir den Beratungsnachweis aus. Auch Probleme mit dem Partner, Angehörigen oder Arbeitgeber können besprochen werden. Wir beraten auch Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch oder bei Fehl- und Totgeburt und helfen ihnen, mit diesen sehr belastenden Ereignissen zurechtzukommen. Alleinerziehende werden ebenso beraten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2014
Benjamin Berger

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