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Borna Wir wühlen im Müll - Marcel Heinrich erhält Auszeichnung
Region Borna Wir wühlen im Müll - Marcel Heinrich erhält Auszeichnung
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19:39 18.04.2013
Bekam von der Zukunftsstiftung Südraum Leipzig einen Preis für eine wissenschaftliche Arbeit: Marcel Heinrich. Quelle: André Neumann

Der 35-Jährige erhielt vor wenigen Tagen in Markranstädt von der Zukunftsstiftung Südraum Leipzig den Preis für eine wissenschaftliche Arbeit.

"Wir wühlen im Müll", ist die zugegebenermaßen etwas saloppe Beschreibung Heinrichs für seinen Job bei der Firma SRW metalfloat Espenhain, einer Tochter von Scholz Recycling. Das Unternehmen bereitet Schredderrückstände - Abfallprodukte des Schrotts - auf. Diese werden zurzeit noch verkauft oder deponiert, erklärt der Mitarbeiter Forschung und Entwicklung. Eine neue Anlage zur Aufbereitung feinkörniger metallhaltiger Abfälle wäre für die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen sinnvoller, sagt er. Eben diese Anlage, die nach den Vorstellungen des Arbeitgebers schon sehr bald in Espenhain entstehen soll, war das Thema seiner Abschlussarbeit des Studiums an der Berufsakademie (BA). Der Bachelor of Science für Labor- und Verfahrenstechnik legte eine gut 60 Seiten starke Bestandsanalyse vor, die mit sehr gut benotet wurde und nun offensichtlich auch die Stiftung überzeugte. Die Arbeit landete nicht in der Schublade, sondern erfuhr in der Zusammenarbeit des Unternehmens mit Studenten der TU Freiberg ihre Fortführung. Seit Oktober vorigen Jahres habe es drei weitere Arbeiten dazu gegeben, sagt Heinrich.

Beruflich hat der Vater einer vierjährigen Tochter schon einiges probiert. Nach der zehnten Klasse erlernte er den Beruf eines Maurers, ging später für acht Jahre bis 2006 als Zeitsoldat zur Bundeswehr. Im Rahmen der Berufsförderung wurde er im zweiten Bildungsweg umweltschutztechnischer Assistent. Schließlich das Studium an der BA. "Im Endeffekt hat es sich gelohnt", sagt Heinrich, der sich darüber im klaren ist, dass er es mit Abitur einfacher hätte haben können. Das habe für ihn damals aber nicht zur Debatte gestanden.

Die Arbeit in Espenhain stelle für ihn einen großen Reiz dar. Das könne er sich durchaus noch ein paar Jahre vorstellen. Im Umfeld der Heimat - die Familie lebt in Grünhain-Beierfeld in der Nähe von Schwarzenberg - habe er nichts Adäquates gefunden. Und so nimmt er die 190 Kilometer täglich in Kauf. "Ich mache aber drei Kreuze, wenn die Autobahn fertig ist."

Die Auszeichnung der Zukunftsstiftung Südraum war übrigens mit 1000 Euro dotiert. Der Preisträger leistete sich dafür ein altes Motorrad und erfüllte sich damit einen lang gehegten Wunsch. Für "gemütliche Touren bei schönem Wetter" sei die Maschine genau richtig. Saskia Grätz

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.04.2013

Grätz, Saskia

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