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Borna Zauneidechsen müssen für Groitzscher Radweg nach Pödelwitz weichen
Region Borna Zauneidechsen müssen für Groitzscher Radweg nach Pödelwitz weichen
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16:32 05.04.2018
Solche Zauneidechsen müssen umgesiedelt werden, bevor der Bau des Radweges beginnen kann. Quelle: Harald Krug
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Groitzsch/Pödelwitz

Die zeitliche Dimension des Autobahn-Baus von Chemnitz nach Leipzig hat das Radweg-Projekt zwischen Groitzsch und Pödelwitz zwar (noch) nicht. Doch weit mehr als zehn Jahre dauern Hoffen und Warten vor allem der Dorfbewohner an der Strecke schon an. Nun sind die Blicke gespannt auf dieses Jahr gerichtet. Der Bau soll nun endlich im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) durchgeführt werden – dringend, heißt es, weil der Bund das Geld für die Arbeiten an der Trasse jetzt tatsächlich bereitstellt.

Die Planung für den Radweg entlang der Bundesstraße 176 auf der ehemaligen Gleisanlage wird zwar vom Freistaat über das Lasuv finanziert, aber von der Stadt Groitzsch organisiert. Der Technische Ausschuss des Stadtrates hat die Leistungsphasen 5 und 6 an das Ingenieurbüro Martin aus Leipzig vergeben, das für 13 100 Euro die Ausführungsunterlagen erstellen und Ausschreibungen vorbereiten will. Die Messestädter sind schon seit Jahren mit dem Projekt befasst, haben auch die vorherigen Phasen abgearbeitet. Bei der Vergabe des Auftrags an eine Baufirma wird dann sicherlich das Landesamt wieder mitreden, das von Groitzsch regelmäßig informiert und einbezogen wird. Die eigentlichen Arbeiten für den etwa fünf Kilometer langen Radweg sollen im Mai beginnen, ist der bisherige Stand.

Zuvor allerdings ist eine Umsiedlung der Bewohner erforderlich: Streng geschützte Zauneidechsen müssen umgesetzt werden, haben ökologische Untersuchungen ergeben. Nichts Neues für Groitzsch, das hat die Kommune bereits beim Wohnbaugebiet „Wiesenblick“ erlebt (die LVZ berichtete). Diese Aufgabe wird die Ökologische Station Borna-Birkenhain übernehmen, die mit circa 27 600 Euro das günstigste Angebot vorlegte. Ihre Mitarbeiter sollen ab April die aufgescheuchten, weghuschenden Reptilien einsammeln, wenn der Schotter des früheren Gleisbetts für eine Reinigung aufgenommen wird; er bildet dann eine Unterschicht für den Radwegbelag. Die Tiere werden in vorbereitete Habitate, neue Lebensräume, umgesetzt. Die Öko-Station muss dann auch die von der Unteren Naturschutzbehörde geforderte Kontrolle (Monitoring) über fünf Jahre ausführen.

Bei dieser Vergabe schüttelten die Mitglieder des Technischen Ausschusses die Köpfe. „Hier nimmt der Wahnsinn seinen Lauf“, lautete ein Einwurf. „Für mich ist das Verschwendung von Steuermitteln“, ein anderer. Um das Projekt allerdings nicht zu gefährden, stimmten alle zu. Insgesamt – Planung, Bau, Nebenarbeiten – kostet es rund 1,2 Millionen Euro.

Von Olaf Krenz

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