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Zauneidechse und Amphibien können den Freibad-Abriss in Borna verzögern

An der Wyhraaue Zauneidechse und Amphibien können den Freibad-Abriss in Borna verzögern

Zwar ist der Abriss des einstigen Bornaer Freibades An der Wyhraaue längst beschlossen. Ende des Jahres soll es eigentlich losgehen. Allerdings steht noch ein Gutachten aus. Dabei geht es um die Frage, inwieweit auf dem Gelände schützenswerte Tierarten leben. Die müssten dann umgesiedelt werden.

Das ehemalige Bornaer Freibad. soll abgerissen werden. Das kann sich verzögern.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Zwar ist der Abriss des einstigen Bornaer Freibades An der Wyhraaue längst beschlossen. Ende des Jahres soll es losgehen. Bisher aber fehlt noch das grüne Licht dafür. Oder vielmehr, der notwendige Förderbescheid, wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) klarmacht. Daran könnte es aber am Ende weniger hängen. Vielmehr dürfte der Naturschutz einen Strich durch die bisherigen Rechnungen machen. Darauf hat Martin Graichen, der Geschäftsführer der Ökologischen Station Birkenhain, hingewiesen.

Bevor der Abriss als Konsequenz aus dem gescheiterten Bürgerentscheid zum Wiederaufbau des 2006 geschlossenen Freibades beginnt, steht allerdings noch ein Gutachten aus. Dabei geht es um die Natur, also um die Frage, inwieweit auf dem Gelände schützenswerte Tierarten leben. „Die müssten dann umgesiedelt werden“, so Luedtke. Die Suche nach seltenen Tieren kann jedenfalls dauern. Im Falle der einstigen Neuseenland-Grundschule in Borna-Ost dauerte es ein halbes Jahr, bis klar war, dass das Bauwerk aus den 70er Jahren entfernt werden konnte und dabei kein Tier zu Schaden kam.

Ökostationschef Graichen hält es schlichtweg für „nicht realistisch“, dass mit dem Abriss des Freibades noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Das Freibad-Gelände sei nachgerade „ein Hotspot für bestimmte Arten“. Zunächst müsse in Erfahrung gebracht werden, welche schützenswerten Arten dort zu finden seien. Graichen weiß, wovon er spricht. Die Ökostation gehört zu den Einrichtungen, die dazu in der Lage sind, derartige Untersuchungen vorzunehmen. Die notwendigen Prüfungen vor Ort könnten aber in diesem Jahr auf keinen Fall mehr erfolgen. „Das geht nur im Frühjahr.“

So sei es sehr gut möglich, dass die Gebäude auf dem Areal als Brutplatz oder als Fledermausquartier genutzt würden. Für den Experten steht auch fest, dass sich in den Schwimmbecken Amphibien angesiedelt haben. Denkbar sei zudem, dass auf dem Freibadgelände Zauneidechsen gefunden werden, eine sensible Tierart, die nur einen Aktionsradius von 80 Metern hat und deshalb umgesiedelt werden müsste. Graichen rechnet damit, dass die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Auflagen für den Umgang mit den schützenswerten Arten erlässt.

Die Bewilligung der entsprechenden Gelder verzögert sich, weil die Richtlinien der sächsischen Staatsregierung verändert wurden, sagt Oberbürgermeisterin Luedtke. Zugleich macht sie klar, dass mit dem Abriss der Bassins und Gebäude nicht die Leitungen auf dem Gelände gekappt werden.

Das dürfte für Henry Kunze eine gute Botschaft sein. Der Mann vom Blau-Gelb Borna, im Nebenjob auch CDU-Ortsverbandsvorsitzender, hatte auf der letzten Stadtratssitzung gefragt, ob die Sportler des Vereins auf ihrem Domizil neben dem Freibad künftig ohne Strom und/oder Wasser dastehen, weil die vorhandenen Leitungen womöglich entfernt würden. „Nein“, lautet die Antwort dazu aus dem Munde der Oberbürgermeisterin. „Die Leitungen, die durch das Freibad führen, bleiben liegen.“

Von Nikos Natsidis

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