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Zahl der Integrationskinder nimmt zu

Zahl der Integrationskinder nimmt zu

Die Integrationskindergartenplätze in Groitzsch sind alle belegt, der Bedarf nach besonderer Betreuung steigt. Die LVZ spricht darüber mit der Groitzscher Hauptamtsleiterin Silke Große.

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Die Groitzscher Hauptamtsleiterin Silke Große im Interview.

Quelle: LVZArchiv

Groitzsch. Frage: Was sind Integrationskinder?

 

 

Silke Große: Diese Kinder haben Entwicklungsdefizite, sind krank oder behindert und brauchen deshalb einen besonderen Aufwand in der Betreuung.

 

 

Was bedeutet das?

 

 

Der Betreuungsschlüssel ändert sich. Normalerweise gilt im Kindergarten: Auf 13 Kinder kommt eine Erzieherin. Ein Integrationskind erhält zwei, manchmal sogar drei Plätze. In der Praxis handhaben wir es jedoch so, dass, wenn es irgendwie geht, eine zusätzliche Betreuungsperson in den jeweiligen Gruppen hilft.

 

 

Wie viele Integrationsplätze gibt es in Groitzsch?

 

 

Wir haben in drei Kindergärten jeweils bis zu vier solcher Plätze, zwei weitere kommen im Hort dazu.

 

 

Werden die Plätze alle genutzt?

 

 

In den Kindergärten sind derzeit alle besetzt, im Hort haben wir im Moment kein Integrationskind.

 

 

Hat die Zahl in den vergangenen Jahren zugenommen?

 

 

Ja, ganz sicher.

 

 

Wie kommt das?

 

 

Es könnte sein, dass zu DDR-Zeiten Mütter mit Kindern, die mehr Betreuung brauchen, eher zu Hause blieben. Allerdings sollen Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten eben integriert werden, mit anderen Kindern zusammen sein, mit ihnen spielen und damit von ihnen lernen.

 

 

Wie sind die Erfahrungen in den Kindergärten?

 

 

Meiner Meinung nach wirkt dieses Modell positiv in beide Richtungen. Es tut den Integrationskindern in der Regel gut, aber auch den anderen Jungen und Mädchen. Sie werden fürsorglicher, passen auf das Kind auf, helfen ihm zum Beispiel beim Anziehen. Wir haben damit in gute Erfahrungen gemacht, auch wenn es einen gewissen Aufwand bedeutet.

 

 

Finanziell?

 

 

Mehr bürokratischer Natur, es muss viel geschrieben und beantragt werden. Es ist auch für die Eltern ein umfangreiches Prozedere, bis das Kind den Status bekommt. Zudem ist es notwendig, dass unsere Erzieherinnen eine heilpädagogische Ausbildung absolvieren. Derzeit sind zehn unserer Mitarbeiterinnen darin ausgebildet.

 

 

Allgemein gefragt: Groitzsch hat vier Kindergärten und eine Krippe - wie sind die derzeit ausgelastet?

 

 

Wir hatten im vergangenen Jahr einen Geburtenknick. Es kamen in Groitzsch nur 34 Kinder zur Welt. Das hat sicher mit dem Geburtenknick kurz nach der Wende zu tun, diese Generation wird jetzt Eltern. Wir hoffen aber, dass dies nicht so bleibt und sich auch durch Zuzüge ausgleicht. Dies hat natürlich Auswirkungen auf unsere Einrichtungen.

 

 

Sie meinen, dass Sie nur so viel Personal beschäftigen dürfen, wie der Betreuungsschlüssel es zulässt?

 

 

Ja, wir müssen als Kommune sofort reagieren, das sieht der Gesetzgeber so vor. Bisher mussten wir glücklicherweise niemanden entlassen, wir können mit Absenkung der Arbeitszeit oder Umsetzung reagieren. Derzeit ist es so, dass in den Kindergärten der Stadt Groitzsch die Kapazität gut ausgelastet ist, in den Ortsteil-Kitas Auligk und Cöllnitz sind freie Plätze sofort verfügbar.

 

 

Wie haben sich die Geburtenzahlen in Groitzsch seit der Wende entwickelt?

 

 

Wie schon erwähnt, gab es Anfang der 1990er Jahre den Einbruch. Damals kamen zwischen 37 und 41 Kinder zur Welt. Dann pegelte sich die Zahl so bei knapp 60 ein. Es gab einige Ausreißer nach oben, zum Beispiel im Jahr 2000 sagenhafte 74 Babys, auch 2005 und 2007 kamen jeweils 69 kleine Groitzscher zur Welt. Seit 2011 sinkt die Zahl. Bis jetzt sind in diesem Jahr 39 Kinder geboren. Allerdings sollte man die Auslastung von Kindergarten, Hort und Schule nicht nur an den Geburtenzahlen fest machen. Neulich ist eine Familie mit sieben Kindern nach Groitzsch gezogen!

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.10.2014
Carell-Domröse, Claudia

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