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?Wir wollen Kultur in Borna erlebbar machen?

?Wir wollen Kultur in Borna erlebbar machen?

Der Volksplatzverein hat die neuen Kulturförderrichtlinien stark kritisiert. Auf der Stadtratssitzung in der letzten Woche wurden sie mit knapper Mehrheit beschlossen.

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Seit letztem Jahr Vorsitzender des Volksplatzvereins: Falk Opelt.

Quelle: J. Richter

Borna. Grund genug für die LVZ, mit Volksplatzvereinschef Falk Opelt über das neue Regelwerk zu sprechen.

Frage: Der Stadtrat hat die neuen Kulturförderrichtlinien beschlossen - was haben Sie dagegen?

Falk Opelt: Prinzipiell ist es ein richtiger Schritt, ein Regelwerk für die Kulturförderung zu schaffen. Es gab in der Vergangenheit Veranstaltungen, welche seitens der Stadt als förderfähig angesehen wurden, im engeren Sinn mit "Kultur" aber wenig gemeinsam hatten. Ein Beispiel sind Après-Ski-Partys. Hier gab es Diskussionen im Sozialausschuss, weswegen diese "Biertrinkerveranstaltungen" gefördert werden sollten. Das sind Grauzonen, die nun mit einem neuen Regelwerk beseitigt sein sollten.

Welche Auswirkungen hat die neue Richtlinie für die Arbeit Ihres Vereins?

Wir sind zunächst einmal froh, dass der Passus, demzufolge jede Veranstaltung nur noch mit 1000 Euro gefördert werden sollte, heraus genommen worden ist. Andernfalls wäre kein Verein mehr in der Lage gewesen, herausragende Veranstaltungen zu organisieren. Aber es bleiben Unklarheiten, konkret im Hinblick auf die Nutzungsvereinbarung, die wir mit der Stadt haben. Da gibt es zum Beispiel den Passus in unserer Nutzungvereinbarung, dass wir alles bis zum 28. Februar eines Folgejahres abzurechnen haben. In der Richtlinie wird aber der 31. Dezember als Stichtag genannt.

Warum sehen Sie sich als ein Verein, der anders ist als andere?

Weil wir andere Aufgaben wahrnehmen. Wir kümmern uns nicht nur um unsere Mitglieder. Unsere Aufgabe ist es, Kultur für die Bürger in und um Borna erlebbar zu machen. Wir erhalten mit unserer Arbeit eine Arena, die bis zu 10 000 Leuten Platz bietet. Wir haben als Volksplatzverein ganz andere Ansprüche, und dazu brauchen wir ein Budget, um das auch umzusetzen. Etwa unser Erntedankfest, das etwa 4000 Euro kostet. Bisher dachten wir, das sei vollständig förderfähig, aber das sieht schon anders aus, wenn wir abends eine Band auftreten lassen. Dafür brauchen wir auch Rücklagen.

Es stehen aber seitens der Stadt Vorwürfe im Raum, Sie hätten noch nicht alle Rechnungen für das letzte Jahr vorgelegt.

Es gibt immer mal wieder Irritationen, wenn etwa Rechnungen an mich persönlich gehen. Das hängt damit zusammen, dass wir als Volksplatzverein nur ein Postfach als Adresse angeben können, viele Firmen das aber nicht als Rechnungsadresse akzeptieren, so dass die Rechnungen dann an mich als den Vereinsvorsitzenden gehen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir jetzt mit allen Rechnungen für das letzte Jahr durch sind und dass die Abrechnung für das Jahr 2012 fristgemäß bei der Stadt Borna eingegangen ist.

Bedeutet die neue Richtlinie, dass Sie Veranstaltungen streichen müssen?

Das Leben geht auch mit der neuen Richtlinie weiter. Wir werden weiter Fördergelder beantragen, ohne zu wissen, was wir am Ende bekommen beziehungsweise ob überhaupt, auch weil ja noch kein städtischer Haushalt für dieses Jahr beschlossen worden ist. Wir haben kein Budget, und da ist es dann schwierig, wenn wir Künstler ein Jahr im Voraus buchen wollen und müssen.

Gefährdet die neue Kulturförderrichtlinie am Ende den Volksplatzverein insgesamt?

Nein, das wohl nicht. Gefährlich wird es aber, wenn die Stadt bei ihren Kulturausgaben kürzen muss.Interview: Nikos Natsidis

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2013

Nikos Natsidis

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