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Zweiter Frühling im Bella-Palais

Zweiter Frühling im Bella-Palais

Keine 50 Meter vom Groitzscher Bahnhof entfernt, erstreckt sich das neue Schusterviertel mit Seniorenpflegeheim, Tagespflege und betreutem Wohnen. Sprichwörtlich großer Bahnhof herrschte am Sonnabend zur Eröffnung des Bella-Palais mit 44 betreuten Wohnungen im denkmalgeschützten Hauptgebäude der ehemaligen Schuhfabrik.

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Investor Herbert Zinn (l.) und Handwerksmeister Christoph Müller aus Wurzen füllen vor Hunderten Zuschauern die Turmkugel.

Quelle: Thomas Kube

Groitzsch. Hunderte Schaulustige verfolgten mit dem Investor Herbert Zinn die Turmbekrönung und feierten anschließend das 1. Schusterfest mit Musik und Tanz.

 

 

Jung und alt, Vergangenheit und Moderne passen offenbar doch gut zusammen: Im neuen Groitzscher Schusterviertel, keine 50 Meter vom Groitzscher Bahnhof entfernt, gibt es keine Abstellgleise. Bereits vor einem Jahr öffnete hier die Bella-Seniorenresidenz der Pflegegruppe Krumbholz mit 86 Pflegeplätzen, am Sonnabend folgte nach einem Jahr Bauzeit das "Bella-Palais" im einstigen Fabrik-Hauptgebäude. Hier stehen nun 44 betreute Wohnungen für ältere Menschen zur Verfügung, daneben gibt es Räume für den Pflegedienst sowie zwölf Tagespflegeplätze. Investor Herbert Zinn, der aus der Nähe von Fulda stammt und über persönliche Kontakte mit dem Groitzscher Bauunternehmer und Stadtrat Dieter Hager auf das Haus aufmerksam wurde, sieht diese Wohnanlage für "junge, moderne, fitte und weltoffene Senioren". Die beiden Häuser ergänzen sich wunderbar und seien mehr als "nur zwei Gebäude", sondern eine "Wohlfühloase im neuen Schusterviertel". Ergänzt werden soll das Ensemble mit einer behinderten- und seniorengerechten Minigolfanlage (wo am Sonnabend das Festzelt stand).

 

 

Zur Feier des Tages bestückte Herbert Zinn die neue Turmkugel mit einem Beutel D-Mark-, Ostmark- und Euromünzen, einer Ansichtskarte und der Chronik der Bella-Schuhfabrik, persönlichen Dingen, einer Ausgabe der Leipziger Volkszeitung sowie einem USB-Stick mit 1300 Bildern. "Ich hoffe, dass unsere Nachkommen in 100 oder mehr Jahren noch über die Technik verfügen und den USB-Stick lesen können", scherzte Zink beim Verpacken. Angefertigt wurde die Zinkkugel mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern sowie die Wetterfahne aus Edelstahl mit Zink von den Wurzener Handwerksmeistern Christoph und Thomas Müller. Dem Vater Christoph Müller, von Beruf Metalldrücker, oblag am Sonnabend auch die ehrenvolle Aufgabe, die neue Kugel mit Wetterfahne in luftiger Höhe anzubringen. Mario Riedel, Drehleitermaschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr, beförderte ihn an seinen Montageplatz.

Für den Groitzscher Bürgermeister ist die Wiederbelebung der ehemaligen Schuhfabrik ein großes Geschenk. "Viele Groitzscher hatten das Areal der Bella schon abgeschrieben", sagte er am Sonnabend. Doch Anfang des neuen Jahrtausends kam plötzlich Bewegung in die Sache, taten sich Fördermittel über das Programm Stadtsanierung auf und wurde im Jahr 2007 die alte Produktionshalle nebst Schuppen, Heizhaus, Werkstätten und Bitumenwege abgerissen. Mittlerweile seien zwei Häuser entstanden, die ihresgleichen suchen. "Die Menschen befinden sich hier in guten Händen", lobte Maik Kunze die Investitionen. "Man kann es kaum erwarten, alt zu werden."

 

 

Thomas Voigt, zweiter Beigeordneter des Landkreises Leipzig, beglückwünschte den Bürgermeister und die Groitzscher zu ihrem Schusterviertel: "Herr Kunze, Sie haben immer wieder Überraschungen parat. Das war schon beim Bahnhof der Fall. Genau diese Balance zwischen betreutem Wohnen und Pflege, wie sie in Groitzsch angeboten wird, brauchen wir." Der Freistaat Sachsen liege von der Altersstruktur her an der Spitze der Bundesrepublik, der Landkreis Leipzig liege wiederum über dem Durchschnitt von Sachsen und die Stadt Groitzsch über dem Durchschnitt des Landkreises. Insofern: Mit der Investition wurde alles richtig gemacht.

 

 

Ab 1850 stieg Groitzsch zum mitteldeutschen Zentrum der Schuhindustrie auf - daher der Name Schusterstadt. 1979 zählte die Bella-Schuhfabrik in ihren Betriebsteilen rund 1700 Beschäftigte, die jährlich 1,8 Millionen Paar Schuhe produzierten, auch unter der Marke Salamander und für das Ausland. 1992 kam das Aus, viele Menschen verloren ihre Arbeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2013
Kathrin Haase

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