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Wohnhaus-Explosion überm Spielzeug-Depot der Kindertagesstätte

Wohnhaus-Explosion überm Spielzeug-Depot der Kindertagesstätte

Ungläubige Blicke von Passanten am Donnerstagfrüh in der Bad Lausicker Burgstraße: Die Wucht einer Gasexplosion hatte am Abend zuvor die Dachhälfte eines kleinen Wohnhauses auf den Hof der Kindertagesstätte "Sonnenkäfer" geschleudert.

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Die Polizei sicherte gestern das durch eine Explosion zerstörte Gebäude ab. Im Inneren begaben sich die Ermittler auf Ursachen-Suche. Der abgestürzte Teil des Daches liegt auf dem Hof der Kindertagesstätte "Sonnenkäfer" und versperrt den Zugang zum Spielzeug-Depot.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Ermittler der Polizei stiegen durch die Trümmer des nicht mehr bewohnbaren Gebäudes, um herauszufinden, was zu dieser Explosion führte. Die Mieterin, die schwer verletzt wurde, befindet sich weiter im Krankenhaus.

 

 

"Stell dir vor, es wäre tagsüber passiert, und die Kinder hätten grade ihr Spielzeug rausgeholt - nicht auszudenken", sagte ein Mann und schaute kopfschüttelnd auf das, was vom schmalen Wohnhaus übrig blieb. Das einstige Nebengelass der heute als Kindereinrichtung genutzten Villa dient zu ebener Erde als Schuppen und Spielzeug-Depot. Im Obergeschoss befindet sich eine Wohnung, in der eine 48-jährige Frau lebt. Die wurde schwer verletzt, als es , wie gestern kurz berichtet, am Mittwochabend, 19.30 Uhr, zu einer schweren Explosion kam. Die Nachbarschaft berichtet von einem lauten Knall, vibrierenden Fensterscheiben, sogar einer Stichflamme. Meine Beine wackeln jetzt noch weil mir das Herz in die Hose gerutscht ist, ich hab gleich nach meinem Kind geschaut aber das hat im Schlaf nichts mitbekommen", sagte eine Frau.

 

 

Die Feuerwehren Bad Lausick, Buchheim, Etzoldshain und Lauterbach waren kurz danach vor Ort. "Das Haus war zertrümmert. Wir wussten, dass die Mieterin noch drin ist", beschreibt Stadtwehrleiter Tim Barczynski die Situation. "Wir haben sie gleich gefunden, im Obergeschoss, und gemeinsam mit dem Notarzt transportfähig gemacht." Mit Hilfe der Drehleiter wurde die 48-Jährige aus der Gefahrenzone und ins Krankenhaus gebracht.

 

 

Die Feuerwehrleute beräumten lose Gebäudeteile, leuchteten das Areal aus - auch für die beiden Havarie-Monteure des Unternehmens Mitnetz Gas, die den Hausanschluss mit einer Sicherheitskappe verschlossen. Danach klemmten sie Leitungen um, damit die Kindertagesstätte auf dem selben Grundstück wieder mit Gas versorgt werden konnte. "Das haben wir noch in der Nacht geschafft", sagte Unternehmenssprecherin Cornelia Sommerfeld.

 

 

Deshalb fanden die Mädchen und Jungen des "Sonnenkäfers", einer Einrichtung der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, am Donnerstag warme Räume vor. Allerdings kamen sie nicht auf dem gewohnten Weg in das Gebäude, sondern von der anderen Seite durch den Hintereingang. Der Hof, auf dem Teile des Dachstuhls liegen, ist abgesperrt. Experten der Polizei begannen am Morgen mit ihren Untersuchungen, um herauszufinden, was genau zu dieser Gasexplosion führte.

 

 

"Aus meiner Sicht ist das Haus nicht mehr bewohnbar", sagte Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU), der sich vom abendlichen Einsatz und auch am Morgen danach ein Bild machte. Die Immobilie gehört der Stadt. Feuerwehrleute sollten im Laufe des Tages persönliche Gegenstände der Mieterin herausholen. Statiker und Versicherung prüften das weitere Vorgehen, so Eisenmann. Wenn die Mieterin die Klinik verlassen könne, helfe man ihr, eine neue Bleibe zu finden. Den Feuerwehrleuten machte Eisenmann ein Kompliment: "Sie haben gute Arbeit geleistet."

 

 

Zum Gesundheitszustand der 48-Jährigen gab es keine neuen Informationen. Auch nicht zur Ursache der Explosion. "Die Ermittlungen laufen", so Polizeisprecher Michael Hille. Der Sachschaden werde auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2013

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