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Borna Zwiebelfrau und Bergmann: Borna will Originale der Stadt wiederbeleben
Region Borna Zwiebelfrau und Bergmann: Borna will Originale der Stadt wiederbeleben
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18:00 24.10.2017
Mario König. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Sie sollen wiederbelebt werden – die Bornaer Originale. Das hat Lutherstück-Autor Michael Potkownik mit Blick auf eine geplante Lutherwanderung angekündigt. Mit von der Partie sein sollen dann neben dem Bergmann, der Zwiebelfrau und einem Soldaten auch der Luther-Geleitsmann Michael von der Straßen mit von der Partie sein. Dabei ist die Idee so neu gar nicht. Die Bornaer Originale, klassischerweise ihrer drei, gehörten jahrelang zur personellen Grundausstattung öffentlicher Festveranstaltungen in Borna, wie Mario König, sagt. Der bekannte Bornaer Zeichner war seinerzeit als Karabinier im städtischen Auftrag unterwegs.

Während König in seiner Rolle als Militär für das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges in der heutigen Stauffenbergstraße beheimatete Karabinierregiment stand, gab Rosemarie Wendebaum die Zwiebelfrau und damit die Vertreterin jenes Standes, der bis vor einem Jahrhundert für einen gewissen überregionalen Bornaer Ruhm jenseits der Kohle sorgte. Dass das schwarze Gold für Borna von überragender Bedeutung war, dafür stand seinerzeit Hans Hohlfeld. Der einstige Präsident des nicht mehr existierenden Bornaer Carneval Vereins (BCV) hatte sozusagen den Anstoß dafür gegeben, die drei Bornaer Originale als Repräsentanten der Stadt zu einer festen Größe zu machen, wie sich Mario König erinnert.

Hohlfeld war anlässlich des Rennens „Rund um die Braunkohle“, das inzwischen unter dem Label Neunseenclassics läuft, in eine Bergmannsuniform geschlüpft und hatte dort offenkundig eine gute Figur gemacht. „Und da ist die Idee mit der Zwiebelfrau entstanden“, erinnert sich Mario König, weshalb Rosemarie Wendeaum ins Spiel kam. Fremdenführerin Sabine Raabe wiederum fand im Zuge der Vorbereitungen für die 750-Jahr-Feier in Borna im Jahr 2001, das auch noch ein Karabinier dazugehören sollte – nicht zuletzt auch, weil die drei Figuren auf dem Zwiebelhaus an der Ecke Bahnhofstraße/Angerstraße als Bornaer Originale zu sehen sind. Auf diese Weise kam König ins Spiel.

Von da an waren die drei Originale nicht mehr aus dem öffentlichen Festleben der Stadt wegzudenken. Und weil die Stadt seinerzeit ein echtes Interesse hatte, sich auf diese Weise zu präsentieren, „wurden uns Kostüme geschneidert“ - von der bekannten Bornaer Schneiderin Maria Flach, so der 56-Jährige. Etwas länger dauerte es mit dem Bergmannshut, den Karnevalist Hohlfeld trug. „Der kam als Originalstück aus dem Museum“, wie König erzählt. Das aber schien irgendwann zu riskant, und der Bergmann erhielt eine neue Kopfbedeckung.

Die drei Bornaer Originale führten dann den Festumzug beim Stadtjubiläum an, und als sie sich am Zwiebelhaus vor den drei Figuren von Kurt Feuerriegel verneigten, kam diese Geste gut beim Publikum auf der Straße an. „Das war eine völlig spontane Aktion“ , sagt Karabanier König.

Die drei Originale wurden auch zu Bornaer Botschaftern außerhalb der Stadtgrenzen. Etwa beim Maskottchentreffen in Chemnitz oder bei einer Veranstaltung in der Nähe von Bitterfeld, wo sie für die offizielle Begrüßung des damaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) verantwortlich waren. Im Jahr 2005 war dann allerdings Schluss, in gewisser Weise aus privaten Gründen, wie König durchblicken lässt. Ums Geld sei es den drei Originalen jedenfalls nicht gegangen, betont er mit Blick auf Gerüchte, die damals die Runde machten. „Wir haben 100 Euro im Jahr als Aufwandsentschädigung bekommen“, und davon ging ein Teil schon für die Reinigung der historischen Gewänder drauf. Und König betont: „Zerstritten haben wir uns auch nicht.“

Spätere Wiederbelebungsversuche scheiterten. Für König ist das Kapitel damit abgeschlossen. Immerhin: Dass die Idee von den Bornaer Originalen jetzt wieder aufgegriffen wird, findet das originale Original Mario König jedenfalls gut.

Von Nikos Natsidis

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