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Zoff im Kulturpark Deutzen: Fest zum 50-jährigen Bestehen abgesagt

Personal-Querelen Zoff im Kulturpark Deutzen: Fest zum 50-jährigen Bestehen abgesagt

In Deutzen wird es kein Fest zum 50-jährigen Bestehen des Kulturparkes geben. Stattdessen verbreitet eine gekündigte Mitarbeiterin im Jubiläumsjahr auf Facebook schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer.

Erst vor einer Woche erlebten hunderte Besucher im Kulturpark Deutzen das Festival adriAkustik. Ein Fest zum 50jährigen Bestehen des Parkes wird nicht stattfinden.

Quelle: Archiv/Julia Tonne

Neukieritzsch/Deutzen. Ausgerechnet im 50. Jahr seines Bestehens gibt es im Kulturpark Deutzen schweren Zoff. Die Bornaerin Gudrun Jugel (66), die über viele Jahre hinweg Veranstaltungen organisiert hat und sich um das Jubiläumsfest kümmern sollte, erhebt auf Facebook schwere Vorwürfe gegen Park-Geschäftsführer Michael Wagner (40). Der will sich juristisch zur Wehr setzen. Das Jubiläumsfest fällt aus.

Gudrun Jugel nennt auf ihrer Facebookseite weder den Ort noch Namen, wohl aber den „Kulturpark“, in dem „ein kleiner König“ regiere. Der Vorwurf an den lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Mobbing gegen weibliche Angestellte. Er verbreite täglich Angst und Schrecken, behauptet Jugel und schreibt: „Zwei Dutzend Frauen jeglichen Alters sind dort gegangen, viele weinend, weil sie die Schikanen nicht mehr ertrugen.“

Michael Wagner, Geschäftsführer des Vereins Pro Regio, der den Kulturpark betreibt, kennt die Vorwürfe, die Gudrun Jugel am Mittwochvormittag gepostet hat. Der Abgeordnete im Gemeinderat von Neukieritzsch bezeichnet die Äußerungen als haltlos und nicht zutreffend. Er werde sich mit anwaltlicher Hilfe dagegen wehren.

Am Tag zuvor hatte der Kulturparkgeschäftsführer der Bornaerin gekündigt. Sie war auf Geringfügigkeitsbasis für dieses Jahr angestellt, die Finanzierung der Stelle lief über zwei Projekte. Zum einen das Schillerfest im Juni in Kahnsdorf. Dessen Organisation hatte der Kulturpark vom Heimatverein des Bornaer Landes übernommen, sie lag in den Händen von Gudrun Jugel. Ihr zweites Projekt sollte das Fest zum 50jährigen Bestehen des Kulturparkes sein. Weil dafür rund einen Monat vor dem geplanten Termin am 16. September aus Sicht des Geschäftsführers kein tragfähiges Konzept vorlag, hat der das Arbeitsverhältnis mit Gudrun Jugel fristgemäß beendet. Das Fest wurde abgesagt.

In Kommentaren zu Ihren Vorwürfen, unter denen auch mehrere zustimmenden sind, wird ihr deswegen verletzter Stolz vorgeworfen. Das bestritt Jugel gegenüber der LVZ. Der umgehend verfasste Text auf Facebook sei keine Racheaktion, die Schuld für das geplatzte Jubiläumsfest sehe sie bei Wagner. Ihr sei auch klar, dass die öffentlich gemachte Vorwürfe für sie nun der endgültige Bruch mit dem Kulturpark sind.

Jugels Zusammenarbeit mit dem Kulturpark Deutzen begann 2001 mit einer ABM, später war sie auf Honorarbasis tätig. 2009 trat sie dem Verein Pro Regio bei, der Träger des Kulturparkes ist. Ein Jahr später rückte sie in dessen Vorstand auf. Nach zwei Legislaturperioden wurde sie 2014 nicht wieder gewählt, was sie offenbar für das Ergebnis einer Intrige hält.

Gudrun Jugel nimmt für sich in Anspruch, wichtige Veranstaltungen wie „Kunst und Kohle“ (2010), „Goldener Kulturherbst“ (2011) und Veranstaltungen anlässlich 25 Jahren friedlicher Revolution allein und teils „gegen den Widerstand der Geschäftsführung“, wie sie behauptet, organisiert zu haben. Im Gespräch mit der LVZ schimpft sie: „Meine Arbeit ist nie anerkannt worden. Steine wurden mir in den Weg gelegt.“

Laut Michael Wagner könne keine Rede davon sein, dass sie große Veranstaltungen allein organisiert hätte. Auch andere Mitarbeiter sehen in Jugels Äußerungen eher die Reaktionen einer verletzten Persönlichkeit als tatsächlich berechtigte Vorwürfe. Indirekt greift Gudrun Jugel in ihrem Text nicht nur Wagner an, sondern auch dessen Mitarbeiter, die sie als „Steigbügelhalter“ bezeichnet. Zumindest die männlichen.

Von André Neumann

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