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Wischstauden feiert 775. Jubiläum

Wischstauden feiert 775. Jubiläum

Die Sonne lachte vom Himmel und Scharen von Besuchern strömten vorbei an schmuck herausgeputzten Häusern mit hübschen Vorgärten und Hinterhöfen Richtung Festplatz.

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Der kleine Sino fühlt sich mit Papa René und Mama Mandy in Wischstauden rundum wohl. Im Hintergrund das Haus der Familie, gleich im Dorfmittelpunkt an einer 250 Jahre alten Eiche.

Quelle: Gislinde Redepenning

Wischstauden. "Mit so vielen Besuchern haben wir gar nicht gerechnet", staunte Peter Landmann vom Dreilindenbergclub, der am Sonnabend zur Jubiläumsfeier der Ersterwähnung Wischstaudens eingeladen hatte. 775 Jahre ist das Ereignis alt.

"Die Ersterwähnung 1238 ist verbürgt, die Urkunde gibt es wirklich", betonte der Groitzscher Ortschronist Roland Meyer und fügte schmunzelnd hinzu: "In Groitzsch streitet man sich heute noch, ob 1989 die Festlichkeiten nach 950 Jahren der Ersterwähnung richtig datiert waren." Auch der schriftliche Nachweis der Verleihung des Stadtrechts sei nicht auffindbar, gefeiert würden die 800 Jahre 2014 aber trotzdem. Mit einem Augenzwinkern kommentierte er Daten und Fakten zur Geschichte des Dorfes, heute Teil von Groitzsch, und leitete den bestens besuchten historischen Dorfrundgang ein. Wischstauden liege im Kreuzungsbereich mehrerer bedeutsamer Handelsstraßen, eigentlich müsse an dieser Stelle längst eine Hauptstadt stehen, meinte er. "Am Dreilindenberg, Ausflugsziel für Spaziergänger und Radfahrer, war schon immer was los", so Meyer. Das belegten Funde aus der Jungsteinzeit. 1813 hatten sich die Alliierten und Franzosen auf der mit 130 Metern über Schnauder- und Elsteraue höchsten Erhebung in Groitzsch verschanzt. Wachberg hieß der Hügel früher.

Eine der namengebenden Linden habe er noch erlebt, erzählte Egon Kuschinski, ebenfalls vom Dreilindenbergclub, einem Zusammenschluss von sieben Familien, die federführend die 775-Jahrfeier organisiert haben. Sie hatte keine Krone mehr, war hohl und bot Hornissen Unterschlupf. Er ergänzte die Führung mit zahlreichen Denkwürdigkeiten und Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend. Schnell wurden aus den Vortragenden Gesprächspartner, entpuppten sich zahlreiche der Gäste als ehemalige Bewohner, die sich, inspiriert von den Blicken in die Vergangenheit, auf einen regen Gedankenaustausch einließen.

Mittendrin der jüngste der derzeit 166 Bewohner: Der zweijährige Sino Schweingel war mit Mutti Mandy Köhler und Papa René unterwegs. "Wir haben uns hier 2009 ein Haus gekauft und seitdem viel Arbeit in Haus und Garten gesteckt", erzählen die jungen Eltern, die sich in ihrem Domizil pudelwohl fühlen und sich freuten, neben dem unterhaltsamen Festtrubel mit Mitmachangeboten und kulinarischen Genüssen auch viel Wissenswertes aus ihrer neuen Heimat zu erfahren. Aus Anlass der Feier haben sie ein Plakat gestaltet, auf dem Fotos einen Blick in die letzten Jahre preisgeben und dokumentieren: Das Schaffen hat sich gelohnt.

Ob sie modern oder traditionell wohnen, wie im seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Fachwerk-Refugium von Adelheid Böhmichen: Die Wischstaudener erwiesen sich als wohlgelaunte und zu recht stolze Gastgeber.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2013

Gislinde Redepenning

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