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Borna Zug von Böhlen nach Espenhain soll wieder Fahrt aufnehmen
Region Borna Zug von Böhlen nach Espenhain soll wieder Fahrt aufnehmen
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00:34 14.04.2018
Gebrüder Würfel Ronny und Daniel Würfel von der Thüringer Bahninitiative. Quelle: Nikos Natsidis
Groitzsch/Espenhain

Sie sind Enthusiasten, und sie wollen eine traditionsreiche Eisenbahn-Trasse wiederbeleben. Dort, wo die Bahn viele Jahre unterwegs war. Deshalb machen sich Ronny und Daniel Würfel aus dem Groitzscher Ortsteil Großstolpen dafür stark, dass in der Perspektive wieder Züge von Böhlen nach Espenhain, aber auch von Gaschwitz über Zwenkau und Groitzsch nach Lucka rollen. Mit einer entsprechenden Petition an den sächsischen Landtag hatten die Brüder jetzt zwar kein Glück. Dennoch wollen sie weitermachen – mit Hilfe des Bundes und auch der EU.

Diese alten Eisenbahnstrecken wollen Ronny und Daniel Würfel wiederbeleben: Künftig soll die Bahn von Gaschwitz nach Groitzsch fahren. Aber auch die frühere, durch den Bergbau genutzte Verbindung von Böhlen nach Espenhain wäre eine Option. Die alte Strecke könnte nach Kitzscher und Frohburg verlängert werden. Quelle: Patrick Moye

Anliegen vom Petitionsausschuss Sachsens abgelehnt

In einem Schreiben an den Petitionsausschuss hatten sich die beiden Mittvierziger dafür stark gemacht, die Eisenbahnstrecke von Böhlen nach Espenhain – angesichts von 10 000 Beschäftigen in der Braunkohleveredlung und im Tagebau Espenhain bis zum Ende der DDR von großer Bedeutung – wieder in Betrieb zu nehmen. Zudem hatten sie gefordert, die Strecke nach Kitzscher und Frohburg zu verlängern. Der Verkehr auf den Gleisen bis Espenhain war nach dem Aus für die Großbetriebe eingestellt worden.

Auf der Strecke von Zwickau nach Halle kommt die S-Bahn an Böhlen vorbei. Quelle: Jens Paul Taubert

Eine Wiederaufnahme oder gar ein Streckenneubau, wie er von Espenhain nach Kitzscher notwendig wäre, lohne sich aber nicht, wurde den Brüdern aus Dresden beschieden. Begründung: Die Mindestauslastung von täglich 1000 Reisenden für diese Strecke, die derzeit noch von einem Schrotthändler genutzt wird, komme angesichts der aktuellen Einwohnerzahlen niemals zusammen.

Die Strecke Gaschwitz und Groitzsch war früher viel befahren

Auch für die von den beiden Brüdern gewünschte Wiederbelebung der Strecke von Gaschwitz nach Groitzsch und weiter ins Thüringische hat der Mitteilung des Petitionsausschusses zufolge keine realistische Chance. Dabei, finden Ronny und Daniel Würfel, habe es gerade diese Bahnverbindung, die bis Mitte der 70er-Jahre existierte, verdient, wieder genutzt zu werden. Dafür allerdings müssten auf der vormaligen Streckenführung erst wieder Gleise verlegt werden. Teile davon sind mittlerweile zum Radweg geworden. „Aber der gilt nur als Platzhalter“, macht Ronny Würfel klar. Heißt: Durch die derzeitige Nutzung durch Radfahrer werde vor allem verhindert, dass die Stelle als solche überbaut wird.

Bahnschlüsse und ihre Bedeutung für die Kommunen

Den beiden Brüdern, die aus Hannover stammen und die seit vier Jahren wieder dort wohnen, wo einst ihre Familie herkam, geht es mit ihren konkreten Vorschlägen ums große Ganze. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt durch Fahrgasterhebungen in Zügen und wissen dadurch, wie Fahrgäste ticken. Sie sind davon überzeugt, dass Bahnanschlüsse für die Entwicklung von Städten und Gemeinden von großer Bedeutung sind. „Wo der Bahnhof stirbt, stirbt auch der Mensch.“ Im anderen Fall profitiere eine Kommune von der Anbindung ans Eisenbahnnetz wie auch von funktionierenden Busverbindungen.

Daniel und Ronny Würfel wollen sich deshalb von der Botschaft des Petitionsausschusses des Landtages nicht entmutigen lassen. Deshalb werden sie Kontakt mit dem neuen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aufnehmen. Zudem haben sie die Verkehrsplaner in der europäischen Kapitale Brüssel im Blick.

Von Nikos Natsidis

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