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Wohnungsverwalter im Landkreis Leipzig machen sich stark für Berufsausbildung

Immobilienbranche Wohnungsverwalter im Landkreis Leipzig machen sich stark für Berufsausbildung

Die Branche der Wohnungsverwalter ist im Umbruch. Im Verband der Immobilienverwalter Mitteldeutschlands finden Makler und Verwalter aus der Region eine Interessenvertretung. Sie unterstützt eine bundesweite Gesetzesinitiative, die den Zugang zum Beruf regeln soll.

Wohnungen werden gebaut und müssen dann verwaltet werden.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig. Wohnungen, die nicht barrierefrei und damit nicht seniorengerecht sind. Gebäude, die modernisiert werden müssen oder deren Nach-Wende-Sanierung erneuter Investitionen bedarf. Blöcke, in denen der Leerstand noch immer erheblich ist: Verwalter, die in kleinen Städten und auf dem Land, abseits der Ballungszentren wie Leipzig, tätig sind, müssen mit komplexen Herausforderungen umgehen. Der Verband der Immobilienverwalter Mitteldeutschland (VdiV) bündelt die Interessen der Branche und reagiert auf die Herausforderung der Zeit. Er gehört zu den stärksten Fachgremien seiner Art in Deutschland. 80 Mitglieder zählt er in Sachsen und Thüringen, die an die 80 000 Miet- und Eigentumswohnungen, außerdem Gewerbeobjekte verwalten.

„Wir müssen vor Ort sein, wenn was passiert. Wir verwalten zwar Dinge, aber wir arbeiten mit Menschen“, sagt Dr. Joachim Näke, Vorsitzender des VdIV und selbst Immobilienverwalter in Dresden. Die Unterhaltung der Gebäude, ihre Instandsetzung, die Kostenabrechnungen, Einkaufsverhandlungen mit Versorgern und Versicherern, vor allem aber die Kontakte zu Mietern und Eigentümern benennt er als Hauptaufgaben, denen sich die Verwalter Tag für Tag stellten - egal, ob sie einen großen Pool genossenschaftlicher oder kommunaler Bestände betreuten, eine Zahl eher verstreuter Mietwohnungen in einer Region, Gemeinschaften von Wohnungseigentümern oder Besitzer von Praxen, Kanzlei- und anderen Gewerberäumen. Anfang der neunziger Jahre in Sachsen gegründet, versteht sich der Verband als Interessenvertreter nicht nur der Verwalter, sondern auch der Makler und der Hausmeister-Dienste. Vor einem Jahrzehnt stießen Thüringer Unternehmen hinzu. Dach ist der DDIV, der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter mit Sitz in Berlin und nahe dran an der Bundespolitik, denn, sagt Näke: „Wir kümmern uns intensiv um Gesetzesinitiativen.“

Stimmen zum Verband der Immobilienverwalter in Mitteldeutschland

Rund 1400 Wohnungen in Geithain, Bad Lausick, Frohburg, Borna, Rochlitz Gerichshain und einigen anderen Orten verwaltet die GWBV Immobilien-Management GmbH Geithain. „Die Mitgliedschaft ist wichtig, um immer up to date zu sein“, sagt Nacera Schäfer, Geschäftsführerin des 19 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. Es gehe um aktuelle Rechtssprechungen und anwaltliche Beratungen ebenso wie um neueste Verordnungen, aber auch um den Austausch mit anderen Verwaltern. Digitalisierung sei ein großes Thema, bei dem man hier Unterstützung finde.

„Über die Mitgliedschaft werden alle gesetzlichen Neuerungen und Arbeitsgrundlagen der effektiven Büroorganisation vermittelt. Die Mitgliedschaft ist für unsere Kunden ein Qualitätsmerkmal und vermittelt Sicherheit, von einem versierten Unternehmen betreut zu werden“, sagt Reik Westerhoff, Geschäftsführer der I+D Verwaltungs GmbH Leipzig. Das Unternehmen betreut 1300 Wohnungen vor allem in Leipzig, beschäftigt sechs Verwalter und zehn Hausmeister. Über den Dachverband werde politisch sehr aktiv in die Politik eingegriffen, etwa in der Wohnungsbau- und Energiepolitik. Auf Landesebene sieht Westerhoff Steigerungspotenzial: „Die Kontakte zur Industrie- und Handelskammer müssen aktiver werden.“

Egal ob Baumaßnahmen oder Fragen in der Miet- oder Eigentumsverwaltung: „In Seminaren und auf Fachtagungen des Verbandes können wir darüber diskutieren“, sagt Kathrin Schulz von der Krüger Haus- und Grundstücksverwaltung Altenburg. Das inhabergeführte Unternehmen, 1991 gegründet, kümmert sich um 120 Mietshäuser und 40 Wohneigentumsanlagen in Altenburg, Rositz, Gößnitz, Leipzig, Kohren-Sahlis, Frohburg und Umgebung. Krüger, wie Westerhoff Mitglied des VdIV-Vorstandes, beschäftigt sechs Mitarbeiter. Der Verband stärke professionellen Verwaltern den Rücken und arbeite mit verschiedenen Interessenverbänden der Wohnungswirtschaft zusammen. „Der Schutz des Eigentums der privaten Hausbesitzer und Wohneigentümergesellschaften steht im Fokus.“

Eine, die ab kommendem Jahr Früchte tragen soll, ist jene, die endlich den Zugang zum Berufsstand regelt. „Bisher gibt es für Immobilienverwalter keine spezielle Ausbildung. Das wollen wir ändern, und es wird die Spreu vom Weizen trennen“, sagt der VdIV-Chef. Die Anforderungen an den Beruf seien schließlich breit gefächert; zum anderen betreue man Millionen-Werte. Die Branche befinde sich zudem im Umbruch: Firmengründer zögen junge Kollegen nach. Es finde eine Konzentration statt. Und die Digitalisierung präge immer deutlicher die Verwalter-Arbeit. Umso bedauerlicher sei, „dass die Preise, die wir dafür bekommen, in vielen Fällen nicht auskömmlich sind“. Er sehe ein zunehmendes Missverhältnis zwischen Verwaltergebühren und Immobilienwert. Hier setze der Verband an, sorge für Weiterbildungen, Bündelung von Kompetenzen und vor allem für Austausch.

„Der Verwalter hat eine große Verantwortung hinsichtlich des Immobilienvermögens. Professionelles Arbeiteten braucht Qualifikation und ist nicht zum Discounterpreis zu erhalten. Das ist manchmal schwierig, den Kunden zu vermitteln“, sagt Gabriele Gerhardt, seit 25 Jahren Inhaberin der gleichnamigen Wohnungsverwaltung in Borna. Sie ist vor allem im Südraum Leipzig tätig. Weiterbildungen zu neuen Gesetzen, Urteilen, technischen Neuerungen seien ebenso wichtig wie die „kleinen Verwalterstammtische, die ich gerne in Anspruch nehme“. All das gebe „Sicherheit, in die richtige Richtung zu gehen und die Veränderungen in der Zukunft nicht aus dem Blickwinkel zu verlieren“.

Ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen befindet sich die Branche der Wohnungsverwalter selbst in einem Umbruch: Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende deutscher Zweistaatlichkeit wechselt die Gründer-Generation in den Ruhestand.

http://immobilienverwalter-mitteldeutschland.de/

Von Ekkehard Schulreich

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

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