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Zukunftsstiftung Südraum prämiert

Wirtschaftstag in Zwenkau Zukunftsstiftung Südraum prämiert

Die Zukunftsstiftung Südraum hat sich Themen mit gesellschaftlicher Relevanz verschrieben. Beim BVMW-Wirtschaftstag der Landkreise Leipzig und Altenburger Land sowie dem Burgenlandkreis am Donnerstag in Zwenkau wird sie einen Preis für wissenschaftliche Abschlussarbeiten vergeben.

Beim Wirtschaftstag der Landkreise Leipzig und Altenburger Land sammelte die Zukunftsstiftung Südraum Visionen für die Region.

Quelle: André Kempner

Landkreis Leipzig. „Wir würden auch eine besondere Lernleistung prämieren“, sagt René Bischoff. Damit meint das Vorstandsmitglied der Zukunftsstiftung Südraum die Jahresarbeiten von Schülern, die durchaus wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Frühere Vorstöße der Stiftung in diese Richtung, etwa beim Bornaer Gymnasium Am Breiten Teich, scheiterten allerdings. Anders sieht es mit dem Preis für wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus, den die Zukunftsstiftung auch in diesem Jahr wieder vergeben wird. Allerdings, macht Joachim Kahlert klar, bei Vattenfall für Technisches Kraftwerksmanagement zuständig und früher selbst lange Jahre Kraftwerkschef in Lippendorf, will die Stiftung mehr. Das wird am neuen Stammtisch deutlich, den Bischoff und Kahlert mit ihrem Vorstandskollegen Markus Krabbes, Professor und Prorektor an der Hochschule für Technik, Wissenschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig, im letzten Jahr ins Leben gerufen haben.

Eine Plattform für Vertreter von Schulen, Hochschulen und Unternehmen, die auf diese Weise miteinander ins Gespräch kommen sollen. Im letzten Jahr ging es dabei um das Thema Fachkräftemangel, „schon weit vor der Flüchtlingskrise“, sagt Kahlert. Ein Thema von gesellschaftlicher Relevanz, und darum geht es der Stiftung in Zukunft verstärkt. Das dürfte auch auf dem BVMW-Wirtschaftstag der Landkreise Leipzig und Altenburger Land sowie dem Burgenlandkreis am Donnerstag in Zwenkau deutlich werden, auf dem die Stiftung auch den diesjährigen Preis für wissenschaftliche Abschlussarbeiten übergeben will, der mit 1000 Euro dotiert ist.

Üblicherweise präsentieren sich Firmen an den Ständen beim Wirtschaftstag. Anders die Zukunftsstiftung. Sie will die jungen Leute in den Mittelpunkt stellen, die hinter der Internetplattform nixlos.de stehen. Es handelt sich dabei um das Flexible Jugendmanagement und damit um Leute, von denen es nach Überzeugung des Stiftungsvorstandes viel mehr geben könnte. Vor allem weil deren Engagement zu konkreten Ergebnissen führen könne, wie Krabbes mit Blick auf den Bau von Skaterbahnen in Kitzscher und Kohren-Sahlis sagt.

Die Stiftung sieht ihr Betätigungsfeld im Leipziger Südraum, „wobei wir das nicht so eng fassen“, wie Kahlert betont. So gehöre auch das Muldental mit ins Blickfeld, aber auch die angrenzenden Regionen in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Vor einigen Jahren lobte die Stiftung auch einen Zukunftspreis aus. Der ist mittlerweile zu einem Teil des IQ-Innovationspreises Mitteldeutschland geworden, den die Metropolregion Mitteldeutschland auslobt. Die Gelder der Stiftung, mit denen einst der Zukunftspreis gespeist wurde, sind jetzt Bestandteil eines Preises der Metropolregion für den Bereich Chemie/Umwelt.

Themen, die der Stiftung besonders am Herzen liegen, aber keineswegs dominieren müssen. Das wird bei den Preisen für wissenschaftliche Abschlussarbeiten deutlich, wenn etwa jetzt eine Arbeit ausgezeichnet wird, in der es um die Möglichkeiten geht, wie sich Rohrleitungen durch Abraumhalden verlegen lassen. Und es versteht sich, dass die Adressaten der Preisausschreibung besonders die Leipziger Universität und die HTWK sind.

Die Ursprünge der Zukunftsstiftung Südraum liegen in der Aktion „Eine Mark für Espenhain“, die der einstige Röthaer Pfarrer und spätere Leipziger Regierungspräsident Walter Christian Steinbach in der 80er-Jahren im Rahmen des Christlichen Umweltseminars Rötha (CUR) initiierte. Dabei waren bis zur Wendezeit beachtliche 100 000 DDR-Mark zusammengekommen, nach der Währungsunion immerhin 50 000 D-Mark. Geld, das lange ruhte und mit dem 1999, im Jahr der Inbetriebnahme des heutigen Vattenfall-Kraftwerks Lippendorf die Zukunftsstiftung gegründet wurde – nachdem einige potente Unterstützer das Stiftungskapital auf knapp anderthalb Millionen Mark erhöht hatten.

Vorstandsmann Kahlert betont, dass die Stiftung für weitere Impulse offen ist. Selbst für die Unterstützung von Besonderen Lernleistungen von Schülern. So, wie es bereits vor Jahren einmal war. Seinerzeit hatten sich Schüler des Markkleeberger Hildebrandt-Gymnasiums mit dem ph-Wert des Zwenkauer Sees beschäftigt – und waren von der Zukunftsstiftung unterstützt worden.

Von Nikos Natsidis

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