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Borna Zwiebelhaus und Kuchenapotheke in Borna: Baubrachen brauchen Perspektive
Region Borna Zwiebelhaus und Kuchenapotheke in Borna: Baubrachen brauchen Perspektive
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00:18 08.04.2017
Die Sachsenburg in der Luckaer Straße. Quelle: André Neumann
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Borna

Was haben die ehemalige Reithalle an der Sachsenallee in Borna, die so genannte Kuchenapotheke in der Reichsstraße und die Sachsenburg in der Luckaer Straße gemeinsam? In allen drei Fällen handelt es sich um ungenutzte Freiflächen beziehungsweise marode Gebäude. Es sind Schandflecken im Bornaer Stadtbild, auf denen etwas passieren sollte. Sie sind im Brachflächenkatalog enthalten und damit Bestandteil des fortgeschriebenen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK), das der Stadtrat auf seiner letzten Sitzung beschlossen hat.

Im Brachflächenkatalog werden 25 von insgesamt 106 Brachflächen im gesamten Stadtgebiet aufgelistet. Die ergeben in Borna und seinen Ortsteilen immerhin eine Gesamtfläche von 70 Hektar, knapp drei Hektar davon in der Kernstadt. „Das prägt das Stadtbild Bornas maßgeblich und stellt einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar“, heißt es dazu im Brachflächenkonzept. Die Brachen seien Folge des wirtschaftlichen und demografischen Strukturwandels, wie sich an der ehemaligen Brikettfabik Thräna ablesen lässt – auf gut Deutsch: Sie sind eine Konsequenz aus den Einwohnerverlusten und dem Ende des Bergbaus und der damit verbundenen Industrie.

Etwa das Grundstück Wassergasse 6/8, das derzeit als privater Parkplatz genutzt wird. Hier halten die Verfasser des Brachflächenkonzeptes eine künftige Nutzung als Wohnstandort oder durch eine öffentliche Einrichtung, aber auch die Ansiedlung von nicht störendem Gewerbe für möglich. Das gilt auch für die Sachsenburg, ein seit langem leerstehendes Wohnhaus, oder das Zwiebelhaus. Anders sieht es mit dem ehemaligen Freibad An der Wyraaue aus. Dafür kommt nach dem Ende der Bemühungen um einen Wiederaufbau der Bassins als Konsequenz des gescheiterten Bürgerentscheids vor einem knappen Jahr nur die Renaturierung in Frage.

Allerdings gibt es bei der Umwandlung von Brachen eine Reihe von Faktoren, die dem im Wege stehen. Konkret der Mangel an Investoren und eine fehlende Nachfrage, aber auch in vielen Fällen die fehlende Verkaufsbereitschaft der Eigentümer oder deren geringe Investitionsneigung.

Eine wesentliche Rolle bei der möglichen neuen Nutzung von städtischen Brachen spielt auch der demografische Wandel. Auch wenn die Einwohnerzahlen, die in den Jahren 2014 und 2015 durch den Zustrom von Asylbewerbern in Borna angestiegen sind, „ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang zu rechnen“, wie es in dem Brachflächenkonzept weiter heißt. Andererseits gibt es Flächen mit zentraler Bedeutung für das Stadtbild. Eben die Kuchenapotheke, deren Name auf die Geschichte des Gebäudes sowohl als Backwarengeschäft als auch als Standort einer Apotheke zurückgeht. Sollten hier in absehbarer Zeit keine baulichen Veränderungen möglich sein, empfehlen die Verfasser des Brachenflächenkonzepts eine Zwischennutzung, um den Gesamteindruck zu verbessern.

Zugleich machen sie klar, dass keineswegs jede Brachfläche zwingend wieder bebaut werden muss. Ab einer gewissen Größe könnten die Brachen entsiegelt und zu Grünflächen werden und damit eine positive Wirkung auf das Stadtklima haben.

Von Nikos Natsidis

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