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Zwei Optionen fürs Jobcenter in Borna

Zwei Optionen fürs Jobcenter in Borna

Nach dem Immobilien-Transfer zwischen Freistaat und Landkreis sind die ersten Schritte für den Neubau der Straßenmeisterei Wurzen auf den Weg gebracht. Der zuständige Kreistagsausschuss hat in der vorigen Woche die Planungsleistungen in Auftrag gegeben.

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Das Behördenzentrum in der Bornaer Brauhausstraße gilt als eine Option, um einmal das Kommunale Jobcenter in der Kreisstadt unter einem Dach zu vereinen.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Finanzdezernent Dirk Rasch geht davon aus, dass die Planungen in diesem Jahr abgeschlossen werden und 2015 Baustart sein kann. Der Landkreis hat sich im Gewerbegebiet im Wurzener Norden ein Grundstück reserviert, das er von der Stadt für die neue Straßenmeisterei erwerben wird.

Nach dem Beschluss des Kreistages im letzten Herbst zur künftigen Unterbringung der Landkreis-Verwaltung hatte der Freistaat Sachsen dem Landkreis Leipzig überraschend ein Immobilien-Angebot unterbreitet (die LVZ berichtete). Das verabschiedete Konzept sah vor, die 80 Mitarbeiter des Vermessungsamtes gemeinsam mit dem Jobcenter und dem Zentralarchiv in einem sogenannten Ersatzneubau in der Bornaer Stauffenbergstraße zu konzentrieren und so auf Dauer die hohe Miete für das Vermessungsamt zu sparen. Daraufhin bot der zuständige Staatsbetrieb (SIB) dem Landkreis nicht nur die drei Straßenmeistereien in Borna, Wurzen und Großbothen an, sondern auch den sanierten Teil des Vermessungsamtes in der Leipziger Straße in Borna - zum Nulltarif. Der Deal wurde noch im alten Jahr unter Dach und Fach gebracht und im Mai vom Kreistag abgesegnet. Die Baulastablöse in Höhe von 5,98 Millionen Euro landete zum Jahreswechsel auf dem Konto des Landkreises, seit Januar muss er fürs Vermessungsamt keine Miete mehr zahlen. Dafür waren zuletzt jährlich 187 000 Euro zu berappen.

Die Baulastablöse errechnet sich nicht nur daraus, dass der Landkreis nunmehr für den Unterhalt der Gebäude zuständig ist. Mit dem Geld soll in erster Linie der Neubau der Straßenmeisterei in Wurzen finanziert werden. Geschätzte Kosten: 4,5 Millionen Euro. Das Transfer-Paket, das sich für den Landkreis auch langfristig rechnet, hatte vor allem zum Ziel, "dass es endlich mit Wurzen losgehen kann", sagt Dezernent Rasch. Dort sei alles überaltert. Wenn in der Ringelnatzstadt die neue Straßenmeisterei steht, will das Landratsamt auch die Situation der Straßenmeisterei in Borna verbessern. Sie sei zu klein, es fehle an Möglichkeiten, die Fahrzeuge unterzustellen, sagt Rasch. Der Investitionsbedarf liege bei etwa vier Millionen Euro, von denen der Freistaat 64,01 Prozent tragen werde. Auf den Landkreis kämen in Borna damit etwa 1,44 Millionen Euro zu, rechnet der Dezernent vor. Auch diese Summe sei noch mit der Baulastablöse abgedeckt.

Allerdings muss die Unterbringung der Landkreis-Verwaltung nun neu fixiert werden - auch wenn zuletzt durch diverse Ämter-Umzüge an einer besseren Auslastung der Gebäude gearbeitet wurde. Laut Rasch besteht nach wie vor das Ziel, das Kommunale Jobcenter (KJC) in der Kreisstadt unter einem Dach zu vereinen und eine Lösung für die Musikschule "Ottmar Gerster" zu schaffen. Dabei sei auch geprüft worden, den unsanierten Teil des Vermessungsamtes zu übernehmen. Doch zum einen müsse dort viel Geld investiert werden, sagt Rasch. Zum anderen habe der Freistaat damit eigene Pläne. Laut SIB (Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) sollen dort einmal das Grundbuchamt und ein Teil des Amtsgerichts unterkommen, im Doppelhaushalt 2015/16 ist für die Sanierung des Hauses aber kein Geld eingeplant.

Insofern rücken zwei Optionen ins nähere Kalkül. Entweder wird in der Stauffenbergstraße ein kleiner Ersatzneubau für 60 bis 65 Arbeitsplätze errichtet, der gegenüber der großen Variante (5,9 Millionen Euro) etwa 2,9 Millionen Euro kosten würde und die Verwaltung an einem Ort konzentriert. Oder der Landkreis mietet für das KJC eine Etage des Behördenzentrums hinterm Rathaus an, aus dem das Finanzamt 2016 auszieht. Wie berichtet, wird die Finanzbehörde in Grimma vereint. In beiden Fällen würde das Landratsamt-Gebäude in der Deutzener Straße frei werden für die Musikschule. Ein Einzug des KJC ins Behördenzentrum in der Brauhausstraße "steht und fällt aber mit dem Mietpreis", unterstreicht Finanzdezernent Rasch. Diese Variante hätte jedoch den Charme, dass in Borna das große Gebäude im Zentrum nicht leer bleibt. Erste Gespräche mit dem Verwalter habe es bereits gegeben.

Für das Archiv gibt es laut Rasch Überlegungen, im Grimmaer Gewerbegebiet eine Halle anzumieten.

Insofern wird dem am 25. Mai neu gewählten Kreistag wohl noch in diesem Jahr ein Beschluss mit zwei Varianten vorgelegt: Errichtung eines kleinen Ersatzneubaus oder Nutzung des Behördenzentrums.

Die früheren Berufsschulen am Bornaer Königsplatz und in Espenhain sind für das Landratsamt keine Option. Für das Haus am Königsplatz, das einen Verkehrswert von 370 000 Euro hat, gibt es laut Rasch drei bis vier Interessenten, unter anderem für betreutes Wohnen. "Die Veräußerung wird jetzt angegangen", bekräftigt der Dezernent. Auf eine Ausschreibung des früheren beruflichen Gymnasiums an der B 95 in Espenhain habe sich hingegen niemand gemeldet. "Ich habe wenig Hoffnung, dass sich jemand findet", sagt Rasch. Wenn in ein bis zwei Jahren hier nichts passiere, rücke wohl der Abriss ins Blickfeld.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2014
Frank Prenzel

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