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Borna Wirbel um weiteren Supermarkt
Region Borna Wirbel um weiteren Supermarkt
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13:56 19.05.2015

Etwa 2000 Quadratmeter zusätzliche Einzelhandelsfläche würden dabei entstehen.

Pro-Pegau-Stadtrat Horst Gutzschebauch aus der Nachbarstadt geht das zu weit. Er bezweifelt den Nutzen, den die Städte Groitzsch und Pegau daraus ziehen. "Im Rahmen des dafür notwendigen Einzelhandelskonzeptes für die Städte habe ich mich mit der Materie intensiv beschäftigt", sagt er. Sein Ergebnis: In beiden Städten nimmt die Zahl der Einwohner immer weiter ab, gleichzeitig aber nimmt die Fläche für den Einzelhandel zu. "Und einer sinkenden Bevölkerung eine steigende Einzelhandelsfläche entgegenzustellen, ist mehr als fragwürdig", stellt er in den Raum. Zudem dürfe noch ein anderer Punkt bei der Betrachtung nicht außer Acht gelassen werden: "Der Onlinehandel wächst unaufhaltsam."

Die Stadtverwaltung Pegau sieht hinter einer Markt-Ansiedlung ihrerseits Fragezeichen. "Für uns ist es nicht nachvollziehbar, warum Rewe zwei Märkte in unmittelbarer Nähe braucht", sagt Bürgermeister Peter Bringer (parteilos). Die Stadt habe selbst einen Rewe, den auch Groitzscher nutzen, denn der Weg dorthin sei nicht wirklich weit. Für ihn stellt sich zusätzlich die Frage, ob der Markt in Pegau dann eventuell geschlossen wird. "Beide Städte sind sehr gut aufgestellt, was den Einzelhandel betrifft", betont Bringer. Von daher sehe er keine Notwendigkeit für einen weiteren Markt. Viel wichtiger für ihn und die Bewohner Pegaus sei ein Drogeriemarkt, "der fehlt wirklich". Zudem gebe es von Seiten Lidls die Überlegung, den bestehenden Markt zu erweitern, "und für uns sollte der Schwerpunkt darauf liegen, bestehende Geschäfte zu unterstützen", macht Bringer deutlich.

Dieter Hager, der Vorsitzende des Groitzscher Gewerbevereins, sieht in der geplanten Ansiedlung von Rewe große Risiken für die Geschäfte in der Innenstadt. Denn ein Vollsortimenter hat nicht nur meist Backwaren, sondern zudem auch Zeitschriften und Schreibwaren. "Viele unserer Gewerbetreibenden befürchten erhebliche Umsatzeinbußen", betont Hager. Das betreffe auch Pegau. Und schon jetzt sei der Leerstand von Geschäften in der Innenstadt deutlich größer "als auf der grünen Wiese", wie Bringer erklärt. Gutzschebauch hat es genauer analysiert. "Bereits heute stehen über 30 Geschäfte in der Innenstadt von Groitzsch und Pegau leer. Das fördert nicht die Attraktivität unserer Städte. Viele Millionen an staatlichen Fördergeldern und auch von Privaten sind in den Aufbau der Innenstädte geflossen. Mit der grünen Wiese macht man das zunichte."

Die beiden Städte Pegau und Groitzsch erstellen derzeit zusammen mit Gewerbetreibenden ein gemeinsames Einzelhandelskonzept. "Wir sprechen mit allen, die das betrifft", macht der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) deutlich. Auch die Industrie- und Handelskammer werde in dem Zusammenhang gehört. Bis Mitte Juni solle das Konzept vorliegen und dann bei der Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion, eingereicht werden.

Gutzschebauch hofft, dass vor allem ein relevanter Punkt berücksichtigt wird: der jetzt schon spürbare Bevölkerungsrückgang, der weiter anhalten könnte. Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2012 werde die Stadt Groitzsch als eine "stark schrumpfende Kommune mit besonderem Anpassungsdruck, geringer Kaufkraft der Haushalte und überalterter Bevölkerung" eingeordnet. Orientiere sich die Entwicklung lediglich auf die Randbereiche der Städte, "beschleunigt sich in den Kernbereichen der Verlust an Funktionen und Aufenthaltsqualität". Und wer das nicht erkenne, handele unverantwortlich für die Städte. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2015
Julia Tonne

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