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Borna Letzter Abschnitt der A 72 wird hart – Bau bis 2026
Region Borna Letzter Abschnitt der A 72 wird hart – Bau bis 2026
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11:47 04.06.2018
Ein sogenannter Langstielbagger modelliert bei Borna einen Lärmschutzwall der A 72. Die ersten 2,5 Kilometer können demnächst befahren werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna/Rötha

Zwei Baubschnitte – 5.1 und 5.2 in offizieller Bezeichnung – und zusammen knapp 17 Kilometer ist die Autobahn 72 noch von ihrem endgültigen Anschluss an die A 38 südlich von Leipzig entfernt. Während im bis Rötha reichenden Abschnitt 5.1. bei Borna voraussichtlich schon im Juli auf den ersten 2,5 Kilometern gefahren werden kann, steckt der Abschnitt 5.2. noch mindestens bis zum Herbst in den Bauvorbereitungen. Der Bau dieser 7,2 Kilometer Autobahn selbst wird aus heutiger Sicht acht Jahre, bis 2026 dauern.

Bauarbeiter asphaltieren die zukünftige Autobahn A72 im vorletzten Bauabschnitt. Das letzte Teilstück der Autobahn 72 von Chemnitz nach Leipzig soll im Jahr 2026 fertiggestellt werden.

Was vor allem daran liegt, dass die Trasse zu 90 Prozent durch verkipptes, nicht verdichtetes Tagebaugelände verläuft. „Wir müssen den Boden zuvor aufwendig verbessern“, sagte Steffen Batzke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) am Donnerstag vor Medienvertretern. Ansonsten drohen Setzungen, die wären nicht nur unangenehm für Autofahrer sondern auch für die Straße selbst, weil dann das Wasser nicht mehr abläuft und Folgeschäden drohen.

An einem neu gebauten Regenrückhaltebecken bei Rötha erläutern Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Medienvertretern die nächsten Schritte beim Bau der A 72. Etwa hier geht der vorletzte Bauabschnitt in den letzten über. Quelle: Jens Paul Taubert

Die Lösung ist zweigeteilt. Tausende so genannte Rüttelstopfsäulen sollen den Boden auf dem gesamten Trassenverlauf in zehn bis 15 Meter Tiefe verfestigen. Dabei wird über ein dickes Rohr zusätzliches Material in den Boden eingerüttelt, immer im Abstand von zweieinhalb Metern eine Säule, unter Brücken noch dichter.

Erst wird eine Seite gebaut, dann die andere

Weil das allein noch nicht reicht, wird der gesamte Bauuntergrund in drei Bauabschnitten auch noch überschüttet, mit bis zu sechs Metern Erde oder mit großen Bausteinen. Die bleiben jeweils ein halbes Jahr liegen, was bei drei Bauabschnitten schon mal eine Ruhezeit von anderthalb Jahren ausmacht. Das soll den Untergrund zusätzlich verdichten.

Bauschild für die A 72 zwischen Borna und Rötha. Voraussichtlich wird der Verkehr auf diesem Abschnitt schon ein Jahr früher freigegeben. Quelle: Jens Paul Taubert

Weil die Trasse überwiegend auf der B 95 liegt, die aber trotzdem zur Verfügung stehen soll, wird erst eine, dann die andere Seite der Autobahn gebaut. Die veranschlagten Gesamtkosten bezifferte Referatsleiter Steffen Batzke mit rund 237 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für die 9,5 Kilometer von Borna bis Rötha geht das Lasuv von 144 Millionen Euro aus.

Autofahrer und Bewohner der Orte entlang der Trasse erleben die Vorarbeiten für den Autobahnbau im letzten Abschnitt schon längst, auch wenn gerade erst die erste Ausschreibung läuft. Die erste von zehn Brücken ist schon fertig, die für die Werksbahnlinie nach Espenhain. Und zwischen Rötha und Großdeuben werden schon an mehreren Stellen Trassen für die provisorische Verkehrsführung während der Bauzeit angelegt.

Rötha: Zwei Gründe für Bau einer Abfahrt von der B 95

Beispiel Rötha: Hier ist gerade eine Abfahrt von der B 95 aus Richtung Leipzig auf die Lessingsstraße gebaut worden und fast fertig. Aus zwei Gründen, wie 5.2.-Bauleiter Uwe Porstmann erklärt. Erstens: Künftig werden noch mehr Lastwagen mit Erdmassen unterwegs sein, die aus Richtung Leipzig kommen und in Rötha wenden müssen.

Ohne die zusätzliche Rampe müssten die durch die August-Bebel-Straße und die Lessingstraße fahren. Mit dem neuen Anschluss können die Laster abfahren, links abbiegen, unter der B 95 hindurch und auf der anderen Seite wieder auffahren. Wobei auch die Auffahrt in Richtung Leipzig umgebaut wird, weil die zum Teil auf dem Baufeld für die Autobahn liegt.

Verkehrsbehinderungen werden in den nächsten acht Jahren auf der B 95 zwischen Rötha und der A 38 zum Alltag für Autofahrer gehören. Quelle: Jens Paul Taubert

Zweiter Grund: Die zusätzliche Abfahrt dient auch dem öffentlichen Verkehr. Spätestens wenn im Oktober die Brücke über die B 95 bei Böhlen abgerissen wird, kann man dort für einige Zeit nicht mehr links abbiegen oder wenden. Voraussichtlich wird sich dann eine Menge Verkehr nach Rötha verlagern. Auch den soll die neue Abfahrt abfangen.

Ampeln sollen Verkehr erleichtern

Ganz werden die Anwohner der August-Bebel-Straße und der Lessingstraße den Lkw-Verkehr aber nicht los. Denn die Erdstofftransporte vom Holzplatz, wo noch immer ein riesiger Haufen liegt, in Richtung Borna werden weitergehen, wie der für Abschnitt 5.1. zuständige Bauleiter Jens Meene sagt. Und für die führt der Weg durch Rötha.

Immerhin: Die Einmündung der zusätzlichen Rampe bekommt eine Ampelregelung. Zeitgleich möchte das Lasuv auch an der Kreuzung Lessingstraße/August-Bebel-Straße/Alte Poststraße eine Lichtsignalanlage installieren. Dem muss die Verkehrsbehörde des Landkreises noch zustimmen.

In etwa sechs Wochen rollt Verkehr bis zur Anschlussstelle Borna-Nord

Richtig voran geht es bei Borna. Von der zierlichen Geh- und Radwegbrücke zwischen Borna und Kesselshain aus sieht man ein seit Tagen vertrautes Bild: So genannte Langstielbagger modellieren mit Erde und Schotter geduldig die mächtigen Lärmschutzwälle rechts und links der Trasse.

Sieben Meter weiter unten wurden am Mittwochabend die vorläufig letzten Meter Asphalt aufgebracht. Wenn Planken, Schilder und Markierungen fertig sind, soll der Verkehr in rund sechs Wochen bis zur Anschlussstelle Borna-Nord rollen. Auf der guten Hälfte dieser ersten 2,5 Kilometer allerdings nur einspurig in jede Richtung.

Denn bevor die A 72 hier ihre komplette Breite bekommen kann, muss der Verkehr erst von der provisorischen Umfahrung runter auf die neue Trasse. Dann muss noch einmal Erde abgebaggert und das fehlende Stück-Autobahn-Spur gebaut werden. Ende nächsten Jahres soll es auf der A 72 bis Rötha rollen.

Von André Neumann

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