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Borna Leipziger Orchester will mehr Geld einspielen
Region Borna Leipziger Orchester will mehr Geld einspielen
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09:44 09.10.2018
Das Leipziger Symphonieorchester will mehr Einnahmen generieren. Quelle: Jens Paul Taubert
Böhlen

Mehr Konzerte, eine neue Anrechtsreihe und die verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen – damit will das Leipziger Symphonieorchester (LSO) mehr Geld einspielen als bisher. Das ist der Inhalt eines Papiers, mit dem die Orchesterleitung jetzt einen Antrag auf weitere Zuschüsse beim Kulturraum Leipziger Raum untersetzt hat. Hintergrund ist die Ankündigung der sächsischen Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), den zehn Kulturraumorchestern ab 2019 vier Jahre lang jedes Jahr insgesamt sieben Millionen Euro zukommen zu lassen (die LVZ berichtete). Das Geld fließt allerdings nur in dem Maße, wie die Träger der Ensembles den erforderlichen Eigenanteil von 30 Prozent drauflegen können oder wollen.

Nicht nur ein paar Konzerte mehr

Zwar erwächst für potenzielle Nutznießer des Geldsegens aus Dresden keine quasi juristische Pflicht, mehr als bisher zu tun. Eine moralische Herausforderung lässt sich daraus allerdings sehr wohl ablesen. Deshalb hat LSO-Manager Hans-Ulrich Zschoch aufgelistet, wie sich das Orchester aufstellen könnte, um seine Einnahmen zu verbessern. Dabei ist klar, „dass das nicht allein mit ein paar Konzerten mehr getan ist“. Angebotserweiterung ist dennoch ein gutes Stichwort.

Neues Anrecht in Torgau

Recht konkret sind schon die Vorbereitungen einer neuen Anrechtsreihe in Nordsachsen, dem einen Teil des Kulturraums Leipziger Raum. Konkret in Torgau, wo das LSO bereits mehrfach erfolgreich gespielt hat, zuletzt beim Tag der Sachsen, und wo es offenkundig auch einen Bedarf an Konzerten gibt. „Dort haben wir so etwas wie ein Stammpublikum“, dem ab der nächsten Spielzeit vier bis sechs Anrechtskonzerte angeboten werden sollen. „Vielleicht in die Jahreszeiten eingebettet.“ An möglichen Spielorten mangelt es in der Elbestadt nicht, wie Zschoch mit Blick auf Gymnasium, Rathaussaal und Schloss Hartenfels erklärt.

Stadt muss 1500 Euro pro Konzert zahlen

Voraussetzung für die Umsetzung dieser Pläne ist allerdings die Bereitschaft der Stadt Torgau, pro Konzert einen Obolus von 1500 Euro zu zahlen, so wie das Borna und Markkleeberg, traditionelle Spielorte des LSO, auch machen. Es handelt sich dabei um einen Betrag, den das Orchester für Garderobendamen und -herren, das Drucken von Programmheften sowie den Transport der Musikinstrumente benötigt.

Schüler in Konzerte mit einbinden

Von den Musikern wird aber mehr erwartet angesichts der in Aussicht stehenden Gelder aus Dresden. Zschoch setzt aus diesem Grund auf sogenannte Education-Programme, in denen Schüler nicht nur passiv als Publikum vor den Musikern sitzen. Die jungen Leute könnten viel mehr eingebunden werden, etwa als Tänzer und, indem sie Instrumente ausprobieren. Dabei handelt es sich um Projekte, mit denen auch versucht werden soll, Jugendliche für Klänge jenseits gängiger Popmusik zu interessieren und ihnen diesbezüglich eine gewisse Schwellenangst zu nehmen.

Sensationelle Zusammenarbeit in Wurzen

Dass das funktioniert, hat das LSO bereits in Wurzen erlebt. Mit dem dortigen Lichtwer-Gymnasium gebe es „eine sensationelle Zusammenarbeit“, sagt LSO-Manager Zschoch – wohl auch, „weil die Schüler auf das Konzert vorbereitet werden“. Um mehr Einnahmen zu generieren, sei es zudem denkbar, die Zusammenarbeit mit den Musikschulen zu verstärken. Nicht nur als Aushilfe bei Konzerten, sondern vielleicht auch mit dem Unterricht von Orchestermusikern – ganz in der Tradition von Musikern des Gewandhauses und des MDR, die schon seit Jahrzehnten an der Leipziger Musikhochschule aktiv sind. Zschoch könnte sich zudem eine Kooperation mit der Theaterakademie Delitzsch vorstellen. Sowie mit Chören.

Entscheidung liegt beim Kulturraum

Ob sich das LSO am Ende auf einen Zuschuss von 700 000 Euro ab dem nächsten Jahr freuen kann, liegt letztlich bei den politischen Entscheidern und im Kulturraum. Die Entscheidung soll bis Ende Oktober fallen. Und selbst wenn der Landkreis nicht die erforderlichen 30 Prozent auf die avisierten 700 000 Euro aufbringt, wäre Zschoch zufrieden. Auch ein geringerer Zuschuss, der weniger Geld aus Dresden zur Folge hätte, wäre für die Musiker ein Erfolg.

Von Nikos Natsidis

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