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Wirtschaftsminister Dulig besuchte Industrie- und Gewerbepark in Espenhain

Die Autobahn kommt... Wirtschaftsminister Dulig besuchte Industrie- und Gewerbepark in Espenhain

Entwicklungsaussichten für den Industrie- und Gewerbepark (IGP) Espenhain standen am Donnerstag im Mittelpunkt eines Wirtschaftsgesprächs, an dem auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) teilnahm. Gastgeber war das Unternehmen TDE.

In der Werkstatt der TDE Personal Service Gesellschaft lässt Ausbilder Markus Kupfer (li.) Wirtschaftsminister Martin Dulig (2.v.l.) an die Drehmaschine.

Rötha/Espenhain. Dieses hat seinen Hauptsitz in Espenhain, ist mit den Firmen Mitteldeutsche Bergbau Service Gesellschaft und dem Ausbildungsträger Personal Service Gesellschaft dort ansässig. Röthas Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos), der zu dem Gespräch eingeladen hatte, erinnerte daran, dass die Stadt wegen der Nachbarschaft zu Espenhain nie einen eigenen Gewerbestandort entwickelt habe. Nach der Eingemeindung sei die Strategie: Wohnen in Rötha, arbeiten in Espenhain und erholen im Neuseenland.

Neben den TDE-Managern vertrat Marketingleiterin Katrin Bemmann die Firmen Geiger Edelmetalle und Leipziger Edelmetallverarbeitung, die als erfolgreiche und expandierende Unternehmen auf dem Standort ihren Sitz in der ehemaligen Schaltwarte haben. Das dritte große Unternehmen auf dem IGP, die Firma Scholz Recycling, hatte abgesagt. Haym deutete an, das könne mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei der Muttergesellschaft zu tun haben.

Sowohl TDE-Geschäftsführer Jens Buchwald als auch Katrin Bemmann machten deutlich, dass sie am Standort Espenhain festhalten wollen und an dessen weiterer Besiedelung interessiert seien. Beide machten den Minister aber auch auf Nachteile des Standortes aufmerksam. Der schleppende Bau der A 72 habe laut Buchwald dazu geführt, dass "der Südraum gegenüber dem Norden von Leipzig benachteiligt ist." Bei Geiger Edelmetalle hatte man die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, Fachkräfte aus Leipzig zu bekommen. Viele junge Leipziger würden mittlerweile nämlich auf ein eigenes Auto verzichten, kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber schlecht nach Espenhain. Deshalb, sagte Katrin Bemmann, sei neben der Autobahn auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wichtig.

Ein weiteres Manko sprach Jürgen Frisch an, der bis zur Eingemeindung im August Bürgermeister von Espenhain war: die schlechte Internetverbindung in Espenhain. Zwar hätten TDE und Scholz Recycling sich mit Richtfunk eigene Lösungen geschaffen, das könne aber keine dauerhafte Lösung sein, meinte auch Buchwald. Eben so wenig die Angebote für Internet per Funk einiger Versorger.

Gesine Sommer von der Wirtschaftsförderung des Landkreises sah in ungünstiger ÖPNV-Anbindung und in ungenügender Breitbandversorgung Gründe, die dafür sorgen, dass Unternehmen sich nicht für den Espenhainer IGP entscheiden. Sie rechne aber mit weiteren Ansiedelungen, wenn die Autobahn fertig ist. Wann das sein wird, dazu wollte sich der Wirtschaftsminister nicht konkret festlegen: "In den nächsten vier bis fünf Jahren sollten wir den Abschnitt bis Rötha fertig haben", sagte Dulig, der auch für den ÖPNV einen wachsenden Bedarf sieht. Er hoffe auf die ideenreiche Mitarbeit der Zweckverbände bei der Suche nach "intelligenten Lösungen". In Sachen Datennetz sieht Dulig in Deutschland generell Nachholbedarf. Er hoffe, dass die sächsische Regierung nächste Woche einer Förderrichtlinie zustimmt, mit der sich der Freistaat mit 90 Prozent am Bau von Datenleitungen beteiligen kann. Als Ziel nannte Dulig, bis 2018 sollten flächendeckend 50 Megabits zur Verfügung stehen.

André Neumann

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