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Zehn Groitzscher Ortsteile können bald schneller surfen

Vergabe im Stadtrat Zehn Groitzscher Ortsteile können bald schneller surfen

Nur noch anderthalb Jahre – maximal. Dann sind die Haushalte in zehn Groitzscher Ortsteilen so schnell im Internet unterwegs, dass die Nutzer sich wohl nur langsam daran gewöhnen werden. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, die Telekom mit der Verbesserung der Breitbandversorgung zu beauftragen.

In zehn Groitzscher Ortsteilen soll es beim Surfen im Internet schneller gehen – in spätestens anderthalb Jahren.

Quelle: dpa

Groitzsch. In den Groitzscher Ortsteilen Langenhain, Nöthnitz, Hemmendorf, Berndorf, Nehmitz, Kleinhermsdorf, Hohendorf, Oellschütz, Obertitz und Cöllnitz könnten am Donnerstagabend die Sektkorken geknallt haben. Denn der Stadtrat hat an dem Abend den Beschluss gefasst, die Telekom mit den Arbeiten zur Verbesserung der Breitbandversorgung zu beauftragen. Zwei Varianten stellte Andreas Müller, stellvertretender Sachgebietsleiter Bauverwaltung und unter anderem zuständig für die IT, den Räten vor. Doch letztlich blieb nur eine übrig, die in den kommenden 18 Monaten umgesetzt werden soll.

Eine Möglichkeit wäre gewesen, Glasfaserkabel direkt bis an die 316 betroffenen Haushalte zu legen. „Allerdings kostet das auch rund eine Million Euro“, machte Müller während der Sitzung deutlich. Variante zwei fand dann die Zustimmung des Gremiums. Die Telekom setzt bei der Breitbandversorgung auf das sogenannte Vectoring. „Das heißt, dass nur die vorhandenen Schaltgehäuse erneuert und an das Glasfasernetz angeschlossen werden“, erklärt Groitzschs Bürgermeister Maik Kunze (CDU). Durch aktive Technik in den neuen Schaltgehäusen würden die Signale vom Glasfaserkabel an die vorhandenen Kupferleitungen, die zu den Grundstücken führen, übergeben. Damit werde auf jeden Fall eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit erreicht. Und das ist für die Ortsteile ein Vielfaches dessen, was derzeit ankommt. Wie Kunze deutlich machte, „müssen sich die Haushalte derzeit teilweise mit Modem-Geschwindigkeit zufrieden geben“ – und Stunden warten, bis Bilder hochgeladen sind oder eine Wegbeschreibung angezeigt wird.

Mit dem Beschluss des Stadtrates geht einher, dass die Stadt die bereits vom Freistaat bewilligten Fördermittel aus dem Landesprogramm „Digitale Offensive Sachsen“ nicht in Anspruch nehmen wird. Denn diese Mittel können nicht für das Vectoringverfahren genutzt werden. Die Umsetzung von Variante Eins hingegen und die damit verbundenen Kosten in Höhe von rund einer Million Euro hätte zwar zu 75 Prozent gefördert werden können, allerdings hätte Groitzsch dafür 250 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen müssen. „Und das sind illusorische Preise“, betonte Kunze.

Bei der nun beschlossenen Variante muss die Stadt nun immerhin noch 14 000 Euro selbst aus dem Stadtsäckel beisteuern. Rund 42 000 Euro kommen aus dem Fördermitteltopf „Sächsisches Investitionskraftstärkungsgesetz“. Müller rechnet damit, dass in spätestens anderthalb Jahren die Vectoring-Technik Einzug gehalten hat. Das mag für die zehn Ortsteile zwar lange klingen, ist aber eine absehbare Zeit.

Der Stadtrat hatte sich in seiner Sitzung jedoch nicht nur mit der Breitbandversorgung beschäftigen müssen. Er beschloss zudem, die Firma Cosimo aus Frohburg damit zu beauftragen, die 40 Computer-Arbeitsplätze in der Oberschule zu erneuern. „Die bisherige Technik ist acht Jahre alt und entspricht nicht mehr den Anforderungen“, begründete der Rathauschef. Er hofft, „dass das nun schneller klappt als das neue Chemiekabinett“. Dieses sollte bereits mit Beginn des Schuljahres fertig sein, kann aber noch immer nicht genutzt werden, da sich die Lieferung eines Teils hinzieht. Die Anschaffung der neuen PC-Technik kostet die Stadt rund 23 000 Euro.

Weitere Beschlüsse waren der Bau des neuen Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Großstolpen und die ersten Verkäufe von Grundstücken im derzeit entstehenden Wohnbaugebiet „Wiesenblick“. Zudem gaben die Räte grünes Licht, Grimma damit zu beauftragen, „für uns tätig zu werden, was die Anschaffung eines Drehleiterfahrzeugs betrifft“, wie Kunze erklärte. Groitzsch, Grimma, Borna und Wurzen wollen aus Kostengründen in einer gemeinsamen Bestellung je ein Drehleiterfahrzeug anschaffen.

Von Julia Tonne

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