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ZBL vertagt Beschluss zur Wasserenthärtung im Werk Kesselshain

Wasserversorgung ZBL vertagt Beschluss zur Wasserenthärtung im Werk Kesselshain

Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land hat auf seiner Versammlung erneut keinen Beschluss zum Einbau einer Enthärtungsanlage im Wasserwerk Kesselshain gefasst. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) hatte für die Stadt Groitzsch beantragt, die Entscheidung von der Tagesordnung zu nehmen.

Wasserwerk Kesselshain: Der ZBL hat die Entscheidung über den Einbau einer Enthärtungsanlage vertagt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Blumroda. Der Einbau einer Wasserenthärtungsanlage ins Wasserwerk Kesselshain bleibt weiter ungewiss. Der Zweckverband Waser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) vertagte am Dienstagabend den Baubeschluss. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) hatte für die Stadt Groitzsch beantragt, die Entscheidung von der Tagesordnung zu nehmen mit der Begründung: „Wir haben da noch Klärungsbedarf.“ Immerhin gehe es um eine „Investition in Größenordnungen mit Auswirkungen für den Gebührenzahler“, sagte Kunze.

Mit einer Enthärtungsanlage könnte für rund 35 000 Einwohner, die vom Wasserwerk Kesselshain versorgt werden, die Wasserhärte von der höchsten Stufe drei auf die Stufe zwei herabgesetzt werden. Dieses weichere Wasser kommt bei rund 26 500 Einwohnern, die Wasser aus dem Wasserwerk Borna Altstadt beziehungsweise Fernwasser beziehen, schon jetzt an.

Zu letzteren Versorgungsgebieten gehört die Stadt Groitzsch. Weswegen Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) seine Kollegen aufforderte, „vor den Bürgern für das Solidarprinzip zu argumentieren.“ Die Bornaer Verbandsrätin Brigitta Ast ergänzte mit dem Hinweis, die anderen Abnehmer hätten das teurere Fernwasser bis jetzt auch schon mit bezahlt.

Die Investition für eine Enthärtungsanlage von reichlich 720 000 Euro und die jährlichen Betriebskosten müssten im gesamten Verbandsgebiet getragen werden. Sie würden mit rund acht Cent je Kubikmeter auf den Wasserpreis aufschlagen. Pro Person in einem Vier-Personen-Haushalt rund 2,80 Euro im Jahr, wie Schramm vorrechnete. Kitzscher war 2015 mit der Forderung an den Verband herangetreten, die Stadt mit dem weicheren Fernwasser zu beliefern. Der Verband hatte daraufhin eine Kostenplanung für eine Enthärtungsanlage in Auftrag gegeben.

Diese Anlage verteidigte ZBL-Geschäftsführer Michael Spitzner am Dienstagabend in Blumroda gegen drei andere, von Bürgern und Verbandsräten ins Spiel gebrachte Varianten, mit denen der ZBL im östlichen Verbandsgebiet zu weicherem Wasser kommen könnte. Alle drei setzen auf größeren Bezug von Fernwasser und zum Teil auf eine Stilllegung der Brunnen bei Kitzscher, die stark kalk- und sulfathaltiges Wasser liefern.

Spitzner erläuterte aus Sicht der Verbandsführung, dass alle vier Varianten einen ähnlichen Kostenrahmen hätten. Dass der Verbandsversammlung die Enthärtungsanlage vorgeschlagen werde, liege daher nicht am Geld, sondern an anderen Kriterien. So würde der Verband seine Rechte verlieren, bei Kitzscher Wasser zu fördern, wenn die Brunnen stillgelegt würden. Es könnte zudem zu einem bedrohlichen Grundwasseranstieg bei Dittmannsdorf und Braußwig führen, wenn „eine Million Kubikmeter im Jahr nicht mehr gefördert werden“, sagte der Geschäftsführer. Der als zweites Argument die Versorgungssicherheit bemühte. Sollten die Brunnen bei Kitzscher stillgelegt werden, könnte der ZBL in Kesselshain und Borna nur noch eine Million Kubikmeter Wasser selbst herstellen „Wir wären dem Fernwasserlieferanten dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert“, ergänzte Kitzschers Bürgermeister.

Der Bornaer Verbandsrat Günter Kolbusa vermisste bei der Debatte um die vier Varianten konkretere Zuarbeiten der Geschäftsführung und forderte ein „Brunnenmanagement“. Das müsste ermöglichen, „die Wasserrechte zu erhalten und trotzdem ordentliches Wasser zu haben“. Verbandsvorsitzende Simone Luedtke, Bornas Oberbürgermeisterin (Linke), sah darin den Vorwurf der Untätigkeit gegenüber der Geschäftsführung, den sie zurückwies.

Aus Spitzners Sicht lägen alle Argumente und Fakten für eine Entscheidung auf dem Tisch. Groitzschs Bürgermeister Kunze regte dennoch an, dass der Geschäftsführer die Argumente in seiner Stadt vor dem Stadtrat erläutern solle, ehe der Verband einen Beschluss fasst. Im Wirtschaftsplan für die Jahre 2017 und 2018 ist die Investition bereits enthalten.

Von André Neumann

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