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"Wir wollen 2015 mit der Umsetzung des Großprojekts Freibad beginnen"

"Wir wollen 2015 mit der Umsetzung des Großprojekts Freibad beginnen"

Die Stadt Borna hat sich in den zurückliegenden zwölf Monaten gut entwickelt. Der Imagewandel werde auch von außen deutlicher wahrgenommen. Davon zeigt sich Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) im LVZ-Interview überzeugt.

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Simone Luedtke

Quelle: Thomas Kube

Borna. Sie geht davon aus, dass im neuen Jahr mit dem Bau des Freibades An der Wyhraaue begonnen wird.

Frage: Frau Oberbürgermeisterin, wo sehen Sie die Stadt Borna am Ende des Jahres 2014?

Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass wir erneut einen großen Schritt nach vorn getan haben. Die Grundidee, die ich für unsere Stadt hatte, sie als soziale, familienfreundliche Stadt zu entwickeln, ist in großen Zügen verwirklicht. Die verbleibenden Aufgaben stehen in den nächsten drei bis vier Jahren zur Abarbeitung an, sprich die Klärung und Sanierung der noch zwei unsanierten Kindereinrichtungen, der zweite Bauabschnitt Grundschule West etc. Was herausragend 2014 war, ist die Fertigstellung der A 72 bis Borna-Nord und die Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes. Borna im Zentrum ist deutlich näher an die beiden Oberzentren Leipzig und Chemnitz gerückt, mit allen positiven Begleiterscheinungen. Eine davon ist die erste Ansiedlung eines europaweit agierenden Logistikunternehmen, der Firma Lekkerland, im Gewerbepark Borna-Ost. Allein die daraus resultierenden positiven Begleiterscheinungen für die Stadt, aber auch für die hier ansässigen Unternehmen werden schon 2015 sichtbar werden. Alles in allem hat unsere Stadt auch in diesem Jahr weiter an Image gewonnen. Die positive Entwicklung der Stadt ist deutlich sichtbar, und unser Imagewandel wird von außen schon länger deutlich wahrgenommen. Darauf können wir alle stolz sein.

Was sind die wichtigsten Projekte 2015?

Da ist die Liste lang von Projekten, die wir 2015 und darüber hinaus angehen wollen. Derzeit befinden wir uns in der Schlussphase der Erarbeitung von Projekten für die neue Efre-Förderperiode 2014 bis 2020. Allein hier stecken Investitionen von rund 13 Millionen Euro drin. Allein die dort enthaltenen Sanierungen der Sporthallen an der Grundschule West und der Sporthalle Ost, die Schließung des Radwegenetzes, die energetische Sanierung des Jugendclubs Gnandorf, die Sanierung der Kindereinrichtung Am Hochhaus, die Schaffung der Barrierefreiheit in unserer Dinterschule und vieles mehr steht auf der Tagesordnung. Für den ländlichen Raum, also unsere Ortsteile, stehen im Jahre 2015 die Leader-Fördermaßnahmen, vorher Ile, auf der Tagesordnung. Dort wollen wir mit einem ähnlichen Paket die notwendigen Fördermittel einwerben.

An Baumaßnahmen werden wir 2015 unter anderem die Herstellung der Planstraße A im Gewerbepark Ost, den Baubeginn des Logistikzentrums Lekkerland, den Kindergarten und den Bau eines Einkaufsmarktes in Borna-Nord, den Bau der Verbindungsstraße von Borna nach Dittmannsdorf, die Geschwister-Scholl-Straße konkret zu begleiten haben, um nur einige zu nennen. Natürlich steht die weitere Vermarktung des Gewerbeparks Borna-Ost ganz oben, um zeitnah neue Unternehmen anzusiedeln. Da unsere anderen Gewerbestandorte mittlerweile komplett verkauft sind, sehe ich hier wirklich gute Chancen.

Wo steht Borna finanziell?

Wir haben trotz der notwendigen Erschließungs- und Baumaßnahmen im Gewerbepark Ost nach wie vor einen grundsoliden Haushalt. Der deswegen notwendig gewordene Nachtragshaushalt wurde problemlos durch das Landratsamt genehmigt. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich die Steuereinnahmen im Jahre 2015 mindestens stabil darstellen, mit der Tendenz nach oben. Somit werden wir auch 2015 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, weiter Schulden tilgen, erneut 500 000 Euro, und alle geplanten Maßnahmen finanziell umsetzen können. Ziel für 2015 ist es, die Eröffnungsbilanz vorzulegen. Damit wäre dann die Umstellung des kommunalen Haushaltes von Kameralistik auf Doppik endgültig abgeschlossen. Offen bleibt, wie von Seiten des Freistaates mit der Thematik "Abschreibungen" umgegangen wird, die ab 2017 haushaltsrelevant wird. Hier muss und wird es Regelungen zur Entlastung der Kommunen geben müssen.

Was ist mit dem Freibad?

Hier gibt es von Seiten des Stadtrates eine klare Beschlusslage im Ergebnis des Bürgerbegehrens. Den werde ich konsequent umsetzen. Heißt: Das Freibad wird nach derzeitigen Maßstäben kommen. Derzeit sitzen die Planer am "Privilegierungsverfahren". Das bedeutet, wenn man im Außenbereich bauen will, dann bedarf es entweder eines Bebauungsplanes oder eines Nachweises, dass ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich an einer bestimmten Stelle, hier das Freibad in der Wyhraaue, errichtet werden darf. Dazu werden eine Vielzahl von verschiedenen möglichen Standorten miteinander verglichen. Dieses Verfahren haben wir nach intensiven Gesprächen im Innenministerium und auf dessen Empfehlung hin gewählt. Das Ergebnis werden wir dann in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen. Ich gehe vom ersten Quartal aus. Dann werden wir die Planungsleistungen ausschreiben und vergeben und wollen nach jetzigem Stand 2015 beginnen, dieses "Großprojekt" umzusetzen.

Frau Oberbürgermeisterin, was sind Ihre Wünsche für 2015?

Für unsere Stadt wünsche ich mir, dass die positive Entwicklung der letzten Jahre weitergeht. Ich bin mir sicher, dass uns das gemeinsam, damit meine ich Bürgerschaft, Vereine, Stadtrat und Verwaltung, gelingen wird. Besonders wünsche ich mir, die schnelle "Füllung" des Gewerbeparks Ost und dass uns auch weiterhin gelingt, die negative Tendenz in der demografischen Entwicklung deutlich zu verlangsamen. Steigende Geburtenzahlen und mehr Zuzug als Wegzug in unsere Stadt lassen begründete Hoffnungen zu, dass uns das gelingt. Ganz persönlich wünsche ich allen Bornaerinnen und Bornaern einen guten Start ins neue Jahr und vor allem viel Gesundheit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.12.2014
Nikos Natsidis

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