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Borna Zoff im Ortsverband der Linken von Borna: Partei-Mitglied zum Austritt aufgefordert
Region Borna Zoff im Ortsverband der Linken von Borna: Partei-Mitglied zum Austritt aufgefordert
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15:43 03.05.2017
Frank Feldmann. Quelle: Dpa
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Borna

Der Bornaer Stadtrat Gunther Sachse (Fraktion „Bürger für Borna“/BfB) soll die Linken verlassen. Dazu hat ihn Frank Feldmann, Stadtratskollege von Sachse und Vorsitzender des Linken-Ortsverbandes Borna, aufgefordert. Sachse hatte sich jetzt der BfB-Fraktion angeschlossen, nachdem er die Linken-Fraktion vor knapp einem Jahr verlassen hatte (die LVZ berichtete). Ob Sachse, der nach wie vor Mitglied bei den Linken ist, tatsächlich die Partei verlassen muss, ist aber noch offen.

Gunther Sachse. Quelle: Thomas Kube

Feldmann rechnet mit dem „werten Genossen Sachse“ in einem Brief, der auch der LVZ vorliegt, ab. Dabei wirft er ihm vor, mit seinem Eintritt in die BfB-Fraktion seine Mitgliedschaft bei den Linken „verwirkt“ zu haben. Auch habe er auf seine Frage, „warum wir nicht mehr persönlich miteinander reden“, bisher keine Antwort erhalten, so der 77-Jährige. Sachses Ankündigung vor Jahresfrist, nach seinem Austritt aus der Linken-Fraktion keiner anderen Stadtratsfraktion beizutreten, sei für den Mann vom Jahrgang 1963 „Schnee von gestern“. Feldmanns Fraktionskollege Tino Johne wirft Sachse Beliebigkeit vor. Sein Übertritt zur BfB-Fraktion sei „peinlich“.

Frank Feldmann. Quelle: Andreas Döring

Sachse erklärt, er werde die Linken nicht verlassen. Wenn seine Parteifreunde nicht mit kritischen Stimmen umgehen könnten, „dann kann ich das nicht ändern“. Sachse hatte die Linken-Fraktion kurz vor dem Bürgerentscheid über die Wiedereröffnung des Freibades An der Wyhraaue verlassen, nachdem neue Zahlen über die Kosten dafür bekannt geworden waren. Er hatte bei der Stadtratswahl vor drei Jahren 911 Stimmen erhalten. Von seinen damaligen Wählern hätten „nicht alle nur den Linken Gunther Sachse gewählt, sondern auch die Person“.

Die BfB hätten jedenfalls kein Problem mit seiner Parteimitgliedschaft. Er wolle die Partei nicht verlassen, weil er deren Grundanliegen für gut halte. Wenn seine Bornaer Parteifreunde das wollten, „dann müssen sie mich rausschmeißen“. Im Übrigen könne er sich vorstellen, bei der nächsten Stadtratswahl im Jahr 2019 für die BfB zu kandidieren.

Ob Sachse tatsächlich bei den Linken bleiben kann, ist letztlich eine Sache des Bornaer Ortsverbandes. Bei den Linken gebe es nur zwei Ausschlussgründe, sagt der Vorsitzende des Linken-Kreisverbandes Westsachsen, Holger Luedtke. Neben der Nichtzahlung von Parteibeiträgen gehöre „parteischädigendes Verhalten“ dazu.

Ein vergleichsweise großzügig gefasster Begriff, der Raum für Auslegungen lässt und noch aus der Wendezeit stammt, als sich die vormalige Staatspartei SED mit Blick auf die Allmacht der einstigen Parteikontrollkommission betont ge-schmeidig gab. Luedtke weiter: Wenn der Ortsverein Sachses Fraktionswechsel als parteischädigend betrachte, lande die Angelegenheit vor einem parteiinternen Schiedsgericht.

Von Nikos Natsidis

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