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Zwei Jahre nach der Eingemeindung: „Das Geld ist immer noch knapp“

Espenhain Zwei Jahre nach der Eingemeindung: „Das Geld ist immer noch knapp“

Vor zwei Jahren gab Espenhain seine Selbstständigkeit auf und wurde nach Rötha eingemeindet. Die LVZ fragt Einwohner nach Vor- oder Nachteilen in der größeren Kommune.

Gastwirt Peter Petters engagiert sich seit langem in der Kommunalpolitik. Für ihn gab es zur Eingemeindung keine Alternative.

Quelle: Andreas Döring

Espenhain. Seit 1. August 2015 ist Espenhain nicht mehr selbstständig. Das Dorf mit seinen bisherigen Ortsteilen Mölbis, Pötzschau und Oelzschau gehört nun seit zwei Jahren zu Rötha. Was hat sich verändert? Gibt es Vor- oder Nachteile? Die LVZ hat bei Einwohnern nachgefragt.

Peter Petters, Gastwirt der „Aspe“, meint: „Es läuft im Großen und Ganzen gut.“ Der 74-Jährige war lange Jahre Gemeinderat in Espenhain, sitzt heute für die Linken im Röthaer Stadtrat und ist auch im Kreisrat vertreten. Für seinen Heimatort habe es zur Eingemeindung keine Alternative gegeben. Denn: Das Dorf mit seinen rund 2500 Einwohnern sei zu klein gewesen, um weiter eigenständig zu bleiben und „außerdem hatten wir viele Schulden“. Dafür treffe die Gemeinde keine Schuld, Gewerbesteuer in Größenordnung seien nicht gezahlt worden, berichtet der Kommunalpolitiker. „Espenhain wurde von Rötha also mit Schulden übernommen und nun gibt es einen Plan für die nächsten Jahre, wie wir da Schritt für Schritt rauskommen.“

Das fehlende Geld würden natürlich die Bürger merken, hier und da gebe es deshalb Kritik und Ärger. Der Ortschaftsrat, in dem Petters ebenfalls mitarbeitet, trifft sich einmal pro Monat, um die Belange vor Ort zu besprechen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Rötha bemühe man sich dann um Lösungen. Das funktioniere im Rahmen der Möglichkeiten „gut“. Wichtige Veranstaltungen wie „unser großes schönes Dorffest“ würden nach wie vor stattfinden.

„Naja, die Geldprobleme sind auch nach der Eingemeindung geblieben“, sagt Jens Seiferth, Mitarbeiter des Bauhofes Espenhain. Der 47-Jährige und seine Kollegen reparieren gerade die Dachrinne am ehemaligen Gemeindeamt. Es sind die letzten kommunalen Handgriffe. Das Haus, in dem eine Allgemeinmedizinerin ihre Praxis hat, wurde verkauft (die LVZ berichtete). Arbeit für die vier Männer des Bauhofes gibt es genug, sie betreuen ein großes Gebiet mit vielen kommunalen Straße, Gebäuden und Grünflächen, neben Espenhain auch in den umliegenden Dörfern. Daher sei man froh über Hilfe zum Beispiel von Ein-Euro-Jobbern. Seiferth habe sich erhofft, dass die Geldsorgen in der größeren Kommune kleiner werden, das sei bisher aber leider noch nicht passiert.

In der Espenhainer Kindertagesstätte hat sich seit der Eingemeindung nicht viel verändert. „Das einzige, was Eltern jetzt beachten müssen, ist die Anmeldung an anderer Stelle“, sagt Heike Kleine. „Das ist jetzt nur noch in der Stadtverwaltung Rötha möglich.“ Frühen gingen die Mütter und Väter deshalb ins Gemeindeamt gegenüber. Die 53-Jährige ist stellvertretende Leiterin im Kinderhaus und füllt gerade Griesbrei mit Kirschen auf die Teller der Krippensteppkes. Am System der Verteilung von Plätzen für die Kleinen habe sich jedoch nichts geändert. Nun ja, die Kommune habe nicht viel Geld, „aber die Haushaltssperre wurde ja jetzt wieder aufgehoben“, so die Erzieherin. Wie auch immer: „Bei uns im Kindergarten läuft alles gut.“

Die Sache mit den Finanzen kommt auch bei Jana Seiferth, Geschäftsführerin der Fleischerei Vockert an der B 95, zur Sprache: „Espenhain hatte als selbstständige Gemeinde kein Geld, aber jetzt ist es nicht anders. Das Geld ist immer noch knapp.“ Ansonsten „läuft alles wie bisher“. Für sie persönlich sei es kein Problem, dass bestimmte Wege eventuell weiter geworden sind, „so oft muss ich ja nicht zur Behörde“.

Von Claudia Carell

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