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Zahlreiche Bornaer lehnen Supermarkt am Breiten Teich ab

CDU-Stammtisch und SPD-Treffen Zahlreiche Bornaer lehnen Supermarkt am Breiten Teich ab

Eine Gaststätte, ein Stadthaus, Festplatz oder ein Erholungsareal – Vorschläge für die Nutzung der Fläche am Breiten Teich gibt es zahlreiche, nur eine Idee wird fast durchweg strikt abgelehnt: die Ansiedlung eines Supermarkts. Das jedenfalls war Tenor eines CDU-Stammtisches am Dienstagabend und eines SPD-Treffens am Freitag.

Viele Bornaer sehen am Breiten Teich lieber eine Fläche für Beachvolleyball und Feste als für einen Supermarkt.
 

Quelle: Andreas Döring

Borna.  Eine Gaststätte, ein Stadthaus, Festplatz oder doch wieder ein Erholungsareal, mit dem sich Borna erneut für eine Landesgartenschau bewerben kann – Vorschläge für die Nutzung der Fläche am Breiten Teich gibt es zahlreiche, nur eine Idee wird fast durchweg strikt abgelehnt: die Ansiedlung eines Supermarkts. Das jedenfalls war Tenor eines CDU-Stammtisches am Dienstagabend und eines SPD-Treffens am Freitag.

Wie die LVZ berichtete, zeigt das Unternehmen Aldi Interesse an dem Areal, doch viele Bornaer wollen dort keinen Einkaufsladen sehen. Auch zahlreiche Stadträte sprechen sich dagegen aus. Unter anderem die CDU. „Dabei geht es uns aber nicht darum, ein Unternehmen abzulehnen, vielmehr geht es uns um das Gelände selbst am Breiten Teich“, machte Christdemokrat und Mitglied des Bauausschusses Sylvio Weise am Dienstag deutlich. Er selbst habe derzeit zwar keine Idee, wie das Areal entwickelt werden könnte, „aber es wäre schade, die Fläche im Schnellschuss zu verkaufen“.

Weil derzeit sowohl in den Fraktionen als auch in der Bürgerschaft heftig über das Thema diskutiert wird, hatte die CDU am vergangenen Donnerstag den Antrag in den Stadtrat eingebracht, dazu einen Bürgerentscheid, wie ihn die Sächsische Gemeindeordnung vorsieht, durchzuführen. Der Vorschlag kam schon beim Stammtisch gut an. „Das wäre die sauberste Lösung“, sagte auch Linken-Stadtrat und Besucher des Abends, Tino Johne. Er sprach sich zudem dafür aus, alles zu versuchen, um das Unternehmen in der Stadt zu halten, das im Falle eines Scheiterns am Breiten Teich seinen Rückzug aus Borna angekündigt hatte. „Deshalb ist es von höchster Notwendigkeit, alternative Standorte gemeinsam mit dem Unternehmen zu suchen“, betonte Johne.

Von Besucher Thomas Claus kam der Vorschlag, ein Areal im Gewerbegebiet Ost anzubieten, „mit der Anbindung an die A 72 wäre das der perfekte Ort“. Der Breite Teich und das Gelände ringsum solle den Bornaern als Erholungsort gehören. Naherholung war das Stichwort, das ausschließlich zu hören war, als es um eine Nutzung des Areals ging. Sowohl eine Ausweitung des Bornaer City Beachs – der Beachvolleyballwoche im Sommer – als auch einen Festplatz konnten sich einige vorstellen, andere fragten nach, ob sich die Stadt mit dem Areal nicht erneut für eine Landesgartenschau bewerben könne.

Sowohl bei der CDU als auch bei der SPD: An beiden Abenden sprachen sich die Besucher gegen einen Schnellschuss – also einen schnellen Verkauf „an den erstbesten Interessenten“ – aus, wie Dietmar Stein erklärte. Das einstige SPD-Fraktionsmitglied stimmt in seiner Haltung keineswegs mit der Meinung der jetzigen Fraktion der Sozialdemokraten überein und lehnt eine Ansiedlung eines Einkaufsmarktes dort strikt ab. „Die Fläche ist für Borna Gold wert“, machte er deutlich. Ein Verkauf an ein Discounterunternehmen konterkariere den Masterplan der Stadt von 2010, in dem das Areal als Erholungsgebiet ausgewiesen wird.

Hans Kraft vom Bornaer Seniorenbeirat war Dienstag und Freitag Zuhörer bei beiden Fraktionen. Doch die Haltung der SPD, die sich wiederholt für die Ansiedlung ausgesprochen hatte, kann er keineswegs nachvollziehen. „Die einzige Lösung im Sinne der Bürgerschaft ist eine Erweiterung der Grünen Lunge“, begründete er. Stein forderte seine Parteikollegen Michél Zurbrügg und Oliver Urban, die am Freitag eingeladen hatten, zudem dazu auf, „die Schublade mit den früheren Plänen zur Landesgartenschau und mit dem Masterplan wieder zu öffnen“. Denn die Entwicklung am Breiten Teich müsse im großen Zusammenhang gesehen werden.

Eine ähnliche Ansicht vertritt auch die Fraktion Bürger für Borna, die zwar nicht zum Stammtisch eingeladen hat, aber sich in einer Mitteilung dazu äußert. Wie bereits berichtet, lehnt die BfB die Ansiedlung eines Discounters ebenfalls ab und „sieht diesen Standort in Hinblick auf das Stadtentwicklungskonzept als nicht geeignet an“, wie Maic Staudacher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärt.

Von Julia Tonne

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