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Zukunftsangst und Vorwürfe bei Edeka

Zukunftsangst und Vorwürfe bei Edeka

Dass die Stimmung bei den Mitarbeitern im Edeka-Lager in der Stauffenbergstraße seit langem im Keller ist, liegt auf der Hand. Im März 2015, so heißt es, beginnt die Auflösung des Lagers zugunsten des neuen Standortes Berbersdorf an der Autobahn 72. Bis Ende nächsten Jahres ist dann sowohl in Borna als auch in Hof bei Staucha Schluss.

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Noch ist das Edeka-Lager in der Stauffenbergstraße in Betrieb. Ende nächsten Jahres soll hier Schluss ein.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Klar ist, dass längst nicht jeder der Mitarbeiter in Borna wie in Staucha eine Anschlussverwendung am neuen Standort findet. Aber nicht nur das, sagt der Bornaer Stadtratsfraktionschef Roland Wübbeke in seiner Eigenschaft als Rechtsvertreter des Bornaer Edeka-Betriebsrates, sei ein Problem. Seit langen schon höhle die Geschäftsführung der Edeka-Handelsgesellschaft Nordbayern/Sachsen/Thüringen mit Sitz im fränkischen Rottendorf systematisch die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates aus. Entsprechende Nachfragen der LVZ bei der Edeka-Geschäftsführung blieben allerdings ohne Antwort.

Bereits vor sieben Jahren hatte das Unternehmen seine Pläne bekannt gemacht, seine Lager in Borna und in Staucha zugunsten eines Neubaus in Berbersdorf aufzugeben. Seinerzeit trat das Unternehmen recht kulant auf. Von einem wenn auch zeitlich begrenzten Shuttle der Edeka-Mitarbeiter aus Borna an den neuen Standort war die Rede und selbstredend von Jobangeboten für die bisherigen Mitarbeiter. Mittlerweile hat eine Reihe von Bornaer Edeka-Mitarbeitern, die Rede ist von 60, das Unternehmen freiwillig verlassen, um sich andersweitig einen Broterwerb zu sichern. Aktuell arbeiten in Borna noch etwa 290 Leute, von denen etwa 60 polnische Leiharbeiter sind. Bei deren Einstellung sei aber der Betriebsrat ebenso wenig gefragt worden wie bei der Anordnung von Überstunden. Generell, so Wübbeke, werde der Betriebsrat bei vielen wesentlichen Entscheidungen, bei denen das vom Gesetzgeber vorgeschrieben sei, nicht angehört. Die Geschäftsführung nehme das Gremium nicht ausreichend ernst. Zudem stehen Vorwürfe im Raum, denen zufolge Mitarbeiter des Lagers in der Stauffenbergstraße bisweilen länger als die maximal möglichen zehn Stunden am Tag arbeiten müssten. Ein Vorwurf, zu dem sich die Edeka-Geschäftsführung allerdings genauso wenig äußert wie zum Vorhalt, dass die Erfassung der Arbeitszeiten der Mitarbeiter nicht immer korrekt erfolge. Unter den Mitarbeitern heißt es, dass das Erfassungssystem manipuliert werde.

"Die Stimmung ist schlecht", sagt Wübbeke, der bei der Verlagerung des Bornaer wie des Hofer Edeka-Lagers an die A 72 auch an der Sinnhaftigkeit der sächsischen Förderrichtlinien zweifelt, obwohl er als CDU-Mann ansonsten von der Weisheit der Dresdner Staatsregierung überzeugt ist. Im konkreten Fall aber werde das Handelsunternehmen mit Fördergeldern belohnt, um mit der Errichtung des neuen Lagers 250 Arbeitsplätze abzubauen.

Denn so viel scheint klar. Wenn im neuen Lager 308 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, reicht das in keinem Fall für sämtliche Edeka-Beschäftigten an den beiden bisherigen Standorten. Ohnehin machen Gerüchte die Runde, dass in Berbersdorf unterm Strich nur noch 250 Leute Arbeit finden. Dass es für die Mitarbeiter einen Sozialplan gibt, helfe da nur bedingt. Vielmehr, so Wübbeke, gebe es Benachteiligungen von Mitarbeitern, die womöglich durch kritische Äußerungen auffällig geworden sind, wenn die zuständige Auswahlkommission über die Besetzung der Stellen im neuen Lager entscheide. Viele der aktuellen Edeka-Mitarbeiter müssten befürchten, Ende 2015, wenn Edeka seine Zelte in Borna endgültig abgebrochen hat, auf der Straße zu stehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2014
Nikos Natsidis

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