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Borna Zwei neue Spuren am Tagebaurand
Region Borna Zwei neue Spuren am Tagebaurand
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11:05 20.05.2015
Bauleiter Eckhard Kretzschmar weist auf den neuen Kreisverkehr, der die Neukieritzscher Ampelkreuzung ersetzen wird. Quelle: Ralf Lehmann

Seit Montag laufen die Arbeiten am Kreisverkehr in Neukieritzsch. Ab April wird die Einbindung bei Pödelwitz gebaut. Das gewaltige Projekt des Kohleförderers Mibrag, das für die Erweiterung des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain nötig ist, biegt langsam auf die Zielgerade ein.

In den letzten Tagen hatte es nicht gepasst. Doch zuvor hatte Eckhard Kretzschmar besonders oft zum Himmel geschaut und sich gefreut, wenn die Sonne rauskam. Wasser von oben oder gar Schnee und Frost unten kann der erfahrene Bauingenieur nicht gebrauchen. "Unser Ziel ist es ja, die neue Straße im September in Betrieb zu nehmen", gibt der Projektverantwortliche Auskunft. "Aber das ist sehr witterungsabhängig. Was nützt es denn, wenn wir im Schlamm versinken und nicht vorwärts kommen?"

Am Montag begannen nun die Arbeiten am Kreisverkehr in Neukieritzsch, wenige Meter nordöstlich der Ampelkreuzung. Angelegt werde zunächst ein Halbkreis mit den Anschlüssen Borna und Lippendorf, informiert der Bauleiter. Von heute bis 19.April soll deshalb die Zufahrtsstraße nach Lippendorf von der Kreuzung Neukieritzsch bis zur Buffalo-Ranch für den Verkehr voll gesperrt werden. Doch schon zu den Rennen der "Neuseen Classics" am 19.Mai können die Radsportler dieses Stück durchfahren, ergänzt Elke Hagenau, Pressereferentin der Mibrag. Den Kreis sprichwörtlich schließen, inklusive der Anschlüsse nach Neukieritzsch und an die neue Bundesstraße, will die Mibrag ab Mitte Mai. Parallel dazu läuft schon ab April am anderen Ende die Einbindung des Straßenneubaus bei Pödelwitz. Hier rechnet Eckhard Kretzsch­mar ab 2. April mit einer sechs- bis achtwöchigen halbseitigen Sperrung.

Die neue Bundesstraße 176 zwischen Neukieritzsch und Groitzsch gehört derzeit zu den größten Straßenbauprojekten im Landkreis Leipzig, neben der Autobahn 72. Sie wird von der Mibrag als Ersatz für die bisherige Fahrbahn gebaut, die schon bald aufgrund des heranrückenden Tagebaus Schleenhain verschwinden soll. Der 6,8 Kilometer lange Neubau enthält vier Tunnel aus Wellstahlblech - einen für das Kohleband, einen für die Tagebaustraße sowie zwei für Bandanlagen -, ferner eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer zum Großstolpener See, zwei Kreisverkehre und zwei Amphibiendurchlässe. Die gesamte Strecke wird zudem von einem Fuß- und Radweg begleitet, erläutert der Bauleiter. Für Ersatzpflanzungen und Begrünung am Wegrand gebe es einen landschaftsplanerischen Begleitplan, für Begegnungen mit der Vogel- und Tierwelt eine ökologische Baubegleitung und -überwachung.

Im Frühjahr vergangenen Jahres war der Startschuss für den Straßenneubau gefallen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Schon seit Ende 2009 liefen umfangreiche Vorbereitungen für das Großprojekt. Hintergrund ist, dass sich die leicht s-förmige, zweispurige Trasse über Kippengelände im Tagebau schlängelt und damit - anders als gewachsener Boden - verfestigt und stabilisiert werden musste. Die Lösung dafür waren Fallplattenverdichtungen und Rüttelstopfpfähle. So ließ ein Kran tonnenschwere Gewichte, groß wie ein Schreibtisch, aus 15 Meter Höhe auf die Erde fallen. "Damit konnten das Gelände verdichtet und lagenweise Boden aufgefüllt werden", sagt Kretzsch­mar. Mit Rüttelstopfpfählen wurde überwiegend im Bereich des neuen Damms gearbeitet. Aller etwa 2,50 Meter kamen Säulen bis 15 Meter tief in die Erde und wurden mit Kies und Sand verdichtet. Bis heute nimmt die Mibrag regelmäßig Messungen am Bauuntergrund vor. Die nächste steht noch in diesem Monat an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2013

Kathrin Haase

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