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Borna Zwei Cannabis-Plantagen – zwei Verdächtige – zwei Ermittlungsstrategien
Region Borna Zwei Cannabis-Plantagen – zwei Verdächtige – zwei Ermittlungsstrategien
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18:19 12.09.2018
Mehr als 3000 erntereife Marihuanapflanzen fand das LKA in dieser Indoor-Plantage in Borna. Die Beamten beschlagnahmten sie. Quelle: LKA
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Leipzig/Borna/Lippendorf

Zwei Fälle aus der Region Borna, in denen Cannabis-Plantagen im großen Stil angelegt worden waren, beschäftigen aktuell die Ermittlungsbehörden. Während das Gerichtsverfahren gegen einen 46-jährigen Polen, der an der Aufzucht von 3000 Marihuanapflanzen in einer Bornaer Lagerhalle beteiligt gewesen sein soll, unmittelbar vor dem Ende steht, ist ein 62-jähriger Lippendorfer auf freiem Fuß. Gegen ihn richtet sich der Tatverdacht, eine Indoor-Plantage mit 500 Pflanzen betrieben zu haben.

Zeuge erscheint nicht vor Gericht

Der Urteilsspruch der 8. Strafkammer des Landgerichtes Leipzig im Prozess wegen eines Drogenverbrechens gegen Rafal J. sollte am Mittwoch fallen. Daraus wurde nichts. Der Kammer unter Vorsitz von Richterin Katrin Seidel fehlt die Zeugenaussage eines Mannes, der trotz Ladung seit Wochen nicht vor Gericht erschien. „Er hat den Gebrauch seines Aussageverweigerungsrechtes zwar mündlich erklärt, aber nicht schriftlich oder persönlich im Gerichtssaal geltend gemacht“, erklärte Seidel während der Verhandlung am Mittwoch. Auf die Aussage des Mannes könne nicht verzichtet werden – respektive auf seine juristisch einwandfreie Erklärung zur Aussageverweigerung. Darum wurde die Verhandlung erneut ausgesetzt – das Urteil wird nun erst Ende September gesprochen. Gegen den Zeugen wurde indes ein Ordnungsgeld von 200 Euro verhängt.

BKA gibt entscheidenden Tipp

Der 46-jährige Angeklagte sitzt seit Ende Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft. Damals hatten Spezialkräfte des Landeskriminalamtes und der Polizei die Lagerhalle in der Deutzener Straße gestürmt und eine hochprofessionelle Zuchtanlage für Marihuana sichergestellt. Der entscheidende Tipp kam damals vom BKA.

Ermittlungen gegen 62-jährigen Lippendorfer

Mitte vergangener Woche stellten Polizeibeamte zehn Kilometer entfernt wieder eine Indoor-Plantage für Cannabis sicher. In Lippendorf war ein 62-Jähriger nach wochenlangen Ermittlungen aufgeflogen. Er soll 500 Pflanzen gezüchtet, das Marihuana bereits geerntet und offenbar teilweise schon verkauft haben. In der Wohnung des Tatverdächtigen und in der Lagerhalle wurden Bargeld und Reste von Cannabis gefunden.

Keine Fluchtgefahr

Die Ermittlungen zu unerlaubtem Cannabisanbau sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig richtet sich die Arbeit jetzt „auf die Möglichkeit, dass der Mann noch weitere Anlagen illegal betrieben haben könnte“, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit. Weil weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr bestehe, so die Sprecherin weiter, sei der Mann aus dem Südwesten des Landkreises Leipzig nicht in U-Haft. Ob er sich zu den Vorwürfen eingelassen hat, wurde nicht mitgeteilt.

Rafal J. ist vorbestraft und sagt seit knapp acht Monaten nichts zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Die wirft ihm Mittäterschaft vor. Die Plantage in der Deutzener Straße in Borna hat er nicht alleine betrieben. Höchstwahrscheinlich war der 46-Jährige ein Handlanger anderer, der die Zucht bewachen sollte. Mehrmals zeichneten Überwachungskameras Autos mit Berliner oder polnischem Kennzeichen auf dem Firmengelände auf. Die Hallen waren von einer Berliner Briefkastenfirma angemietet worden. An der Postadresse des Unternehmens in der Hauptstadt fanden die Ermittler nicht mal ein Klingelschild, geschweige denn ein Büro, wie ein Kripo-Kommissar aussagte.

Zugriff nach anonymem Hinweis

Auch im Fall der Lippendorfer Anlage sammelten die Ermittler wochenlang vorher Hinweise ehe sie zugriffen. Ein anonymer Hinweis soll sie zu dem 62-Jährigen geführt haben. Die Ernte hatte der da bereits eingefahren. Und ist jetzt auf freiem Fuß.

Von Thomas Lieb

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