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Borna Zwischen Chance und Vorbehalten: Kirchgemeinde Rötha vor Veränderungen
Region Borna Zwischen Chance und Vorbehalten: Kirchgemeinde Rötha vor Veränderungen
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14:00 12.03.2016
Die Georgenkirche in Rötha Quelle: Andreas Döring
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Rötha

Ein schwieriger Weg steht den Christen in Rötha bevor. Die Landeskirche drängt angesichts immer weniger Kirchenmitglieder auf größere Strukturen. Ein Kirchspiel der fünf Kirchgemeinden Böhlen, Kitzscher, Mölbis, Rötha und Steinbach könnte eine Lösung sein, jedenfalls aus Sicht einiger in den Kirchenvorständen. Eine Gemeindeversammlung in Rötha offenbarte am Donnerstagabend, dass der Schritt gerade hier, wo es eine jahrhundertealte eigenständige Kirchgemeinde gibt, auf viele Vorbehalte trifft.

Selbst die Ältesten in der überschaubar kleinen Runde konnten sich nicht erinnern, in Rötha je eine Gemeindeversammlung erlebt zu haben. Ein offensichtliches Defizit an Kommunikation innerhalb der Gemeinde zeigte sich auch darin, dass die wenigsten davon wussten, welche Gespräche ihr Kirchenvorstand seit mehreren Monaten mit den Nachbargemeinden führt.

Pfarrer Christian Krebs zitierte ein Bibelwort, mit welchem er die Gemeinde aufforderte, „sich nicht vom Geist der Furcht bestimmen zu lassen“. Was aber angesichts des Bevorstehenden für viele hier offenbar nicht so einfach ist. „Es kann kein Gemeindeleben stattfinden, wenn man 40 Kilometer fahren muss“, sagte eine Frau und forderte: „Lasst die Kirche im Dorf!“ Eine andere wirft ein: „Ich möchte wissen, ob sonntags noch Gottesdienst in Rötha ist.“ Das wird bezweifelt.

Gegen den Zweifel möchte Uwe Hermann vom Kirchenvorstand genau wie Pfarrer Krebs und dessen Mölbiser Kollege Stephan Vorwergk die Zuversicht setzen. „Je mehr man sich damit beschäftigt, um so mehr verliert man die Angst“, sagt Hermann. Und der Mölbiser Pfarrer sieht im Umbruch die Chance zum Aufbruch. Eine Chance, die die Menschen in den Dörfern seiner weit verzweigten Kirchgemeinde schon erkannt hätten, ja erkennen mussten, weil sie schon mehrfach von Strukturveränderungen betroffen gewesen seien.

Vieles wurde angesprochen an dem Abend in Rötha. Die Frage, wer Schuld habe daran, dass die Zahl der Gemeindeglieder sich seit 1990 fast halbiert habe auf jetzt nur noch rund 450. Der Wert des kirchlichen Ehrenamtes und ob die Gläubigen noch mehr selbst in die Hand nehmen können, als sie es bisher schon tun. Darüber, was geschehen könnte, wenn man sich dem Kirchspiel aus fünf immerhin eigenständig bleibenden Gemeinden verweigert. Von Druck durch die Landeskirche war in dem Zusammenhang die Rede, davon, dass dann sogar die Stelle des Pfarrers in Gefahr geraten könnte.

Und schließlich ging es auch darum, ob man nicht eigentlich in noch größeren Strukturen denken müsse. Während in Rötha noch die Furcht vor einem Kirchspiel mit 2000 Seelen herrscht, würde die Landeskirche, so ist zu hören, in ein paar Jahren am liebsten nur noch Gemeinden mit 4000 Gliedern mit einem Pfarrer besetzen. Das Kirchspiel mit den Gemeinden Böhlen, Kitzscher, Mölbis, Rötha und Steinbach hätte zur Zeit sogar noch zwei.

Von André Neumann

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