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Zweiter Versuch für Anschluss an A 72

Zweiter Versuch für Anschluss an A 72

Nach der verkorksten und höchstrichterlich bemängelten Planung für den Anschluss an die A 72 bei Frohburg samt Zubringer aus Richtung Altenburger Land machen die Beteiligten einen Neustart.

Frohburg/Altenburg. Damit könnte die Auffahrt frühestens Ende 2012 fertig sein.

Auf einer zum verkehrspolitischen Gipfeltreffen hochgeschraubten Tagung sollte gestern Klartext geredet werden. Zumindest waren viele Leute da. Denn neben Vertretern der Städte Altenburg, Borna, Frohburg, der Gemeinde Windischleuba sowie der Landkreise Altenburger Land und Leipzig kamen auch Fachleute aus den Thüringer und Sächsischen Bauministerien zur anderthalbstündigen Diskussion ins Rathaus. Die Hälfte der Zeit wurde mit Redebeiträgen gefüllt, in denen von allen die Wichtigkeit von Anschluss und Zubringer betont wurde, wie ein Teilnehmer am Rande der Sitzung leicht ironisch wurde. Denn gegenseitige Motivation tut offenbar not. Hatte das Bundesverwaltungsgericht Ende Februar die Planungen bemängelt und damit sogar den Bau der auch für Altenburg enorm wichtigen Anschlussstelle bei Frohburg auf Eis gelegt. Die Richter sahen keine hinreichenden Gründe gegeben, wegen des Flächenbedarfs für Straßen und Anschlussstelle Landwirte zu enteignen. Dieser klare Baustopp wurde gestern nach dem Treffen auf einem Pressegespräch bestätigt. Im Moment darf die im Bau befindliche Autobahn bei Frohburg bestenfalls unterquert werden. Zu wenig. Dem vor Gericht geschlossenen Vergleich wollen die Verantwortlichen aus Thüringen und Sachsen nun mit einem neuen Planfeststellungsverfahren erfüllen, das vom Autobahnbau abgetrennt wird und nur Anschlussstelle und Anbinder umfasst. Ziel sei, so Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), dieses Verfahren noch 2010 zu beginnen und nach einem Jahr abzuschließen. Damit könnte zumindest die Anschlussstelle bereits gebaut werden, wenn die A 72 zwischen Frohburg und Borna-Süd, wie angekündigt, übernächstes Jahr fertig ist. Entsprechend den richterlichen Forderungen muss auch geprüft werden, ob die vorhandenen Straßen auf sächsischem Gebiet genügen, um den Verkehr hin zur neuen Autobahn aufzunehmen. Die Beteiligten gehen allerdings davon aus, dass diese so genannte Null-Variante nicht ausreicht, wie beispielsweise Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch vorhersagte. Daneben muss für das Altenburger Land bis nächstes Jahr geklärt werden, wo die neue B 7 vom Zschaschelwitzer Kreuz bis zur Landesgrenze verläuft, wie breit sie ist, ob und wo Windischleuba angebunden und vor Lärm geschützt werden soll und was aus den Landschaftsschutzgebieten an der Pleiße wird, die möglicherweise berührt werden. Oberbürgermeister Wolf kündigte bei den Fragen von Flächenversieglungen und anderen Eingriffen in die Natur an, in seiner Stadt für die nötigen Ausgleichs-Areale zu sorgen. Er forderte auch die anderen Beteiligten auf, sich darüber Gedanken zu machen, um das Verfahren zu beschleunigen. Wolf begrüßte den Willen aller Beteiligten, um die Anschlussstelle zu ringen. Er weiß aber, dass dies dauert und richtete daher sein Augenmerk auf die vorhandenen Wege. „In dieser Zeit darf es zu keiner weiteren Verschlechterung der Durchlässigkeit der B 93 von Altenburg nach Borna kommen", wie beispielsweise weitere neue Ampel-Anlagen, forderte Wolf. Die Autobahn sei wichtig. Bis dahin und auch danach bleibe die B 93 genauso wichtig.

Jens Rosenkranz

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